18. September 2022 / 16:17 Uhr

Ex-Referee Manuel Gräfe: Schiedsrichter fühlen sich "im Stich gelassen" – Felix Brych kontert

Ex-Referee Manuel Gräfe: Schiedsrichter fühlen sich "im Stich gelassen" – Felix Brych kontert

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ex-Referee Manuel Gräfe (links) kritisiert erneut die Verantwortlichen im Schiedsrichterwesen. Felix Brych wundert sich über die Aussagen seines ehemaligen Kollegen.
Ex-Referee Manuel Gräfe (links) kritisiert erneut die Verantwortlichen im Schiedsrichterwesen. Felix Brych wundert sich über die Aussagen seines ehemaligen Kollegen. © IMAGO/Martin Hoffmann/Getty (Montage)
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Nach einigen Fehlentscheidungen in der neuen Bundesliga-Saison kritisiert Manuel Gräfe die Schiedsrichter-Verantwortlichen im DFB scharf. Top-Referee Felix Brych reagiert auf die Aussagen des ehemaligen Unparteiischen.

Nach den jüngst eingestandenen Fehlentscheidungen in der Bundesliga hat der frühere Top-Referee Manuel Gräfe abermals einen Neustart im Schiedsrichterwesen gefordert. "Die Schiedsrichter fühlen sich allein und im Stich gelassen", sagte Gräfe im ZDF-"Sportstudio". Zu einem frühen Zeitpunkt der Saison habe es bereits "viele krasse Fehlentscheidungen" gegeben, sagte der 48-Jährige und bezeichnete dies als "heftige Sache".

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Gräfe sprach von "Handspiel-Wirrwarr" und unterschiedlichen Auslegungen bei Foulspielen. Zudem habe der Deutsche Fußball-Bund keine klare Linie beim Videobeweis gefunden. Zuletzt hatte Peter Sippel, beim DFB Sportlicher Leiter der Bundesliga-Schiedsrichter, in einer Verbandsmitteilung mehrere Fehler bei umstrittenen Handspielsituationen eingeräumt.

Diese Form der Kommunikation habe die Referees gewundert, sagte Gräfe. Er verwies darauf, dass Schiedsrichter-Lehrwart Lutz Wagner kurz zuvor bei einem TV-Auftritt noch eine andere Meinung vertreten hatte. "Dass es jetzt schon auch innerhalb der Kommission unterschiedliche Meinungen gibt, zeigt doch nur, dass sie sich selbst nicht sicher sind, was sie zu entscheiden haben", sagte Gräfe.

Spitzen-Schiedsrichter Felix Brych wies diese Darstellung zurück. "Wir kommunizieren intern sehr viel", beteuerte der Münchner am Sonntag im "Doppelpass" von Sport1. Alle Referees und Video-Assistenten hätten sich vor dem siebten Spieltag zusammengeschaltet. "Wir haben auch gemerkt, dass die ersten Wochen sehr unruhig waren. Aber wir arbeiten daran", sagte Brych.

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Wie schon im April brachte Gräfe erneut den früheren Schweizer Weltklasse-Schiedsrichter Urs Meier als Führungskraft für die deutschen Referees ins Spiel. Meier sei jemand, der "unabhängig von Politik, persönlichen regionalen Einflüssen die Leistungen der Schiedsrichter bewerten würde und auf Vordermann bringen würde", sagte der Berliner. Der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Gräfe hatte im Sommer 2021 seine Karriere wegen der Altersbeschränkung beenden müssen. Deswegen war es zwischen ihm und dem DFB zum Streit gekommen.

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