19. März 2020 / 21:47 Uhr

Maik Bokeloh verlässt Großenheidorn: "Beweisen, dass ich Oberliga noch kann"

Maik Bokeloh verlässt Großenheidorn: "Beweisen, dass ich Oberliga noch kann"

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Maik Bokeloh wird in der nächsten Saison nicht mehr für den MTV Großenheidorn auf der Platte stehen.
Maik Bokeloh wird in der nächsten Saison nicht mehr für den MTV Großenheidorn auf der Platte stehen.
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Nach sechs Jahren wird Maik Bokeloh am Saisonende den MTV Großenheidorn verlassen. Eigentlich wollte er seine Karriere bei den Seeprovinzlern beenden, eine zentrale Rolle in der Mannschaft hätte er in der kommenden Spielzeit jedoch nicht mehr gehabt.

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Am vergangenen Wochenende hatte Maik Bokeloh unverhofft Zeit, seiner zweiten Leidenschaft zu frönen. Der Mittelmann des MTV Großenheidorn ist begeisterter Läufer. Während der Oberligasaison bleibt dafür wenig Zeit und außerdem sehen die Trainer Ausdauersport nicht gerne, weil der zu Lasten der Spritzigkeit auf dem Spielfeld geht.

"Hatte geplant, meine Karriere hier zu beenden"

Am vergangenen Samstag hätte eigentlich das Heimspiel gegen den TV Jahn Duderstadt ausgetragen werden sollen. Weil der Handballverband Niedersachsen am Donnerstag wie berichtet den Spielbetrieb wegen des Corona-Virus bis zum 19. April aussetzte, konnte Bokeloh das schöne Wetter nutzen.

Eigentlich hätte er lieber Handball gespielt, zumal seine Zeit beim MTV abläuft. Nach sechs Jahren wird der 31-Jährige den Club am Saisonende verlassen. „Es ist sehr schade. Ich hatte eigentlich geplant, meine Karriere hier zu beenden“, bedauert Bokeloh. Die endgültige Kaderplanung für die neue Saison steht zwar noch nicht fest, aber er hätte keine zentrale Rolle in der Mannschaft mehr gehabt. Mit im August 32 Jahren ist er kein Perspektivspieler mehr.

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Schon in der laufenden Saison hatte Maurice Nolte die Nase vorn. Auch weil der eine größere Torgefahr ausstrahlt. „Ich hätte mich mit der Rolle hinter Maurice arrangiert“, betont Bokeloh, dem die Mannschaft und ein familiäres Umfeld im Verein wichtig sind. Grundsätzliche Gründe weshalb er sich 2014 nur schwer durchringen konnte, seinen Heimatverein HSG Idensen zu verlassen und das Heidorner Angebot anzunehmen. „Die Entscheidung hat eigentlich drei Jahre gedauert.“

Schnell ein Führungsspieler

An der neuen Wirkungsstätte wurde Bokeloh schnell zum Führungsspieler und war in der Drittligasaison 2018/2019 sogar Kapitän. Eine Rolle die er in der nicht nur auf dem Spielfeld mit Leben füllte. „Ich habe mich auch um unsere ausländischen Spieler gekümmert, um sie in die Mannschaft zu integrieren“, sagt Bokeloh, der sich ohnehin als Ansprechpartner für die A-Jugendlichen sieht. Auch zu den Fans pflegt er ein offenes Verhältnis. Nach den Heimspielen zu plaudern und ein gemeinsames Bier zu trinken, gehörte immer dazu. Viele werden Maik Bokeloh vermissen.

Bilder vom Handball-Spiel der Oberliga zwischen der HSG Schaumburg Nord und dem MTV Großenheidorn

Mindens Bundesliga-Keeper Malte Semisch auf der Tribüne im Heidorner Fanblock Zur Galerie
Mindens Bundesliga-Keeper Malte Semisch auf der Tribüne im Heidorner Fanblock ©

Obwohl der Abschied längst feststeht, gibt er immer in jedem Training Vollgas. „Sein Einsatz ist sensationell. Absolut vorbildlich“, lobt Interimstrainer Stefan Alsmeyer. Für Bokeloh indes selbstverständlich: „Das ist mein Anspruch.“ Alsmeyer bedauert deshalb den Abschied. Er hätte seinen (Noch-)Spielmacher gern als Häuptling in der zweiten Mannschaft gesehen hätte, um diese zum Aufstieg in die Verbandsliga zu führen.

Triathlon ist Bokelohs Leidenschaft

Die Aufgabe hätte Bokeloh reizvoll gefunden, doch obwohl die letzten zwei Jahre auch aufgrund von Verletzungen nicht optimal liefen, sieht er sich noch stark genug für die Oberliga. Fit ist der Angestellte eines Telekommunikationskonzerns allemal. „Meine Leidenschaft ist Triathlon“, verrät Bokeloh. 2018 absolvierte er in Frankfurt die halbe Ironman-Distanz und spielte sogar mit dem Gedanken, dafür den Leistungshandball an den Nagel zu hängen. Soweit soll es jetzt frühestens in zwei Jahren sein: „Ich möchte mir beweisen, dass ich noch Oberliga kann.“

Angebote und Gespräche gibt es, zu welchem Verein es ihn zieht, verrät er noch nicht. Bis dahin zählt nur der MTV, um die Saison mit so viel Punkten wie möglich zu beenden. In den nächsten Wochen dürfte man Bokeloh trotzdem häufig im Laufdress antreffen, denn auch der Trainingsbetrieb des MTV Großenheidorn, zumal die Stadt Wunstorf während der Schulschließung auch alles Sporthallen gesperrt hat. Es wäre Maik Bokeloh zu wünschen, dass der Handball doch noch einmal fliegt, so dass er sich vernünftig von seinen Fans verabschieden kann.

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