17. November 2020 / 10:55 Uhr

"Ich fühle mich prima": Ex-Recke Mait Patrail ist bei Rhein-Neckar Löwen angekommen

"Ich fühle mich prima": Ex-Recke Mait Patrail ist bei Rhein-Neckar Löwen angekommen

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der Este Mait Patrail spielt seit dieser Saison nicht mehr für die Recken, sondern die Löwen aus Mannheim.
Der Este Mait Patrail spielt seit dieser Saison nicht mehr für die Recken, sondern die Löwen aus Mannheim. © imago images/Thomas Frey
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Die Rhein-Neckar Löwen führen mit sieben Siegen die Tabelle der Handball-Bundesliga an. Stammkraft beim Primus ist Mait Patrail, der im Sommer von den Recken gekommen ist. "Ich fühle mich prima, man hat mich gut aufgenommen", sagt der Este, der aber auch den Kontakt nach Hannover hält.

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Am Tag nach dem siebten Saisonsieg, dem 26:18 gegen Lemgo, ging der Ex-Recke Mait Patrail ganz entspannt spazieren. Es läuft für ihn in Mannheim bei den Rhein-Neckar Löwen, mit seinem neuen Team ist der Hüne aus Estland Tabellenführer. „Ja, es ist ganz okay. Aber die ganz großen Gegner haben wir ja auch noch nicht gehabt, bisher nur Magdeburg. Und wir haben schon mehr Spiele als die anderen“, sagt Patrail gewohnt unaufgeregt. „Aber klar, ich freue mich, dass wir da oben stehen.“

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Mit dem gerade erst vier Monate alten Söhnchen Miiko ist Patrail unterwegs im Mannheimer Umland, Hund Emil ist auch dabei. Durch Corona hat Patrail etwas mehr Zeit für die Familie und genießt das sehr – wenngleich ihm öfters Schlaf fehlt und er früh morgens mittlerweile sogar Kaffee trinkt, was er früher nie brauchte, um in Schwung zu kommen.

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Der 32-Jährige war für das EM-Qualifikationsspiel seiner Esten gegen Deutschland nominiert, sagte aber wegen der Corona-Pandemie vorsichtshalber ab. „Ich kann meine Frau und mein Kind nicht allein lassen. Mir hätten 14 Tage Quarantäne gedroht, obwohl ich natürlich gern gegen Deutschland gespielt hätte“, sagt Patrail. Seine Frau habe ihm zehnmal gesagt, wie gefährlich das ist.

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Offenbar war es eine gute Entscheidung, daheim zu bleiben. „In unserem Nationalteam gibt es jetzt auch mehrere Corona-Fälle. Und die meisten Spieler sind keine Vollprofis, die haben nun ein Problem“, berichtet der Allrounder, den die Recken hatten ziehen lassen. „Das Länderspiel gegen Bosnien und Herzegowina zu machen, war ein großer Fehler. Aber hinterher ist das leicht zu sagen“, sagt Patrail, der am Dienstag mit den Rhein-Neckar Löwen in der European League bei GOG Svendborg antritt.

Der vielseitige Patrail, der bei der TSV Hannover-Burgdorf aktuell im Wortsinn hinten und vorne fehlt, ist in Mannheim längst ein wichtiger Teil des Teams. Nachdem er einen Muskelfaserriss in der Wade auskuriert hatte, sind seine Einsatzzeiten beständig gestiegen, vor allem in der Abwehr. „Ich fühle mich prima, man hat mich gut aufgenommen.“

Neun Jahre lebt der 2,01 Meter große Patrail nun bereits in Deutschland, fast acht spielte er für die Recken. Zu seinen Ex-Mitspielern hat er noch guten Kontakt, zu den Torhütern besonders, Nejc Cehte und Hannes Feise sowie Filip Kuzmanovic.

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Nach der 26:31-Pleite der TSV beim TVB Stuttgart seien die Recken jedoch ungewohnt wortkarg gewesen. „Das ist aber kein Wunder nach so einem Spiel. Da sitzt du dann ewig lange im Bus und willst nicht noch lange über Handball reden“, sagt Patrail. Er hat die Begegnung selbst im Fernsehen verfolgt und fand lobende Worte für den TVB: „Sie wussten in der Abwehr immer, was kommt. Das haben sie sehr gut verteidigt. Und Hannover konnte sich im Eins-gegen-Eins nicht durchsetzen.“

Mait Patrail wird seine alte Heimat weiter beobachten, wenngleich er nicht alle Spiele der Recken sehen kann. Die Familie geht vor. Besonders im Blick hat er die Gefahren durch Corona: „Es ist eine große Krise. Aber wir müssen das schaffen, irgendwie, alle zusammen.“