19. Juli 2020 / 16:22 Uhr

Malli und Co.: Die Perspektiven für Wolfsburgs Wechsel-Kandidaten

Malli und Co.: Die Perspektiven für Wolfsburgs Wechsel-Kandidaten

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Jeffrey Bruma, Marcel Tisserand und Yunus Malli
Jeffrey Bruma, Marcel Tisserand und Yunus Malli © Roland Hermstein / Boris Baschin
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Beim Trainingsstart am kommenden Wochenende erwartet der VfL Wolfsburg alle Spieler des aktuellen Kaders auf dem Platz. Aber einige können noch gehen - ob der Markt in der Corona-Krise Wechsel-Perspektiven für diese Spieler bietet, ist unklar.

Nach und nach steigen in dieser Woche die Klubs der Fußball-Bundesliga wieder in das Training ein, der VfL Wolfsburg ist am Wochenende dran. Vorher (am Mittwoch und am Freitag) gibt es die obligatorischen Corona-Tests. Manager Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer gehen davon aus, dass dann alle unter Vertrag stehenden Profis dabei sind - denn bis es zu möglichen Abgängen kommt, kann es noch eine Weile dauern. Klar ist: Es gibt eine Reihe von Spielern, die der VfL gern abgeben oder zumindest leichten Herzens ziehen lassen würde. Doch ob der Markt in der Corona-Krise Wechsel-Perspektiven für diese Spieler bietet, ist unklar.

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Yunus Malli nach Istanbul?

Der VfL wird, das hatte Schäfer bereits in der vergangenen Woche betont, bestehende Verträge akzeptieren und mit allen Spielern zusammenarbeiten. Auch mit Verteidiger Jeffrey Bruma und Offensiv-Mann Yunus Malli, die zuletzt verliehen waren und die kaum eine sportliche Perspektive haben. Beide haben noch ein Jahr Vertrag - und kamen zu einer Zeit zum VfL, zu der in Wolfsburg üppigere Gehälter gezahlt wurden als es aktuell der Fall ist. Entsprechend schwer sind Abnehmer zu finden. Malli wurde in der Vergangenheit immer wieder mit Klubs aus der Türkei in Verbindung gebracht, aktuell soll sich (mal wieder) Fenerbahce für den 28-Jährigen interessieren. Doch eine Anfrage für den Ex-Mainzer (kam 2017 für 12 Millionen Euro nach Wolfsburg) liegt dem VfL nach SPORTBUZZER-Informationen nicht vor. Der Klub aus Istanbul hat Bedarf - weil Ex-VfLer Max Kruse den Verein verlässt.

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Gerüchte um Talent aus Mechelen

Malli ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Verbreitung von Transfergerüchten langsam wieder Fahrt aufnimmt. Berater bieten Spieler an und lassen hier und da Infos durchsickern, um ihre Schützlinge für den Markt interessant zu halten. Einiges wird öffentlich, anderes - etwa, dass mehrere niederländische Klubs sich in Wolfsburg nach Bruma erkundigen wollten - bleibt ein Tuschelthema. "Das übliche Spiel", sagt Schmadtke dazu gern. Darunter fällt auch das angebliche VfL-Interesse an Rechtsverteidiger Issa Kabore vom belgischen Erstligisten KV Mechelen. Der 19-Jährige aus Burkina Faso (zwei Länderspiele) stand nach Medienberichten aus seiner Heimat allerdings letzte Woche auch schon kurz vor einem Wechsel zu Manchester City. Und: Bedarf auf dieser Position hätte der VfL nur, wenn William nach seinem Kreuzbandriss länger ausfällt als gedacht.

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Maximilian Arnold Zur Galerie
Maximilian Arnold ©

Was die Sache zudem unübersichtlicher macht: Die Öffnungszeiten der Transferfenster in den verschiedenen Ländern unterscheiden sich in diesem Jahr Corona-bedingt noch stärker als sonst. In Deutschland können bereits Spieler verpflichtet werden (bis zum 5. Oktober), in England öffnet das Fenster erst am 27. Juli, schließt aber ebenfalls am 5. Oktober. Und gerade England bleibt für den europäischen Markt ein großer Faktor, trotz Corona-Krise haben die Klubs dort immer noch größere wirtschaftliche Möglichkeiten als anderswo. Nicht auszuschließen ist darum beispielsweise, dass ein Premier-League-Klub doch noch mit einem Angebot für VfL-Stürmer Wout Weghorst um die Ecke kommt, das der VfL zumindest diskutieren müsste - bisher aber hat sich trotz des kolportierten Interesses aus London (Arsenal) und Newcastle noch niemand gemeldet.

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VfL-Bedarf in der Innenverteidigung

Als einziger VfL-Profi hat bisher Marcel Tisserand einen möglichen Abschied angedeutet - sollte sich ein Abnehmer für den Innenverteidiger finden, ist der VfL gesprächsbereit. Generell könnte die Innenverteidigung für Wolfsburg die größte Transferbaustelle werden. Robin Knoches Vertrag wurde nicht verlängert, Bruma und Tisserand sind Kandidaten für einen Abschied - und dann blieben nur Marin Pongracic und John Anthony Brooks. US-Nationalspieler Brooks (der mit 17 Millionen Euro Ablöse der aktuell teuerste Einkauf im VfL-Kader ist) wurde immer mal wieder mit englischen Klubs in Verbindung gebracht. Dass er zu den Spitzenverdienern im Wolfsburger Kader gehört, macht einen möglichen Abschied für den VfL interessant - aber eben auch schwierig.

Der Wettbewerb auf eurem Trainingsplatz: Macht mit bei der #GABFAF-Challenge!

Im Gegenzug wurde und wird immer mal wieder Innenverteidiger Malang Sarr mit beim VfL (und bei vielen anderen Klubs in ganz Europa) gehandelt. Sarrs Vertrag bei OGC Nizza lief aus, er ist ablösefrei zu haben - aber offenbar passen die Gehaltsvorstellungen des 21-Jährigen (noch) nicht so recht zu den Maßstäben der Bundesliga. Schalke hat bereits abgewunken, auch das Interesse von Eintracht Frankfurt soll abgekühlt sein. Aber: Das Transferkarussell ist gerade erst dabei, Fahrt aufzunehmen. "Vielleicht", so hatte Schmadtke schon Anfang Juni gemutmaßt, "wird vieles auf August verschoben, wenn alle ihren Kassensturz gemacht haben.“ Lediglich bei Linton Maina ist der VfL ein Stück weiter: Mit dem Offensivdribbler aus Hannover ist sich der VfL einig, beim Ablösepoker spielen beide Verein auf Zeit - eine Einigung bei rund 4 Millionen Euro ist wahrscheinlich, aber noch nicht sicher.