21. Dezember 2021 / 08:36 Uhr

Mangelnde Konstanz und Stabilität: Dynamo Dresden mit wechselhafter Hinrunde

Mangelnde Konstanz und Stabilität: Dynamo Dresden mit wechselhafter Hinrunde

Caroline Grossmann und Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Trainer Alexander Schmidt (M.) sah in Ingolstadt gleich mehrere Standard-Gegentore – und weiß, woran er im Winter arbeiten muss.
Trainer Alexander Schmidt (M.) sah in Ingolstadt gleich mehrere Standard-Gegentore – und weiß, woran er im Winter arbeiten muss. © Steffen Manig
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Dynamo Dresden zeigte bei Standards und in der Offensive Schwächen, an denen sie schon seit Monaten arbeiten. Die Schwarz-Gelben suchen weiter ihre Stabilität und auch Trainer Alexander Schmidt weiß, dass es noch viel zu tun gibt.

Dresden. Im Herausspielen von Torchancen extrem schwer getan, bei Standards in der Abwehr anfällig. Was sich wie ein roter Faden durch weite Teile der Hinrunde zog, hat sich auch bei Dynamo Dresdens 0:3-Niederlage zum Rückrundenauftakt beim Zweitliga-Schlusslicht FC Ingolstadt bestätigt. Ein Freistoß, eine Ecke und ein zweiter Ball nach einem langen Einwurf – jedes Mal standen die Schwarz-Gelben mit Überzahl im eigenen Strafraum und sahen am Ende zu, wie das Spielgerät im eigenen Tor landete.

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"Wir haben viel Arbeit vor uns"

„Kann passieren“, meinte Trainer Alexander Schmidt nachher, darf aber eigentlich nicht. Denn seit Monaten arbeitet er mit seinen Schützlingen an dieser längst bekannten Schwäche. Mit Michael Sollbauer und Kevin Ehlers standen zwei kopfball- und zweikampfstarke Spieler im Abwehrzentrum. Dennoch bekamen die Dresdner die spielentscheidenden hohen Bälle nicht geklärt, beim zweiten unterlief Ehlers ein unglückliches Eigentor.

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„,Ehle’ hat gegen Düsseldorf super gespielt, dann war er coronabedingt lange weg. Jetzt hat er eine gute Trainingswoche gehabt und signalisiert, dass er fit ist und spielen will. Ich glaube, dass bei ihm noch ein paar Prozente fehlen, aber da bist du als Trainer immer hinterher schlauer“, erklärt Dynamos 53-jähriger Chefcoach, ohne seinem Defensiv-Youngster die Schuld am zwischenzeitlichen 0:2 zu geben.


„Ich will nicht als Entschuldigung gelten lassen, dass wir zwei Tore in der Anfangsphase bekommen haben“, machte Schmidt nach der verdienten Auswärtsniederlage klar und brachte es auf den Punkt: „Eine schlechte Leistung. Wir haben viel Arbeit vor uns. Mit dem Spiel können wir überhaupt nicht einverstanden sein. So können wir nicht spielen.“ Dynamo hatte sich einmal mehr auf fremdem Platz als zahnloser Tiger erwiesen – und hinterließ einen schlechten letzten Eindruck im alten Fußballjahr. „Das nervt mich als Trainer total“, ärgerte sich der gebürtige Augsburger: „Aber wir sind schon aus anderen Situationen rausgekommen.“

"Stark angefangen, stark nachgelassen"

Damit spielte er auf die lange Negativserie in der Mitte der Hinrunde an, die dazu führte, dass sein Trainerstuhl bedenklich wackelte. Weil Dynamo davor und danach aber für einen Aufsteiger ordentlich punktete, stehen nun 22 Zähler auf der Habenseite. „Unterm Strich, sachlich betrachtet, sind wir im Soll. Es ist tabellarisch in Ordnung, könnte aber besser sein“, so Schmidt.

Unterm Strich bleibt nach der wechselhaften Hinrunde zudem der Eindruck mangelnder Konstanz und Stabilität – auch wegen großer Abhängigkeit von den Leistungsträgern. Tim Knippings langfristiger Ausfall war für die SGD lange nicht zu kompensieren. Und hat der Gegner Dynamos offensive Lebensversicherung namens Christoph Daferner im Griff, sieht es mit Torgefahr mau aus. Das lässt sich am ehesten mit Neuzugängen in der Winterpause beheben. Nach dem glücklichen Derbysieg in Aue ist die Sportgemeinschaft jedenfalls wieder auf dem Boden der Realität gelandet.

„Stark angefangen, stark nachgelassen, stark zurückgekommen und nun ein absoluter Dämpfer“, zog auch Morris Schröter eine durchwachsene Zwischenbilanz. „Man kann viele gute Sachen herausziehen, aber es gibt genauso schwerwiegende Punkte, an denen wir jetzt in den zwei, drei Wochen noch arbeiten müssen.“ Worauf es ab dem Trainingsstart am 2. Januar ankommt, weiß Dynamos Mittelfeldmann genau: „Dass man die Fehler abstellt und einfach viel stabiler rüberkommt.“