18. Mai 2021 / 14:14 Uhr

"Funktionärs-Irrsinn" wegen Gräfe: Hoffenheim-Boss Rosen rechnet mit dem DFB ab

"Funktionärs-Irrsinn" wegen Gräfe: Hoffenheim-Boss Rosen rechnet mit dem DFB ab

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Alexander Rosen will den Abschied von Schiedsrichter Manuel Gräfe noch nicht hinnehmen.
Alexander Rosen will den Abschied von Schiedsrichter Manuel Gräfe noch nicht hinnehmen. © IMAGO/Jan Huebner
Anzeige

Die ablehnende Haltung des DFB hinsichtlich einer Fortsetzung der Karriere von Schiedsrichter Manuel Gräfe bringt einen Bundesliga-Funktionär auf die Palme: Hoffenheims Manager Alexander Rosen macht sich für Gräfe stark, der die Altersgrenze für Top-Schiedsrichter erreicht hat.

Anzeige

Mit ungewöhnlich klaren Worten hat sich Alexander Rosen in die Diskussion um den bevorstehenden Abschied von Top-Schiedsrichter Manuel Gräfe eingeschaltet und dabei die Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bundes scharf kritisiert. Der 47 Jahre alte Gräfe muss seine Bundesliga-Karriere beenden, weil er in der kommenden Saison die Altersgrenze überschreiten würde. Seit Wochen fordern Spieler, Trainer, Verantwortliche und Fans, dass der beliebte Unparteiische weitermachen darf.

Anzeige

"Es wird Zeit, dass die vereinzelten Aussagen, die sich zuletzt gegen die Altersgrenze bei den Schiedsrichtern im Allgemeinen und besonders für mindestens eine weitere Saison eines Ausnahme-Referees wie Manuel Gräfe gerichtet haben, orchestriert werden und die Liga mit einer Stimme gegen diesen Funktionärs-Irrsinn einsteht", forderte Rosen nun in einem Statement auf der Hoffenheimer Vereinshomepage nach dem 1:1 gegen Arminia Bielefeld. Es gebe "wohl nur wenige Themen, bei denen alle Protagonisten (...) die gleiche Meinung vertreten", so Rosen weiter, der den DFB für eine "bürokratische Entscheidung" kritisierte.

Das Karriereende Gräfes einzuleiten, passe "leider ins Bild, das ein offensichtlich heillos zerstrittener Verband aktuell von sich zeichnet. Es geht darum, die Besten in der Liga einzusetzen, auf allen Ebenen", schimpfte Rosen. "Man muss sich an den Kopf greifen, wenn man einen Mann auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit einfach so auf Eis legt, nur weil er an einer vor Urzeiten festgelegten imaginären Zeit-Schwelle angekommen ist."



Gräfe resigniert: "Meine Telefonnummer kennen sie"

Gräfe hatte sich für eine Fortsetzung seiner Karriere stets offen gezeigt, aber keine großen Hoffnungen gehegt. "Sie haben nein gesagt. So ist es Stand jetzt immer noch. Wenn sie sich es überlegen wollen - meine Telefonnummer kennen sie", sagte Gräfe im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF und bezog dabei den ebenfalls ausscheidenden Schiedsrichter Guido Winkmann mit ein. Lutz Michael Fröhlich, Sportlicher Leiter der Elite-Schiedsrichter des DFB, begründete die ablehnende Haltung mit der Weiterentwicklung im Bereich der Elite-Unparteiischen und der Strategie in der Kaderplanung. Gewünscht sei eine Fluktuation. Auch Markus Schmidt muss aufhören.