05. Februar 2020 / 17:46 Uhr

Manager Fliegauf pokert: Sieben Ausländer bei Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg auf der Kippe

Manager Fliegauf pokert: Sieben Ausländer bei Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg auf der Kippe

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wolfsburg, SPORT, bb Eishockey, Grizzlys Wolfsburg - Bremerhaven
Wer wird bleiben, wer soll bleiben? Die Verträge von sieben Importspielern bei den Grizzlys Wolfsburg laufen aus - v. l. im Uhrzeigersinn Brent Aubin, Nick Jones, Jeff Likens, Spencer Machacek, Chris Casto, Lucas Lessio sowie in der Mitte Alexander Johansson. © City-Press / Grizzlys Wolfsburg, dpa, Gero Gerewitz, Mathias M. Lehmann,
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Nur zwei Import-Spieler sind bei Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg für die kommende Saison gebunden. Eigentlich wollte Manager Charly Fliegauf beim Tabellenachten der DEL in der gerade laufenden Pause ein paar Nägel mit Köpfen machen. Das hat er vertagt. Und dafür hat er Gründe.

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Die Gründe sind wahrscheinlich sogar eher positiver Natur. Denn momentan könnte er bei allen Spielern, die eine Import-Lizenz haben, zumindest an eine Verlängerung denken. Das war im Verlauf der Saison nicht immer so. Dennoch will Fliegauf jetzt die Spannung hochhalten. Es stehen noch neun Hauptrunden-Partien aus, die Grizzlys haben Fahrt aufgenommen. Alle, besonders die Spieler ohne Vertrag, können sich noch beweisen. Und sollen das auch.

"Das sind wichtige Entscheidungen", so der Manager. Er sieht das entspannt und glaubt, dass Wolfsburgs Imports nicht gerade von anderen Klubs bedrängt werden. In der Tat sind sie allesamt solide. Mit Ausnahme von Mathis Olimb und Toto Rech vielleicht – die sind bärenstark. Mit Toptorjäger Rech hat Wolfsburg schon um zwei Jahre verlängert, Olimb hatte gleich einen Zwei-Jahres-Vertrag bekommen.

Allstars der Grizzlys Wolfsburg

Tyler Haskins: Er spielte 2010 mit einem Probevertrag vor, Coach Pavel Gross griff schnell zu. Swifty, was so viel wie flink bedeutet, wurde der Mittelstürmer genannt. Mannschaftsdienlich und immer mit hoher Intensität und Laufbereitschaft unterwegs, wurde er zu einem Gesicht der Grizzlys. Und aufgrund seines gesamten vorbildlichen Auftretens auch zum Kapitän, bis ihn die Folgen einer Gehirnerschütterung 2018 mit erst 31 Jahren zur Aufgabe zwangen - nach 405 Spielen (83 Tore und 242 Vorlagen). Er steht dem Klub nun als Scout zur Verfügung. Zur Galerie
Tyler Haskins: Er spielte 2010 mit einem Probevertrag vor, Coach Pavel Gross griff schnell zu. Swifty, was so viel wie flink bedeutet, wurde der Mittelstürmer genannt. Mannschaftsdienlich und immer mit hoher Intensität und Laufbereitschaft unterwegs, wurde er zu einem Gesicht der Grizzlys. Und aufgrund seines gesamten vorbildlichen Auftretens auch zum Kapitän, bis ihn die Folgen einer Gehirnerschütterung 2018 mit erst 31 Jahren zur Aufgabe zwangen - nach 405 Spielen (83 Tore und 242 Vorlagen). Er steht dem Klub nun als Scout zur Verfügung. ©
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Auch vergangene Saison hatten die Grizzlys übrigens – nach schwacher Saison und Verpassen der Play-Offs – gezögert. Letztlich wurde von den auslaufenden Ausländer-Verträgen nur der mit Spencer Machacek verlängert. Das bedeutet aber auch, dass man insgesamt fünf neue Import-Feldspieler holen musste. Ein erneuter Großtausch würde der Homogenität nicht gut tun, zumal sowohl in der Vorsaison als auch in dieser Spielzeit (wenn auch lange nicht so massiv) Fluktuation drin war. Diesmal ging Mike Sislo früh, Chris Casto kam für die Abwehr dazu und später Lucas Lessio als Sislo-Ersatz.

Zwei Entscheidungen könnten besonders schwierig werden, wenn sich die Grizzlys von diesen Spielern trennen wollen: Jeff Likens hat, seit er 2013 kam, fast kein Spiel für Wolfsburg verpasst. Brent Aubin, Vollblut-Torjäger mit Hammerschuss, hält den Grizzlys-Saison-Torrekord (33 in der Saison 2016/17) und schoss mit Abstand die zweitmeisten Tore (hinter Sebastian Furchner) aller je in der DEL für die Grizzlys tätigen Akteure. Beide allerdings sind über ihren Zenit hinaus. Fliegauf weiß: "Wir müssen uns immer fragen, ist das der Spieler, der uns auf der Position hilft." Die Imports sollten Leistungsträger sein.

Die auslaufenden-Import-Lizenzen (Bilanz 19/20):

Brent Aubin (36 Spiele, 11 Tore, 15 Vorlagen, Plus-Minus-Bilanz -5).

Spencer Machacek (43, 11, 13, -8)

Alexander Johansson (35, 6, 8, -11)

Lucas Lessio (12, 6, 5, +2)

Chris Casto (34, 1, 11, +1)

Nick Jones (43, 4, 4, -2),

Jeff Likens (41, 1, 7, -6)

Die Plus-Minus-Bilanz ist mit ein wenig Vorsicht zu genießen. Die Grizzlys haben oft versucht, ohne Torwart noch Treffer zu erzwingen, haben sich dabei manchmal sogar zwei Gegentore gefangen. In diesen Situationen sind stets die gleichen Spieler auf dem Eis. Das Risiko, sich ohne Torwart Gegentore (und damit einen Minuspunkt in der Plus-Minus-Bilanz) zu fangen, ist größer als die Chance zu treffen. Aber: Viele Akteure sind knapp im Plus, Rech und Olimb (je +7) ragen positiv heraus.

Es ist nicht immer leicht, Entscheidungen zu treffen - wie würdet ihr es machen? Welche Import-Spieler sollten bleiben?

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Mitte Januar hatten wir gefragt, ob die Grizzlys die Play-Offs noch erreichen. 21 Prozent meinten, das wird nichts, 27,5 Prozent trauten ihnen zu, dass es sogar noch Platz sieben oder acht wird, 51,5 Prozent glaubten, dass es reicht, aber dass es knapp wird. Inzwischen haben die Grizzlys ein wenig aufgedreht. Wie sieht jetzt das Meinungsbild aus?

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