29. Dezember 2020 / 13:58 Uhr

Trainer-Frage, Transfers, Herzblut: So planen Heidel und Schmidt die Wende bei Mainz 05

Trainer-Frage, Transfers, Herzblut: So planen Heidel und Schmidt die Wende bei Mainz 05

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Christian Heidel und Martin Schmidt übernehmen ab sofort die sportliche Leitung bei Mainz 05.
Christian Heidel und Martin Schmidt übernehmen ab sofort die sportliche Leitung bei Mainz 05. © imago images (Montage)
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Die Rückkehrer Christian Heidel und Martin Schmidt haben bei ihrer Vorstellung am Dienstag erste Einblicke in die Pläne mit Mainz 05 gegeben. Die Trainer-Frage wird vorerst offen bleiben, Transfers sind geplant.

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Nach der Rückkehr von Christian Heidel als Sportvorstand und Martin Schmidt als Sportdirektor hat Mainz 05 den Zeitplan für die Verpflichtung eines neuen Trainer festgelegt. "Wir haben klare Vorstellungen davon, wer es sein soll", sagte Schmidt bei der Vorstellung des neuen sportlichen Führungsduos am Dienstag, bat aber gleichzeitig noch um ein wenig Geduld: "Wir haben einen Plan und wollen nach dem Bayern-Spiel mit dem neuen Trainer starten." Heißt auch: Bei der Partie in München am kommenden Sonntag wird Jan Siewert auf der Bank sitzen. Der Cheftrainer des Mainzer Nachwuchsleistungszentrums wurde am Montag nach der Entlassung des bisherigen Coaches Jan-Moritz Lichte auf Interimsbasis ins Amt gehoben.

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Als Lichte-Nachfolger wurde zuletzt vor allem der ehemalige Mainzer Profi und Jugendcoach Bo Svensson vom österreichischen Zweitligisten FC Liefering gehandelt. Schmidt zu den Spekulationen: "Dass diese Idee aufploppt, ist nicht so abwegig." Weitere Äußerungen zu konkreten Namen ließ der Manager jedoch aus: "Zu Namen oder Wasserstandsmeldungen sagen wir nichts." Klar ist: Heidel und Schmidt, die beide Verträge bis 2022 unterschrieben, wollen sich in enger Absprache auf den neuen Mann festlegen. Neben dieser Geschlossenheit machte vor allem Heidel am Dienstag aber deutlich, dass er künftig eher im Hintergrund und Schmidt an "vorderster Front" arbeiten werde. So sitzt Heidel bei den Spielen auch nicht mehr auf der Bank.

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"Mein Ziel ist ganz klar, einen Trainer zu positionieren, der so spielen lässt, wie es Mainz 05 immer ausgemacht hat", sagte Schmidt: Er wolle Fußball sehen, der "Begeisterung entfacht". Die "Wurzel" seien "Pressing und Tempo-Fußball". Mit Blick auf die prekäre sportliche Situation betonte das Duo fast wortgleich: "Wir müssen anfangen, uns zu wehren." Man könne den "Wind nicht drehen", aber die "Segel anders setzen", meinte Schmidt, der dem neuen Coach Verstärkungen in der Winterpause in Aussicht stellte - auch, wenn er "nichts versprechen" könne.

"Wir werden den Kader durchkämmen", meinte der 53-Jährige: "Ein Trainer hat immer Wünsche. Ich werde gucken, ihm diese zu erfüllen. Und dann hängt es noch davon ab, ob das nötige Kleingeld da ist." Dabei betonte Schmidt aber auch, dass die Mannschaft trotz des derzeit vorletzten Tabellenplatz über "Qualität" verfüge. Jetzt komme es darauf an, dass der künftige Coach einen "klaren Plan" verfolge. Der Manager betonte, dass er den Trainer stärken und in allen Fragen unterstützen werde: "Wir werden auf jeden Fall eine Mannschaft aufstellen, die den Klassenerhalt schaffen kann."

Heidel war bereits von 1992 bis 2016 für die Mainzer als Manager tätig und maßgeblich am Aufbau des Klubs zu einer gestandenen Bundesliga-Marke beteiligt. Dabei ebnete er den heutigen Startrainern Jürgen Klopp und Thomas Tuchel den Weg ins Profigeschäft. Anschließend wechselte er zu Schalke 04, wo er ein weniger glückliches Händchen bei seiner Arbeit bewies und im März 2019 von Jochen Schneider abgelöst wurde. Schmidt war derweil von Februar 2015 bis Mai 2017 Cheftrainer des Klubs. Anschließend betreute er den VfL Wolfsburg und den FC Augsburg. Seit März ist er ohne Verein und derzeit als TV-Experte tätig.

Schmdt erklärte, dass er große "Dankbarkeit" verspüre, dass der Klub ihn in neuer Funktion zurückgeholt hat. Heidel ergänzte: "Es ist wie nach Hause zu kommen." Dabei betonte das Vorstandsmitglied, dass er seine Aufgabe kurzfristig vor allem darin sehe, das Umfeld zu einen: "Es geht hier nur gemeinsam." Er sei "nicht der Messias oder der Heiland".