25. Oktober 2020 / 13:32 Uhr

"Hat wehgetan": Beierlorzer über Spielerstreik und Mainz-Aus – Szalai "nicht der einfachste Spieler"

"Hat wehgetan": Beierlorzer über Spielerstreik und Mainz-Aus – Szalai "nicht der einfachste Spieler"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bei Mainz 05 musste Trainer Achim Beierlorzer (r.) nach einem Negativlauf und einem Spielerstreik wegen der Freistellung von Adam Szalai (ganz links) gehen. Der ungarische Stürmer diskutiert hier mit Kapitän Danny Latza (3.v.l.) und Teilen des Mannschaftsrates.
Bei Mainz 05 musste Trainer Achim Beierlorzer (r.) nach einem Negativlauf und einem Spielerstreik wegen der Freistellung von Adam Szalai (ganz links) gehen. Der ungarische Stürmer diskutiert hier mit Kapitän Danny Latza (3.v.l.) und Teilen des Mannschaftsrates. © imago images/Montage
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Achim Beierlorzer hat sich zum ersten Mal seit der Trennung von Mainz 05 über den Streik der Profis vor dem Spiel gegen Stuttgart geäußert - der in letzter Konsequenz wohl im Aus des 52-Jährigen mündete.

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Nach turbulenten Wochen wartet der 1. FSV Mainz 05 auch unter Interimstrainer Jan-Moritz Lichte weiter auf den ersten Sieg - und steht als einziger noch punktloser Klub am Ende der Bundesliga-Tabelle. Am Samstag gab es eine bittere 2:3-Pleite gegen Borussia Mönchengladbach - am Sonntag meldete sich der Ende September entlassene Lichte-Vorgänger Achim Beierlorzer zu Wort. Der 52-Jährige äußerte sich bei Sky90 erstmals seit dem Aus und sprach unter anderem auch über den vorangegangenen Spielerstreik nach der Ausbootung von Stürmer Adam Szalai.

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Ein Rückblick in die letzte Septemberwoche: Nach dem Freistellungsgespräch mit Szalai am Montag, dem daraus resultierenden Streik am Mittwoch vor der Partie gegen den VfB Stuttgart und der anschließenden 1:4-Niederlage am 26. September hatte Beierlorzer die zwei Tage später erfolgte Trennung bereits kommen sehen: "Man hat nicht mehr zu mir gehalten." Er gestand, dass er als Trainer sowie die Sportliche Leitung um Vorstand Rouven Schröder am Ende keine Einheit mehr gewesen seien. Dabei sei gerade dies so wichtig: "Nur wenn alles zusammenpasst, kann man eine Mannschaft entwickeln, Talente fördern und am Ende erfolgreich sein", so Beierlorzer weiter. Der (Ex-)Coach und Schröder hatten Fehler in der Kommunikation eingeräumt.

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Der 52-Jährige verteidigte indes die Entscheidung, Szalai freizustellen, die in letzter Konsequenz wohl in der Trennung mündete. "Alle Trainer und Kaderplaner haben gesagt, dass wir nicht mehr mit Adam Szalai planen", sagte Beierlorzer. "Das haben wir ihm nach dem letzten Saisonspiel mitgeteilt. Man hätte es ihm vielleicht auch deutlicher sagen müssen." In sportlicher Hinsicht sei der Entschluss, dem Ungarn in der Vorbereitung auf das Spiel gegen Stuttgart nochmals zu einem Vereinswechsel zu raten, allerdings gerechtfertigt gewesen: "Wenn man sich die Leistungswerte anschaut, dann war das einfach zu wenig." Zudem sei Szalai "nicht der einfachste Spieler uns gegenüber" gewesen. Der Vorgang sei indes "eine ganz normale Geschichte" gewesen, "wie es sie in der Bundesliga gibt".

Beierlorzer über Streik: "Es gibt andere Möglichkeiten"

Die Mannschaft habe jedoch nicht verstanden, warum man den langjährigen Mainzer nicht mehr mittrainieren lasse. Beierlorzer ("Sie hat sich nicht richtig mitgenommen gefühlt") habe die Maßnahme schließlich erklärt und "Zeit gegeben, sich das nochmal intensiv zu überlegen". Das gabe nach einer Bedenkzeit auch der herbeizitierte Schröder versucht - vergebens. "Ich verstehe, dass die Mannschaft sich mannschaftlich geschlossen zeigt", betonte Beierlorzer. "Nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen, zu streiken. Sie hat ja auch nicht kommuniziert. Sie wollten ein Zeichen setzen, das war ihnen wichtig. Sie haben gesagt, es war die einzige Möglichkeit für sie gewesen. Das sehe ich anders. Es gibt andere Möglichkeiten als nicht zu trainieren."

Ihm sei "völlig klar" gewesen, was dieser Streik bedeute. Zwar trainierte das Team in den folgenden Tagen gut, nach der Niederlage gegen den VfB war es für Beierlorzer dann dennoch vorbei. Szalai dagegen ist inzwischen wieder ins Mannschaftstraining zurückgekehrt.