16. September 2022 / 19:55 Uhr

Mainzer Seele mit Hertha-Herz: Das sagt Trainer Sandro Schwarz zu seiner emotionalen Rückkehr

Mainzer Seele mit Hertha-Herz: Das sagt Trainer Sandro Schwarz zu seiner emotionalen Rückkehr

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sandro Schwarz kehrt als Hertha-Trainer zurück nach Mainz.
Sandro Schwarz kehrt als Hertha-Trainer zurück nach Mainz. © Getty Images/IMAGO/Hartmut Bösener (Montage)
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Sandro Schwarz ist wie Jürgen Klopp und Thomas Tuchel ein Spross der Mainzer Trainerschule. Mit diesem Label kann der 43-Jährige gut umgehen. Doch jetzt steht eine emotionale Prüfung bevor. Erstmals wird er mit Hertha BSC als Gästecoach in seine Heimatstadt kommen.

Ein Riesending will Sandro Schwarz aus seiner Rückkehr nach mehr als 1000 Tagen gar nicht machen. In der Familie und unter Freunden gebe es schließlich auch "viele Frankfurter", sagt der gebürtige Mainzer und lacht. Aber natürlich kommt er nicht drumherum, über seine Gefühle nachzudenken. Wie es wohl sein wird, wenn er am Freitagabend (20.30 Uhr/DAZN) die Arena des 1. FSV Mainz 05 in seiner Heimatstadt betritt - als Trainer von Hertha BSC?

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"Das ist das erste Mal in der Tat, wo ich wieder zurückkehre und wir wissen ja, im Leben - man weiß es nie beim ersten Mal, wie es so ist", sagte der 43-Jährige. Mit 17 Jahren kam Schwarz zum 1. FSV Mainz 05, spielte neun Jahre für den Klub. Stieg in die Bundesliga auf, kehrte neun Jahre nach dem Karriereende als Jugendtrainer zurück, wurde Chefcoach.

Schwarz reihte sich in eine prominente Liste mit Namen wie Jürgen Klopp und Thomas Tuchel ein, als weiterer Erbe der von Wolfgang Frank gewissermaßen begründeten Mainzer Trainerschule. Er ist nicht so redebegabt wie Klopp und nicht so taktikvernarrt wie Tuchel, aber Schwarz ist seinen Weg gegangen, hat bei Dynamo Moskau viel gelernt, als Trainer und in den Kriegstagen besonders als Mensch.

Entlassung in Mainz 2019

2019 ging es in Mainz nicht weiter. Doch Schwarz ist ein Typ, den man auch nach schweren Zeiten problemlos mögen kann. Und in Mainz haben sie seine Leistungen für den Klub nicht vergessen. "Sandro ist ein Freund. Wir kennen uns seit über 25 Jahren und hatten auch während seiner Zeit in Moskau immer wieder Kontakt", sagte FSV-Sportvorstand Christian Heidel dem Kicker. Bierbecher werden schon nicht fliegen, meint Schwarz.

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Klingt das nach zu viel positiven Emotionen? Schwarz hat sich seinen Plan schon zurechtgelegt. "Es gilt jetzt mit Herz und Verstand hier bei Hertha BSC zu sein – so fühle ich mich auch jeden Tag hier in dieser Hertha-Familie und den Zusammenhalt, den ich hier spüre." Tatsächlich hat er als Chefcoach der Berliner in 88 Tagen ziemlich viel geschafft. Der zerrüttete Eindruck der Hertha ist passé. Die Fans jubeln wieder, der neue Präsident Kay Bernstein (42) gehört zur gleichen Generation und ist basisnah, geerdet wie der Trainer.

Schwarz spricht von "unseren Werten" und "unseren Inhalten", die er mit der Hertha weiter verinnerlichen und transportieren will. So scheint eine Abkehr von Tristesse und Abstiegskampf tatsächlich wieder als Option im in Fußball-Fragen schon lange leidenden Westteil der Hauptstadt. Fredi Bobic kann auch ein bisschen aufatmen. Schwarz ist der Trainer, nach dem er lange suchen musste. Und doch sagt der Hertha-Manager: "Ich will mehr Punkte haben, das ist das Entscheidende." Auf Mainzer Wiedersehens-Befindlichkeiten kann da keine Rücksicht genommen werden.

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