14. Dezember 2022 / 12:15 Uhr

Anders als bei den Männern: Keine größeren Kader bei der Frauen-WM – Bundestrainerin beklagt FIFA-Haltung

Anders als bei den Männern: Keine größeren Kader bei der Frauen-WM – Bundestrainerin beklagt FIFA-Haltung

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg und der DFB blitzten mit einem Antrag auf die Vergrößerung des WM-Kaders ab.
Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg und der DFB blitzten mit einem Antrag auf die Vergrößerung des WM-Kaders ab. © Getty
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Im Gegensatz zu den Männern dürfen die Frauen-Nationalmannschaften bei der im Sommer anstehenden Weltmeisterschaft in Australien und Neuseeland nicht 26 Spielerinnen in den Kader nominieren. Das bestätigte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg gegenüber der "Sport Bild".

Die deutschen Fußballerinnen können bei der WM im kommenden Sommer anders als die Männer in Katar nicht auf einen größeren Kader zurückgreifen. Der Weltverband FIFA lehnte einen Antrag des Deutschen Fußball-Bundes und anderer größerer Verbände, die mit 26 Spielerinnen zur Weltmeisterschaft nach Australien und Neuseeland reisen wollen, ab. Die FIFA beharre auf einer Kadergröße von 23. "Leider haben wir eine negative Rückmeldung erhalten", sagte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg der Sport Bild.

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Sie ergänzte: "Wir hatten uns ausdrücklich für eine Vergrößerung der WM-Kader von 23 auf 26 Spielerinnen ausgesprochen, um der hohen Belastung der Spielerinnen durch die Wettbewerbe sowie während des Turniers durch lange Reisewege sowie nach wie vor den Zeiten von Corona gerecht zu werden."

Laut Sport Bild sei den Verbänden mitgeteilt worden, dass eine Aufstockung der Kader ein Vorteil für die gut besetzten starken Nationen gegenüber den schwächeren WM-Teilnehmern sei. Dass bei der Männer-WM in Katar die Teams mit einem 26er-Kader spielen dürfen, sei laut FIFA kein Argument. Die Männer würden im Winter, also mitten in der Saison spielen, die Frauen aber nach Abschluss aller Vereinswettbewerbe. Das stimmt aber nur zum Teil, denn große Frauenfußball-Nationen wie die USA oder Schweden unterbrechen ihren Ligaspielbetrieb, die nach dem Kalenderjahr ausgerichtet wird.

DFB blitzte bereits vor der EM in England ab

Zudem müsste die FIFA bei einer Erhöhung der Kaderzahl die Hotelkosten für die drei zusätzlichen Spielerinnen pro Teilnehmer übernehmen. "Nichtsdestotrotz hoffen wir, dass eine Kaderaufstockung weiter thematisiert wird und es vielleicht doch noch einen Kompromiss geben wird", sagte Voss-Tecklenburg. So könnten etwa die Teilnehmer selbst entscheiden, ob sie mit 23 oder 26 Spielerinnen anreisen – und dann die Mehrkosten selber übernehmen.

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Voss-Tecklenburg hatte die Kadergröße bereits bei der Europameisterschaft in England bemängelt. Auch dort durften bei den Frauen im Gegensatz zur Katar-WM - unter der Obhut des Weltverbandes FIFA - und zur EM 2021 bei den Männern nur 23 Spielerinnen nominiert werden. Mit einer entsprechenden Bitte an die UEFA war der DFB auch vor der EM abgeblitzt.

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