17. April 2021 / 15:50 Uhr

Premier League Inside: Guardiola-Musterschüler Phil Foden brilliert bei Manchester City

Premier League Inside: Guardiola-Musterschüler Phil Foden brilliert bei Manchester City

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ist endlich wichtig für Pep Guardiola (r.): City-Spieler Phil Foden.
Ist endlich wichtig für Pep Guardiola (r.): City-Spieler Phil Foden. © Frederic Scheidemann/Getty Images (Montage)
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Dortmund-Schreck Phil Foden hat sich im Starensemble von Manchester City etabliert und ist Englands EM-Hoffnung. Seine Geduld hat sich ausgezahlt, schreibt SPORTBUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister.

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Lange war Phil Foden ein Versprechen. Manchester Citys Trainer Pep Guardiola pries ihn als das größte Talent, mit dem er je zusammengearbeitet hat, und stellte ihm in Aussicht, dass er bald seine Chance bekommen würde, ganz sicher. Mehrere Jahre ging das so, seit Fodens Profidebüt im November 2017. Immer war er der Mann für die Zukunft.

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Je länger Foden vertröstet wurde, desto größer wurden die Zweifel der Öffentlichkeit. Viele Beobachter – auch der Autor dieser Kolumne – plädierten dafür, dass der Offensivmann eine Ausleihe zu einem anderen Klub in England oder einen Wechsel ins Ausland anstreben sollte, um regelmäßig zu spielen, ganz nach dem Beispiel von Jadon Sancho, Fodens Kumpel aus der City-Akademie, oder Jude Bellingham. Beide kamen bei Borussia Dortmund unter.

Gerade traf Manchester City im Viertelfinale der Champions League auf den BVB (ohne den verletzten Sancho, dafür mit Bellingham), und der entscheidende Mann war – Foden. In Hin- und Rückspiel erzielte er jeweils den 2:1-Endstand und hat damit großen Anteil daran, dass Manchester City zum ersten Mal unter Guardiola im Halbfinale der Königsklasse steht.

Foden kann auch für England wichtig werden

Der 20-Jährige ist mit seinen Toren gegen Dortmund endgültig auf der ganz großen Bühne angekommen, nachdem er sich in der Premier League schon im Laufe der Saison unverzichtbar gemacht hat für den Tabellenführer und kommenden Meister. Foden hat sich bei Guardiola durchgesetzt, brilliert in großen Spielen wie dem 4:1 im Februar beim FC Liverpool, als er mit einem Treffer und einer Vorlage überragte, und dürfte auch im Halbfinale des FA-Cups am Samstag gegen Thomas Tuchels FC Chelsea seine wichtige Rolle spielen. Foden beweist gerade, dass es richtig war, bei Manchester City auf seine Chance zu warten – bei dem Verein, dessen Fan er schon seit seiner Kindheit ist.

Sein Durchbruch kommt auch für Englands Nationalmannschaft zur rechten Zeit, die immer auf der Suche nach dem nächsten Heilsbringer ist. Foden ist die große Hoffnung für die EM im Sommer, die eine Heim-EM werden soll aus englischer Sicht – die Halbfinals und das Endspiel sind im Wembley-Stadion geplant. Wobei Trainer Gareth Southgate nicht in den Foden-Hype einstimmen mag – was nur verständlich ist. Er hat ein Überangebot an Offensivspielern und will sich nicht von der Öffentlichkeit treiben lassen bei der Zusammenstellung seines Teams. Für Foden dürfte das kein Problem sein. Er kennt sich damit aus, auf seine Chance warten zu müssen – und sie zu nutzen, wenn sie da ist.