23. Oktober 2020 / 12:05 Uhr

Mannschaft in Quarantäne! 1860 Stralsund sagt Spiele ab

Mannschaft in Quarantäne! 1860 Stralsund sagt Spiele ab

Horst Schreiber
Ostsee-Zeitung
Die Partie zwischen 1860 Stralsund II und Landhagen fällt aus, die anderen Stralsunder Duell sind in der Schwebe
Die Partie zwischen 1860 Stralsund II und Landhagen fällt aus, die anderen Stralsunder Duell sind in der Schwebe
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Ein Spieler der Männer-Reserve ist nach dem letzten Ligaspiel in Greifswald positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Der Verein hat aufgrund der verzwickten Kette zwischen den Spielern alles abgesagt. Doch einfach so können die Spiele nicht nachgeholt werden.

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Ein Spieler der zweiten Mannschaft von TSV 1860 Stralsund wurde Donnerstagnachmittag positiv auf das Corona-Virus getestet. Weil der Spieler zwischen möglicher Ansteckung und ersten Symptomen mit der Mannschaft noch das Punktspiel am vergangenen Freitag bei der HSG Uni Greifswald bestritten hatte, danach aber nicht mehr trainiert hatte, sind nun alle Spieler, die ebenfalls beim Spiel waren, vorsorglich bis Ende Oktober in Quarantäne. Die meisten Mitspieler haben sich bereits testen lassen. Das teilte der Verein nach Absprache mit dem Gesundheitsamt mit. Das kommende Heimspiel in der Landesklasse II gegen den FC Landhagen fällt somit aus.

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Nach langem Abwägen und Gesprächen hat sich die Abteilungsleitung von 1860 Stralsund dazu entschlossen, auch alle andere Partien des Vereins abzusagen. "Da wir uns gegenseitig bei Spielen besuchen, diverse Spieler von uns bei der ersten und dritten Herrenmannschaft sowie bei den beiden Oldie-Mannschaften waren und ich auch diverse Nachwuchstrainer diese Woche getroffen habe, habe ich heute die Verbände darum gebeten alle Spiele des Vereins abzusetzen", schreibt Heiko Gernetzki, Trainer der Reserve und stellvertretender Abteilungsleiter.

Die Kette an Zweit- und Drittkontakten scheint durch gemeinsames Training und über-den-Weg-laufen im Kabinentrakt einfach zu riskant. Somit sind auch die Partien der ersten Herren am heute Abend in Bad Doberan und der dritten Herren am Sonntag gegen Traktor Kirchdorf in der Schwebe. "Ich gehe davon aus dass die Verbände unserer Bitte nachkommen", so Gernetzki weiter.

Eine Wertung des Spiels gegen die absagende Mannschaft, die bei so kurzfristiger Absage normalerweise mit einem 0:3 zu Buche schlägt, muss die "Zweite" des TSV nicht fürchten. Der Landesfußballverbandverband hat eine entsprechende Richtlinie verfasst. Darin heißt es unter anderem: "Dem Antrag auf Spielverlegung wird ohne notwendige Zustimmung des Spielpartners stattgegeben, wenn mehr als vier (4) Spieler*innen auf dem Großfeld bzw. mehr als (zwei) Spieler*innen auf dem Kleinfeld gleichzeitig in einer Mannschaft (lt. Spielberechtigungsliste) positiv auf Covid-19-SARS-Cov-2 getestet worden sind und/oder sich in behördlich angeordneter Quarantäne befinden. In allen weiteren Fällen ist die Zustimmung des Spielpartners erforderlich. Die endgültige Entscheidung obliegt jedoch der spielleitenden Stelle (Staffelleiter*in)."

In dem Fall ist automatisch der nächstmögliche Spieltermin die neue Ansetzung. Landhagen müsste dementsprechend voraussichtlich am 5. Dezember nach Stralsund kommen.

Im Umkehrschluss bedeutet die Richtlinie, dass alle anderen Mannschaften des TSV 1860 Stralsund gemeinsam mit dem jeweiligen Gegner über eine Spielverlegung verhandeln müssen, wollen sie aus gesundheitlicher Vorsicht auf einen Antritt verzichten und gleichzeitig die 0:3-Wertung vermeiden.

Die Generalabsage des TSV 1860 Stralsund soll nicht die einzige sein. Aktuell häufen sich die Anfragen beim Landesfußballverband, der alle Hände voll zu tun hat.