24. Juni 2020 / 11:57 Uhr

Mainz-Boss Jan Lehmann erklärt Verluste bei TV-Geldern: "Trifft uns mehr als die großen Klubs"

Mainz-Boss Jan Lehmann erklärt Verluste bei TV-Geldern: "Trifft uns mehr als die großen Klubs"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jan Lehmann, kaufmännischer Vorstand des FSV Mainz 05, sieht die eigentlich eher geringen Verluste beim TV-Geld für einen kleinen Verein wie Mainz als problematisch an.
Jan Lehmann, kaufmännischer Vorstand des FSV Mainz 05, sieht die eigentlich eher geringen Verluste beim TV-Geld für einen kleinen Verein wie Mainz als problematisch an. © imago/Martin Hoffmann/Montage
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Der kaufmännische Vorstand des FSV Mainz 05, Jan Lehmann, hat sich zu den etwas geringeren Einnahmen aus den TV-Verträgen für die Bundesligisten geäußert. Für die kleinen Vereine seien die Verluste nicht leicht wegzustecken, erläuterte Lehmann dem Portal "Sponsors".

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Eigentlich hat die Deutsche Fußball Liga mit der Veräußerung der nationalen TV-Rechte für die Saisons 2021/2022 bis 2024/2025 für die Gesamtsumme von 4,4 Milliarden Euro nach Ansicht vieler Experten ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt - gerade vor dem Hintergrund der nicht nur wirtschaftlich schwierigen Coronavirus-Pandemie. Doch Jan Lehmann, kaufmännischer Vorstand des FSV Mainz 05, hat gegenüber dem Portal Sponsors erläutert, dass gerade ein kleinerer Klub wie seiner die an sich verhältnismäßig geringen Verluste gegenüber den aktuellen TV-Verträgen "nicht so leicht wegstecken könne".

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Das Problem aus Lehmanns Sicht: Zwar bekommen die 36 Vereine der ersten und zweiten Liga ab 2021 pro Saison durchschnittlich 1,1 Milliarden Euro (bisher 1,16), doch die Ausschüttung erfolgt progressiv. Heißt: Im letzten Jahr des Kontraktes gibt es mehr Geld als im ersten, damit erhalten die Klubs in der ersten Saison mit dem neuen Vertrag auch weniger Geld als in der letzten mit der bisherigen Regelung. Konkret liegt die Differenz zwischen der Spielzeit 2020/2021 und 2021/2022 laut Lehmann bei 23 Prozent.

Lehmann: Verteilung der TV-Gelder überdenken

Noch nicht geklärt ist indes, nach welchem Schlüssel die TV-Einnahmen künftig unter den 36 Klubs aufgeteilt werden. Lehmann fordert eine bessere Balance zwischen den tabellarisch stärkeren und weniger stärkeren Mannschaften. "Die Gesamterlöse werden so verteilt, dass der Erste knapp viermal soviel bekommt wie der Letzte der Bundesliga“, erklärt das Mainzer Vorstandsmitglied, der früher selbst als Direktor für die DFL tätig war. Vor zehn Jahren habe der besagte Faktor dagegen noch bei 1 zu 2,3 gelegen. Was Vereine der Größenordnung Mainz daher forderten, so Lehmann, sei "kein radikaler Wandel, sondern die Rückkehr zu etwas, das eigentlich auch in der Vergangenheit bewährt war."

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Der Mainzer bezog sich zudem auf Studien, nach denen die finanzielle Kluft zwischen großen und kleineren Vereinen in den vergangenen Jahren gewachsen sei. "Das kann nicht das Interesse der DFL, auch nicht der großen Klubs sein", bekräftigte Lehmann. Dabei spiele auch eine Rolle, dass die Klubs, die national höhere Einnahmen durch ihre Teilnahme am internationalen Wettbewerb zusätzliche Gelder generieren. "Damit ist das Verhältnis nicht 4 zu 1, sondern eigentlich 10 zu 1", sagte das Vorstandsmitglied der Rheinhessen. Lehmann ergänzte, für Vereine wie Mainz stellten die Medieneinnahmen einen wesentlich höheren Anteil am Gesamtbudget dar als bei größeren Klubs.