22. Dezember 2020 / 19:27 Uhr

Schröder-Rücktritt, Heidel-Rückkehr und Lichte-Zukunft: So erklären die Mainz-Bosse das Personalbeben

Schröder-Rücktritt, Heidel-Rückkehr und Lichte-Zukunft: So erklären die Mainz-Bosse das Personalbeben

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Rouven Schröder, Christian Heidel und Jan-Moritz Lichte: Über die drei Personalien äußerten sich die Mainzer Bosse Detlev Höhne und Stefan Hofmann.
Rouven Schröder, Christian Heidel und Jan-Moritz Lichte: Über die drei Personalien äußerten sich die Mainzer Bosse Detlev Höhne und Stefan Hofmann. © imago images/DeFodi/Martin Hoffmann/Eibner
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Der Rücktritt von Rouven Schröder hinterlässt bei Mainz 05 eine Lücke, mit der wohl weder Vorstand noch Aufsichtsrat wirklich gerechnet hatten. Die Vertragsauflösung wirft auch die Planungen mit dem möglichen Rückkehrer Christian Heidel und Trainer Jan-Moritz Lichte über den Haufen. Über das Vorgehen äußerten sich die Bosse am Abend.

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Nach dem Rücktritt von Sportvorstand Rouven Schröder steht der 1. FSV Mainz 05 ohne Sportliche Leitung da - und das vor dem letzten Spiel des Jahres am Mittwochabend im DFB-Pokal gegen den VfL Bochum (20.45 Uhr/Sky). Schröder hatte am Dienstag überraschend seinen Rücktritt verkündet und damit auch die Vorstandskollegen und den Aufsichtsrat auf dem falschen Fuß erwischt, wie der Chef des Kontrollgremiums, Detlev Höhne, und Vorstandschef Stefan Hofmann auf einer Pressekonferenz erklärten. Der Abschied von Schröder verändert auch die personellen Planungen der Rheinhessen - besonders mit Blick auf eine mögliche Rückkehr von Christian Heidel und die Zukunft von Trainer Jan-Moritz Lichte.

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Der Chefcoach gilt schon länger als Wackelkandidat. Als der strauchelnde Bundesliga-Vorletzte die Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Bochum am Dienstag kurzfristig absagte, schien sein Aus beschlossen zu sein. Doch nicht Lichte ging, sondern Schröder. "Die Ereignisse haben uns ein bisschen überrollt", gestand Hofmann am Abend. Höhne bedankte sich indes für die vergangenen dreieinhalb Jahre bei Schröder: "Jeder, der ihn kennt, weiß, dass er 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche für den Verein gekämpft hat."

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Ob die avisierte Rückkehr von Ex-Sportvorstand Christian Heidel den Ex-Bremer zum Rücktritt bewogen hat, ließen die verbliebenen Mainzer Bosse offen. Allerdings äußerten sich sowohl Höhne als auch Hofmann ausführlich über die Planungen mit dem 57-Jährigen, der bereits von 1992 bis 2016 für den Klub tätig war und nun zurückkehren sollte - allerdings nicht in Konkurrenz zu, sondern als Ergänzung für Schröder. Heidel sollte einen Vorstandsposten übernehmen und sich vor allem um strategische Dinge kümmern.

"Ich habe ihn gefragt, ob er für einen gewissen Zeitraum für uns zur Verfügung steht", erklärte Höhne. "Stategie ist nicht im Aufgabenbereich von Rouven Schröder, sondern von Stefan Hofmann". Man habe sich entschieden, eine laut Satzung noch offene Vorstandsposition mit Heidel zu besetzen. Dieser hatte sich allerdings ausdrücklich für eine Zusammenarbeit mit Schröder ausgesprochen, weshalb er sich nach dessen Rückzug Bedenkzeit erbeten habe.


Mainz-Vorstand Hofmann: "Jan-Moritz Lichte ist Trainer unseres Vereins"

Wie geht es nun weiter? Nach dem Spiel gegen Bochum haben die Spieler eine kurze Weihnachtspause, am 28. Dezember geht der Trainingsbetrieb indes weiter - wohl mit Lichte als Trainer, der auch gegen Bochum auf der Bank sitzt. "Jan-Moritz Lichte ist Trainer unseres Vereins", betonte Hofmann, der Schröder kommissarisch vertritt. Allerdings sagte er auch: "Ich habe mit Jan-Moritz Lichte sehr offen kommuniziert: Es ist alles offen." Heißt: Schröders Nachfolger wird über die Personalie Lichte entscheiden.

Ob Heidel möglicherweise doch zur Verfügung steht und ob er trotz zunächst anderslautender Bekundungen (Hofmann: "Christian Heidel hat gesagt, er wird nicht mehr in vorderster Front tätig sein") sogar bereit wäre, als Sportvorstand zurückzukehren, sollen die Weihnachtstage klären. "Zum 28. Dezember, wenn wir das Training wieder aufnehmen, werden wir eine Lösung haben", sagte Hofmann, schränkte jedoch auch ein: "Wir werden nicht von heute auf morgen einen neuen Sportvorstand, Sportdirektor und Trainer vorstellen." Über die Festtage werde man "durchschnaufen, aber natürlich werden auch Gespräche geführt". Sollte Heidel wirklich zurückkehren, stellte der Vorstandsvorsitzende zudem eine Umstrukturierung im sportlichen Bereich in Aussicht.