30. Juni 2021 / 14:57 Uhr

Maike Böttcher: Den Leistungssport habe ich mir selber eingebrockt

Maike Böttcher: Den Leistungssport habe ich mir selber eingebrockt

Niklas Kunkel
Ostsee-Zeitung
Maike Böttcher Greifswald (2.v.l.) hofft mit ihrer Trainingspartnerin Tori Schwerin aus Rostock (l.) bei der U-23-WM auf eine Medaille. 
Maike Böttcher Greifswald (2.v.l.) hofft mit ihrer Trainingspartnerin Tori Schwerin aus Rostock (l.) bei der U-23-WM auf eine Medaille.  © Detlev SEYB
Anzeige

Die Ruderin aus Greifswald startet nach dem Titel bei den deutschen Nachwuchsmeisterschaften kommende Woche bei der U 23-WM. Für ihre sportlichen Ziele verzichtet sie auf Freizeit. 

Anzeige

Während die meisten Menschen momentan das gute Wetter und den Sommerurlaub genießen, ist für Maike Böttcher nicht an eine Auszeit zu denken. Das 20-jährige Rudertalent hat gerade erst bei den deutschen Nachwuchsmeisterschaften in Essen Gold im Vierer und Bronze im Achter gewonnen, da geht es für sie auch schon weiter. Nach einer Woche Trainingslager in Ratzeburg fährt sie zur U23-WM ins tschechische Racice (7.-11. Juli). Hier will die gebürtige Greifswalderin, die inzwischen in Rostock lebt, im Vierer mit Steuerfrau Kurs auf eine Medaille nehmen. „Wir wollen das beste Rennen fahren, was wir fahren können. Wenn wir dann am Ende eine Medaille gewinnen, sind wir glücklich“, blickt die Studentin voraus. Welche Nationen mit um das Podest konkurrieren, ist aus ihrer Sicht nach über einem Jahr ohne internationale Wettkämpfe aber schwer zu orakeln: „Traditionell haben Neuseeland, die US-Amerikaner und die Briten ein schnelles Boot. Vielleicht sind die Chinesen auch wieder gut aufgestellt.“

Anzeige

Eine bevorzugte Bootsklasse hat die junge Sportlerin nicht, denn aus ihrer Sicht kommt es dabei immer auf die Mannschaft an. Dieses Team scheint zu passen, denn mit ihrer Trainingspartnerin Tori Schwerin sitzt nur noch eine ihrer ehemaligen Weggefährtinnen im Vierer. Ihre drei neuen Mitstreiterinnen lernte sie erst im Trainingslager in München kurz vor dem ersten Wettkampf kennen. Trotzdem reichte es gleich zum Titel bei den deutschen Nachwuchsmeisterschaften. Technisch ist der Bootswechsel für sie kein Problem, vielmehr unterscheide sich nur die Renngestaltung: „Im Vierer mit muss die Steuerperson von vier Leuten mitbewegt werden, während andere Bootsklassen keine Steuerperson haben oder acht Leute zum Anschieben an Bord sind. Dementsprechend muss der Start mehr über die Kraft geschoben werden, bevor es in die hohen Schlagzahlen geht.“

Weitere Wassersport-News aus Mecklenburg-Vorpommern

 Für den Erfolg verzichtet Maike Böttcher gerne auf Freizeit. „Das mit dem Leistungssport habe ich mir ja selber eingebrockt“, sagt sie und lacht. Bereits als Kind war das Bootshaus ihres Heimatvereins RC Hilda 1892 in Greifswald ein zweites Zuhause. „Ich wurde da reingeboren, schon meine Eltern haben sich über das Rudern kennengelernt. Für mich gab es als Kind nichts anderes und der Verein wurde zu einer zweiten Familie“, erzählt Maike Böttcher, die in Rostock trainiert und Grundschullehramt für Mathe, Deutsch, Sport und Sachunterricht studiert. Durch die Kooperation zwischen dem Olympiastützpunkt und der Universität lassen sich Leistungssport und Studium aus ihrer Sicht gut kombinieren. Sobald daneben noch Freizeit bleibt, trifft sich die junge Frau gerne mit Freunden, genießt die Nähe zum Strand von Warnemünde oder geht inlineskaten.

Was das Sportliche angeht, möchte Maike Böttcher nicht zu weit in die Zukunft blicken: „Ich nehme einfach jede Saison gerne mit. Aussagen darüber, ob es auch für einen Platz bei internationalen Wettkämpfen im Seniorenbereich reicht, würden zu weit gehen – da habe ich bisher auch noch gar nicht so viel drüber nachgedacht.“