03. Juni 2018 / 12:23 Uhr

Problemloses Comeback: Manuel Neuer streicht sich von der WM-Streichliste

Problemloses Comeback: Manuel Neuer streicht sich von der WM-Streichliste

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Weltmeister Manuel Neuer gab gegen Österreich nach monatelanger Verletzungspause sein Comeback
Weltmeister Manuel Neuer gab gegen Österreich nach monatelanger Verletzungspause sein Comeback © 2018 Getty Images
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Nach seinem Comeback gegen Österreich wäre alles andere als eine WM-Teilnahme von Manuel Neuer eine faustdicke Überraschung. Die finale Entscheidung fällt in einem finalen Gespräch zwischen dem Torhüter und Bundestrainer Joachim Löw.

War es tatsächlich Zufall oder ein versteckter Hinweis? Sprechen wollte – oder durfte – Manuel Neuer nach seinem Comeback im Länderspiel gegen Österreich (1:2) nicht. Dabei wartete ganz Fußball-Deutschland darauf, endlich mal aus seinem Munde zu erfahren, wie es dem Fuß der Nation wirklich geht. In den vergangenen Wochen und Monaten hatten so ziemlich alle eine Einschätzung zur spannendsten Frage beim DFB abgegeben: Soll Bundestrainer Joachim Löw seinen Kapitän mit zur Weltmeisterschaft nach Russland nehmen, obwohl dieser nach seinem insgesamt dritten Mittelfußbruch acht Monate ausfiel? Oder soll er auf Marc-André ter Stegen setzen, der beim FC Barcelona eine überragende Saison spielte und Neuer auch in der Nationalelf hervorragend vertrat? Ex-Profis, Trainer, Experten, Mitspieler, Medien – alle hatten eine Meinung.

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Neuer sagte in Klagenfurt nichts. Er werde erst am Dienstag reden, ließ der DFB verlauten – also einen Tag, nachdem Löw seinen endgültigen Kader bei der Fifa eingereicht hat. Vermutlich wird der viermalige Welttorhüter dann offiziell erklären, warum er für die WM bereit ist. Alles andere wäre zumindest eine faustdicke Überraschung.

Löw: "Ein sehr zufriedenstellendes Comeback"

Denn bei der Pleite gegen Österreich bestätigte Neuer den Eindruck, den er auch schon in den letzten zehn Tagen im Trainingslager in Eppan vermittelt hatte: Sein Fuß hält. Neuer war dann auch der Einzige, den Löw bei seiner Manöverkritik nach der Niederlage verschonte: „Man hat ihm die Pause nicht angemerkt. Es war ein sehr zufriedenstellendes Comeback. Manu hatte auch nach dem Spiel keinerlei Probleme mit seinem Fuß.“ Dies bestätigte auch eine Computer-Tomographie, die in der vergangenen Woche sicherheitshalber noch mal durchgeführt wurde.

Deutschland gegen Österreich: Internationale Pressestimmen

Die deutsche Nationalmannschaft patzte unerwartet gegen Österreich. Klickt euch durch: Der SPORTBUZZER hat die internationalen Pressestimmen zur Blamage gesammelt! Zur Galerie
Die deutsche Nationalmannschaft patzte unerwartet gegen Österreich. Klickt euch durch: Der SPORTBUZZER hat die internationalen Pressestimmen zur Blamage gesammelt! ©

Bereits die beiden internen Tests gegen die U 20-Nationalelf verliefen schmerzfrei. Im ersten Spiel hatte Neuer 30 Minuten im Tor der A-Elf gestanden, im zweiten hütete er dann 70 Minuten lang den Kasten des Nachwuchsteams. Und am Sonnabend zeigte er über 90 Minuten eine ordentliche Leistung gegen Österreich. Gestern Abend kam es im Mannschafthotel dann zum finalen Gespräch mit Löw, bei dem der Bundestrainer von seiner Nr. 1 „absolute Ehrlichkeit“ erwartete. Und ehrlicherweise glaubt niemand daran, dass Neuer am Montag im 23er-Aufgebot fehlen wird.

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Finaler WM-Kader: Diese Kandidaten wackeln

Vier andere Namen werden dagegen nicht auf der Liste auftauchen. Am Montagvormittag wird Löw seine Streichkandidaten auf dem Zimmer anrufen und informieren, wer Urlaub buchen kann. Neben einem Torhüter (Bernd Leno oder Kevin Trapp) wird Löw drei Feldspieler nach Hause schicken. Als sichersten Kandidaten dürfte es Verteidiger Jonathan Tah treffen, der ohnehin nur als Backup für Jeromé Boateng mit ins Trainingslager gereist war und gegen Österreich nicht zum Einsatz kam. Wackelkandidat Nils Petersen drängte sich am Sonnabend ebenso wenig für ein WM-Ticket auf, wie Sebastian Rudy, Niklas Süle oder Leon Goretzka. Vor den vergangenen Turnieren zauberte Löw bei seinen Nominierungen allerdings immer wieder eine Überraschung aus dem Hut – diesmal spricht wenig dafür. Manuel Neuer dürfte es jedenfalls nicht sein.

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