10. April 2022 / 16:19 Uhr

Torwart bis Trainer: Wo ManCity im Premier-League-Gipfel die Nase vorn hat – und wo Liverpool besser ist

Torwart bis Trainer: Wo ManCity im Premier-League-Gipfel die Nase vorn hat – und wo Liverpool besser ist

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Manchester City trifft an diesem Sonntag im Top-Spiel der Premier League auf den FC Liverpool – ein Vergleich.
Manchester City trifft an diesem Sonntag im Top-Spiel der Premier League auf den FC Liverpool – ein Vergleich. © Getty Images (Montage)
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Aktuell führt Manchester City die Tabelle der Premier League mit einem Punkt Vorsprung auf den FC Liverpool an. Am Sonntag (17.30 Uhr) treffen die beiden Spitzenklubs im direkten Duell aufeinander. Auf welchen Positionen sind die "Skyblues" besser aufgestellt? Und wo die "Reds"? Der SPORTBUZZER macht den Check.

Einen Punkt, einen einzigen Punkt nur, hat Tabellenführer und Titelverteidiger Manchester City in der Premier-League-Tabelle Vorsprung auf den Zweiten FC Liverpool. Auch wenn die Trainer Pep Guardiola und Jürgen Klopp das so nicht zugeben, dürfte das direkte Duell an diesem Sonntag (17.30 Uhr, Sky) die Meisterschaft entscheiden.

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Es ist kaum möglich, den Ausgang des Topspiels – und damit des Titelrennens – vorherzusagen. Dafür sind die Unterschiede zwischen den beiden dominierenden Teams der vergangenen Jahre im englischen Fußball zu gering. Der SPORTBUZZER wagt trotzdem eine Einschätzung: Wo ist Manchester City besser aufgestellt? Und wo Liverpool?

Tor

Beide Teams vertrauen auf Torhüter aus Brasilien, nämlich auf Ederson und Alisson. Sie sind nicht nur in ihrer Kerndisziplin stark, dem Abwehren von Bällen, sondern zeichnen sich auch durch enorme spielerische Sicherheit aus. Ederson wird bei Manchester City immer wieder als möglicher Elfmeterschütze genannt, Alisson erzielte in der vergangenen Saison sogar ein Tor für Liverpool. Fazit: Alisson ist auf der Linie minimal besser als Ederson. Vorteil Liverpool.

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Abwehr

Bei Liverpool ist Virgil van Dijk nach seiner langen Verletzungspause in dieser Saison wieder der gewohnte Fels in der Innenverteidigung. Außerdem ist Joel Matip zu einer echten Stütze geworden, weil er endlich mal verletzungsfrei ist. Liverpools Außenverteidiger Trent Alexander-Arnold und Andrew Robertson sind verkappte Spielmacher und führen die Vorlagen-Tabelle der Premier League an. Manchester City muss wohl auf Abwehrchef Rúben Dias verzichten. Interessant ist Außenverteidiger João Cancelo, der bei Ballbesitz – also fast immer – ins zentrale Mittelfeld aufrückt. Fazit: Vorteil Liverpool, wegen Van Dijk und der starken Vorbereiter.

Mittelfeld

City-Trainer Guardiola würde bekanntlich am liebsten elf Mittelfeldspieler aufstellen. Seine Auswahl in diesem Mannschaftsteil ist riesig. Rodri und Kevin De Bruyne sind gesetzt. Um den dritten Platz streiten sich wohl der erfahrene Ilkay Gündogan und der in überragender Form befindliche Bernardo Silva. Liverpools Mittelfeld ist auf Solidität ausgelegt mit Fabinho und Kapitän Jordan Henderson. Spielerische Glanzpunkte können Thiago Alcántara und Curtis Jones setzen. Allerdings fehlt ihnen Konstanz (Thiago) und Erfahrung (Jones). Fazit: Vorteil Manchester City – wegen Masse und Klasse.

Sturm

Mohamed Salah ist bester Torschütze der Premier League, trotz zunehmenden Alters – er wird im Juni 30 – und der Unruhe um seinen Vertrag, der im kommenden Jahr ausläuft. Auch auf Sadio Mané ist nach wie vor Verlass. Diogo Jota hat sich als weiterer Torjäger etabliert und Roberto Firmino verdrängt. Januar-Zugang Luis Díaz gibt Klopp mehr Möglichkeiten zur Variation. Manchester City spielt seit dem Weggang von Sergio Agüero und nach dem gescheiterten Werben um Harry Kane ohne echten Mittelstürmer. In Guardiolas System verschwimmen die Grenzen der einzelnen Positionen. Phil Foden, Bernardo Silva und manchmal sogar De Bruyne und Gündogan besetzen das Sturmzentrum. Auf den Außen ist die Auswahl groß mit Raheem Sterling, Riyad Mahrez und 100-Millionen-Pfund-Mann Jack Grealish. Fazit: Liverpool hat echte Torjäger, Manchester City nicht. Vorteil Liverpool.

Trainer

Klopp und Guardiola befinden sich auf der Höhe ihres Schaffens und haben Mannschaften geformt, die ihren Idealvorstellungen entsprechen. Klopp ist mit Liverpool schon Champions-League-Sieger (2019) und Meister (2020) geworden und steht weniger unter Druck als sein Gegenüber. Guardiola hat City zu drei Titeln in der Premier League geführt und die Mannschaft zum vielleicht besten Team im Klubfußball gemacht – doch um diesen Ruf zu rechtfertigen, muss Manchester City endlich die Champions League gewinnen. Die Trainer könnten einen Deal schließen, mit dem beiden zufrieden wären: Guardiola lässt Klopp die Meisterschaft gewinnen, im Gegenzug erhält Guardiola in der Königsklasse den Vortritt. Natürlich wird es einen solchen Deal nicht geben. Fazit: Gleichstand. Klopp und Guardiola sind auf einer Stufe.