24. September 2020 / 13:36 Uhr

Mainz-Bosse räumen Fehler ein: Situation nach Spieler-Streik "einzigartig" – Team trainiert wieder

Mainz-Bosse räumen Fehler ein: Situation nach Spieler-Streik "einzigartig" – Team trainiert wieder

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mainz 05 hat Adam Szalai freigestellt. Sportvorstand Rouven Schröder hat sich über die Trennung und den anschließenden Streik der Mannschaft geäußert.
Mainz 05 hat Adam Szalai freigestellt. Sportvorstand Rouven Schröder hat sich über die Trennung und den anschließenden Streik der Mannschaft geäußert. © imago images/Montage
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Nach dem Rauswurf von Adam Szalai und dem anschließenden Trainingsboykott bei Bundesligist 1. FSV Mainz 05 haben Sportchef Rouven Schröder und Trainer Achim Beierlorzer versucht, die Sache öffentlich aus der Welt zu schaffen. Dabei gestand sich das sportliche Führungs-Duo auch eigene Fehler ein. 

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Nach der Trennung von Stürmer Adam Szalai und dem anschließenden Trainings-Boykott der übrigen Spieler des 1. FSV Mainz 05 am Mittwoch haben Sportvorstand Rouven Schröder und Trainer Achim Beierlorzer auf einer Pressekonferenz versucht, die Wogen zu glätten. Die Lage sei "sehr, sehr unangenehm", betonte Schröder. "Mit einer Nacht Schlaf ist bewusst geworden, dass es eine Situation ist, die einzigartig ist." Beierlorzer erklärte, der Fußball müsse "wieder im Vordergrund stehen". Schröder und Teammanager Darius Salbert hatten mit dem Mannschaftsrat am Morgen gesprochen - das Ergebnis: am Donnerstag soll wieder trainiert werden.

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Der Klub hatte am Mittwochabend den Streik der eigenen Profis bestätigt. "Das Training der Profimannschaft am Mittwochnachmittag hat nicht wie geplant stattgefunden. Ursache waren emotionale Diskussionen innerhalb der Mannschaft um Adam Szalai, der am Nachmittag nicht mit der Profimannschaft trainieren sollte", teilte der Verein mit und bestätigte damit einen Bericht der Bild. Zuvor hatte der Klub Szalai einen Vereinswechsel nahegelegt und ihn vom Training freigestellt.

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Das Team soll anschließend geschlossen die Rücknahme des Rauswurfs von Szalai gefordert haben. Am Mittwochabend kam der Vorstand des Vereins zu einer Krisensitzung zusammen. Die Mainzer hatten für die Trennung von Szalai sportliche Gründe angegeben - und das am Donnerstag nochmals bekräftigt. "Wir wollten ein klares Verhältnis haben. Wir haben ihm gesagt: Schau dich bitte um, du wirst hier keine Einsatzzeiten mehr bekommen", sagte Schröder. Beierlorzer ("Ich nehme kein Zerwürfnis wahr") sagte, man wolle "jungen Spielern mehr Zeit und Raum geben". Das sei eine Entscheidung, die man dem 32-jährigen Szalai grundsätzlich bereits nach dem letzten Spiel der vergangenen Saison mitgeteilt habe. Die Entscheidung, ihn nun vom Training freizustellen, habe "auch damit zu tun, dass wir nicht in Konflikte kommen wollen".

Mainz-Boss Schröder will "interne Kommunikation verbessern"

Schröder räumte indes auch eigene Versäumnisse und Fehler ein. "Wir wussten, dass die Entscheidung eine unpopuläre ist. Wir haben den Kommunikationsfluss falsch eingeschätzt", sagte der Sportchef. "Wir haben es in einem persönlichen Gespräch aufgearbeitet, die Position des Vereins dargestellt. Das wurde ganz klar verstanden. Diese Geschehnisse sind aber nicht von jetzt auf gleich zu beheben." Die Inhalte des Gesprächs, das Schröder und Salbert mit dem Mannschaftsrat geführt hatten, sollen intern bleiben. Dies sei sowohl der Wunsch der Spieler als auch des Klubs.

Man müsse "Dinge in der internen Kommunikation verbessern", sagte Schröder klar. Der Ex-Werder-Sportdirektor bekräftigte auch, dass die Trennung von Szalai medial mit einer Diskussion um einen möglichen Gehaltsverzicht vermengt worden sei: "Es ist wichtig, dass die Thematik Szalai nichts mit dem Thema Gehalt zu tun hat. Das müssen wir klar entkoppeln."