14. Februar 2020 / 23:04 Uhr

Kommentar zur Champions-League-Sperre von ManCity: Dieses Urteil kann dem Fußball nur gut tun

Kommentar zur Champions-League-Sperre von ManCity: Dieses Urteil kann dem Fußball nur gut tun

Sebastian Harfst
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Manchester City wurde von der UEFA für zwei Jahre aus der Champions League ausgeschlossen.
Manchester City wurde von der UEFA für zwei Jahre aus der Champions League ausgeschlossen. © imago images/Grubisic
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Für zwei Jahre hat die UEFA den englischen Meister Manchester City aus der Champions League geworfen - weil der Klub von Ex-Bayern-Trainer Pep Guardiola gegen das Financial Fairplay verstoßen hat. Eine Entscheidung, die Signalwirkung haben könnte - meint SPORTBUZZER-Redakteur Sebastian Harfst.

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Die Zeit, in der finanzstarke Fußballklubs von Verbandsseite mit Samthandschuhen angefasst wurden, scheint mit diesem Urteil fürs erste vorbei zu sein: Die UEFA sperrt Englands Meister Manchester City wegen jahrelanger Verstöße gegen das Financial Fairplay mal eben für zwei Spielzeiten aus der Champions League auseine Entscheidung, die Signalwirkung haben könnte.

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Denn das Urteil packt den europäischen Fußball-Geldadel genau dort, wo es ihm am meisten weh tut. Hintergrund des teuren Engagements der Scheichs aus den Vereinigten Arabischen Emiraten – oder den Geldgebern Paris Saint-Germains aus Katar – ist ja unter anderem die Gier nach Erfolgen, die Lust darauf, sich persönliche Reputation durch große Titel im Fußball zu erkaufen.

Manchester City hat diesem Traum bis hierhin Milliarden geopfert. Im Team der Citizens stehen durch die Bank hochveranlagte Kicker aus aller Welt. Ja, Man City hat für diesen Traum in Pep Guardiola sogar den vielleicht besten Trainer der Welt verpflichtet. Und trotzdem hat sich der Klub trotz aller Erfolge in der Premier League seinen größten Traum bis heute nicht erfüllen können: den vom Gewinn der Champions League. Das nervt vor allem diejenigen, die es gewöhnt sind, mit Geld ihre Ziele zu erreichen.

Sané, De Bruyne, Sterling - fällt das Star-Ensemble jetzt auseinander?

Umso mehr wird es sie nerven, wenn ihnen nun sogar die Chance auf den größten Titel Europas genommen wird. Nicht nur, dass die Reputation des Klubs leidet. Das Team droht zudem auseinanderzufallen. Welchen Topstar aus der Kategorie des vom FC Bayern München umworbenen Leroy Sané, Kevin De Bruyne oder Raheem Sterling hält es schon bei einem Klub, dessen Gegner zwei lange Jahre lang ausschließlich auf nationaler Ebene zu finden sind, die Brighton & Hove Albion oder AFC Bournemouth heißen, während sich die eigentliche Party zwischen den übrigen Großkopferten aus Madrid, München und Barcelona in der Königsklasse abspielt?

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Fußballer sind selbst Unternehmer, die ihren Marktwert über Erfolge auf internationalem Parkett definieren. Der Markt Manchester City dürfte zukünftig an Wert verlieren. Andere Teams kämen unter Druck, müssten ihre Finanzpraktiken überdenken, um nicht das gleiche Schicksal zu erleiden, immer vorausgesetzt, das Urteil bleibt auch vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS bestehen. Der in Sachen Geld völlig überdrehten Fußballbranche kann dies nur guttun.