31. Oktober 2020 / 10:46 Uhr

Mainz-Finanzboss Jan Lehmann über Geisterspiele: "Unmut in der Bundesliga größer geworden"

Mainz-Finanzboss Jan Lehmann über Geisterspiele: "Unmut in der Bundesliga größer geworden"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jan Lehmann, Finanzvorstand von Mainz 05, kritisiert die Geisterspiel-Entscheidung der Politik.
Jan Lehmann, Finanzvorstand von Mainz 05, kritisiert die Geisterspiel-Entscheidung der Politik. © imago images/Revierfoto (Montage)
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In der Bundesliga wird die politische Entscheidung, im November nur Spiele ohne Zuschauer zuzulassen, kritisch gesehen. Das bestätigt auch Jan Lehmann, Finanzvorstand von Mainz 05. Der Unmut werde größer, betonte er.

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Große Finanzlücke: Bundesligist FSV Mainz 05 fehlen in der aktuellen Saison etwa 16 Millionen Euro durch leere Ränge im eigenen Stadion. Das sagte Finanzvorstand Jan Lehmann der Allgemeinen Zeitung. Wegen der verschärften Maßnahmen in der Corona-Krise müssen im November sämtliche Bundesliga-Spiele wieder ohne Zuschauer ausgetragen werden.

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Lehmann sagte, man sei gerade dabei, die Zuschauerprognose auch für die Rückrunde "deutlich" zu reduzieren. "Wir hatten mit ungefähr zwei Drittel der üblichen Stadionauslastung geplant", sagte der Funktionär. Diese Kalkulation wolle man jetzt auf rund 20 Prozent Stadionauslastung herabsetzen.

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In einer sechswöchigen Testphase hatten Bundesliga-Klubs zuletzt bis zu 20 Prozent Fans im Stadion zulassen dürfen, wenn die Zahl der Corona-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen nicht zu hoch lag. Man sei angesichts der Hygienekonzepte "hin- und hergerissen", dass nun wieder Geisterspiele auf dem Programm stehen, betonte Lehmann. "Insofern beugen wir uns der Entscheidung der Behörden als Reaktion auf die Entwicklungen der aktuellen Corona-Pandemielage. Man merkt aber schon, dass der Unmut in der gesamten Bundesliga größer geworden ist."

Kritik an Teil-Lockdown aus dem Profisport

Von den deutschen Profiligen werden die Forderungen an die Politik wieder lauter. Auch Kritik am Teil-Lockdown im November, in dessen Folge keine Zuschauer mehr in den Arenen und Stadien erlaubt sind, mehrt sich. "Die Lage ist sehr angespannt, und es ist überhaupt nicht auszuschließen, dass wir Klubs verlieren werden", sagte HBL-Boss Frank Bohmann der Welt. Und DEL-Chef Gernot Tripcke erklärte dem SPORTBUZZER: "Es ist nicht wirklich motivierend, angesichts dessen, dass wir alle Hygienekonzepte für Spiele mit Zuschauern entwickelt haben."