27. Juli 2020 / 23:50 Uhr

Männer-Comeback in Klein-Mutz: Philipp Woiton hat die "alten Jungs" zusammengetrommelt

Männer-Comeback in Klein-Mutz: Philipp Woiton hat die "alten Jungs" zusammengetrommelt

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Philipp Woiton (r.) hat das Zepter in Klein-Mutz in die Hand genommen, im Notfall hilft er auch in der Zehdenicker Brandenburgliga-Elf noch aus.
Philipp Woiton (r.) hat das Zepter in Klein-Mutz in die Hand genommen, im Notfall hilft er auch in der Zehdenicker Brandenburgliga-Elf noch aus. © Christoph Brandhorst
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2. Kreisklasse Nord Oberhavel/Barnim: Die neue Spielgemeinschaft Klein-Mutz/Zehdenick II hat sich im ersten Jahr gleich hohe Ziele gesteckt. Der Auftakt war schon mal viel versprechend.

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Als Sportlichen Leiter der neuen Spielgemeinschaft Klein-Mutz/Zehdenick II hatte Ronny Erdmann, der Manager beim SV Zehdenick, seinen langjährigen Weggefährten Philipp Woiton bezeichnet. Doch diese Bezeichnung hört der 28-Jährige nicht so gerne. "Ich bin eher Spieler, habe die Mannschaft zusammengeholt, die alten Jungs", sagte Woiton am Montagabend nach dem ersten Testspiel gegen die Zehdenicker A-Junioren zufrieden. Nach der Abmeldung der Männermannschaft vor der Saison 2019/20 hatte es beim SC Klein-Mutz ein Jahr lang keinen Männerfußball gegeben. Dank einer Bierlaunen-Idee beim Kick der Klein-Mutzer Frauen gibt es nun ein Comeback.

Statt wie jetzt in der 2. Kreisklasse Nord könnte Philipp Woiton künftig auch in der Brandenburgliga kicken, mit dem SV Zehdenick hatte er in der abgebrochenen Corona-Saison den Sprung aus der Landesliga in die höchste Spielklasse des Landes gepackt und dabei in neun Spielen ein Tor beigesteuert. "Die Idee ist aber schon im September letzten Jahres entstanden. Da hieß es von Anfang an: Wenn das was wird, ist es egal, ob Aufstieg oder nicht", so der Klein-Mutzer. Beruflich wäre es für den in Berlin bei der Rentenversicherung tätigen Kicker ohnehin eng geworden. "Ich will ruhiger treten und die alten Jungs hier nochmal zusammenholen."

In Bildern: Das war der Trainingsauftakt des SV Zehdenick.

Beim Brandenburgliga-Aufsteiger SV Zehdenick wurde am Montagabend mit der Vorbereitung auf dem Platz begonnen. Zur Galerie
Beim Brandenburgliga-Aufsteiger SV Zehdenick wurde am Montagabend mit der Vorbereitung auf dem Platz begonnen. © Matthias Schütt

Und die "alten Jungs" kamen. Aus Mildenberg konnte Woiton etwa Sascha Michael, Marcus Günther, Florian Sommerfeld oder Tim Schumacher nach "Mutz" lotsen. Alles höherklassig erfahrene Akteure, mit denen der Initiator schon in Zehdenick gemeinsam die Schuhe schnürte. Jetzt sind sie quasi zurück unter dem Dach des SVZ, denn die Spielgemeinschaft bildet gleichzeitig die SVZ-Reserve, die in der Vorsaison noch gemeinsame Sache mit der Einheit aus Krewelin machte. "Dass wir diese Spielgemeinschaft auflösen, war gar nicht so gewollt, aber es hat sich am Ende so angeboten", sagt Woiton. Die Kreweliner wiederrum fanden in der Reserve der SG Mildenberg einen neuen Partner. Pikant: Gleich in der 1. Runde des Kreispokals Oberhavel/Barnim kommt es zum Duell der beiden Spielgemeinschaften.

"Es hat geklappt, wir waren 15 Mann heute und sind zufrieden", so Woiton über das Männerfußball-Comeback im Zehdenicker Ortsteil. Auch Vater Karsten ist froh darüber. Er hat sich viele Jahre beim SC engagiert, am Montagabend stand er als Beobachter an der Seitenlinie. Das Sagen aber hat der Junior, betont er. Trotzdem weiß Karsten Woiton, wie wichtig es war, so schnell wieder ein Team in Klein-Mutz auf die Beine zu stellen. Je länger die Pause gedauert hätte, umso schwieriger wäre das geworden. "Man musste ja auch den Platz und die Anlage in Schuss halten", weiß er.

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Die Kulisse beim ersten Test gegen die SVZ-Jugend, der am Ende 4:4 (2:3) endete, war schon mal viel versprechend. Viele Schaulustige wollten sich den Kick nicht entgehen lassen. "Damit habe ich nicht gerechnet", muss Philipp Woiton zugeben. "Da muss man auch mal danke sagen, dass das gleich so gut angenommen wurde." Alles habe auf Anhieb noch nicht geklappt: "Die neuen Trikots sind noch nicht da." Das Geläuf in Klein-Mutz, auf dem ein Jahr lang nur die Frauenmannschaft kickte, aber ist in einem guten Zustand. "Nur da hinten in der Ecke haben wir ein paar Probleme mit dem Maulwurf", sagt Woiton lachend.

Aus reiner Freude soll aber auch in der neuen Spielgemeinschaft nicht gegen den Ball getreten werden. In der 2. Kreisklasse Nord will der "Sportliche Leiter" auch Erfolge sehen. "Man muss sehen, wie es klappt. Wir sind alle auch nicht jünger geworden." Aber angesichts der Qualität auf dem Rasen sagt Philipp Woiton auch: "Wir wollen schon aufsteigen, das haben wir uns als Ziel gesetzt. Das sollte bei allem Spaß auch so sein. Und in der Liga sollten wir schon oben mitspielen." Dafür gibt es viel Unterstützung aus dem Dorf und dem Verein: "Alle die schon vorher hier im Mutzer Verein waren, sind natürlich tatkräftig mit dabei."

Ronny Erdmann bedauert, dass Philipp Woiton nun zumindest nicht mehr regelmäßig im Kader der Ersten steht. „Er hat mit mir die ganzen Jahre Seite an Seite gearbeitet. Es schmerzt schon sehr", wird der Manager auf der SVZ-Homepage zitiert. "Wenn Not am Mann ist, werde ich aber aushelfen", sagt Woiton. So sei es mit Trainer Daniel Runge vereinbart.