15. September 2019 / 21:46 Uhr

Diskussion um Neuer: Ex-DFB-Keeper Lehmann kritisiert ter Stegen - "Kann keinen Anspruch stellen"

Diskussion um Neuer: Ex-DFB-Keeper Lehmann kritisiert ter Stegen - "Kann keinen Anspruch stellen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jens Lehmann (m) hat sich zum Wirbel um Marc-André ter Stegen (l) und Manuel Neuer (r) geäußert.
Jens Lehmann (m) hat sich zum Wirbel um Marc-André ter Stegen (l) und Manuel Neuer (r) geäußert. © imago images / Jan Huebner
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Ex-Nationalkeeper Jens Lehmann hat sich in die Diskussion um den Stammplatz im DFB-Tor eingeschaltet. Er begrüßt den Ehrgeiz von Ersatz-Torwart Marc-André ter Stegen, sieht ihn jedoch nicht auf Augenhöhe mit Stammkeeper Manuel Neuer.

Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann hat in der Diskussion um die deutsche Nummer eins Verständnis für Herausforderer Marc-André ter Stegen geäußert. "Ich finde eigentlich ganz gut, dass er das gesagt hat", merkte Lehmann am Sonntagabend in der TV-Sendung „Sky 90“ an. Zumal der Schlussmann des FC Barcelona "nichts gegen Manuel Neuer" gesagte habe. "Es war sehr ordentlich, was er alles gesagt hat", meinte Lehmann. Ter Stegen hatte sich über seine Reservisten-Rolle beklagt und seinem Ärger über fehlende Chancen im DFB-Team Luft gemacht.

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Lehmann: "Wenn ich in Liverpool 0:4 verliere, kann ich eigentlich keinen Anspruch stellen"

Lehmann begrüßt den Ehrgeiz des Keepers vom FC Barcelona, mahnt jedoch vor zu großen Ambitionen. "Der Manuel ist besser, er ist komplett" sagte Lehmann. "Wenn ich in Liverpool 0:4 verliere, kann ich eigentlich keinen Anspruch stellen", stellte der WM-Schlussmann von 2006 zudem klar und sprach damit das verlorene Halbfinal-Rückspiel des FC Barcelona beim FC Liverpool in der vergangenen Champions-League-Saison an. Laut Lehmann sollte ter Stegen jedoch weiter den Zweikampf suchen, wie er es selbst im Duell gegen Ex-Nationalkeeper Oliver Kahn getan hatte. "Ich bin mit 27 Jahren erst in die Nationalmannschaft gekommen. Er hat noch Zeit", erklärte er.

Lehmann meinte, dass ter Stegen sogar Vorbildcharakter haben könnte. "Ich finde im Gegenteil, die Feldspieler könnten das auch mal äußern. 'Ich muss da jetzt mal spielen', sagte der deutsche WM-Torhüter von 2006. "Dann regen sich vielleicht auch ein paar andere auf, aber das fehlt uns ja auch ein bisschen."

Mehr zur Debatte um Neuer und ter Stegen

Stammkeeper Neuer hatte ter Stegen im Anschluss an das Spiel gegen Leipzig zurecht gewiesen. "Ich finde einfach, dass ich sehr gute Leistungen bringe", betonte der Weltmeister bei und wies seinen Konkurrenten zurecht. "Wir sind eine Mannschaft und sollten uns als solche auch präsentieren. Ich weiß nicht, ob uns das hilft", erklärte der 33-Jährige mit Nachdruck.

Ballack lobt Neuer für seine Aussagen

Ex-Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack lobte Neuer im "Doppelpass" für seine Aussagen: "Als er darauf angesprochen wurde, habe ich endlich diesen Führungsspieler gesehen. Ich fand es sehr gut. Das hätte er schon früher machen können", sagte Ballack. Frankfurt-Sportvorstand Fredi Bobic kann den Frust des Barcelona-Schlussmanns verstehen ("Es ist hart, wenn du Nummer zwei bist"), kritisierte ter Stegen jedoch für sein Verhalten: "Seine Art und Weise ist sehr negativ", urteilte der Frankfurt-Boss.

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Bundestrainer Joachim Löw hatte ter Stegen nach den Spielen gegen Holland und Nordirland Einsatzzeiten in den nächsten Länderspielen versprochen. "Marc haben wir zugesagt, dass er auch seine Spiele kriegt. Das wird auch so sein", erklärte der Bundestrainer. Löw deutete nach dem 2:0 gegen Nordirland in der EM-Qualifikation an, dass der 27 Jahre alte Schlussmann des FC Barcelona wohl schon im Windsor Park im Tor gestanden hätte, wenn es nicht zuvor das 2:4 in Hamburg gegen die Niederlande sowie den Ausfall weiterer wichtiger Spieler gegeben hätte. "Ich wollte nicht noch den Torhüter wechseln", sagte Löw.


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