05. April 2019 / 12:35 Uhr

"Das ziehst du durch": Boston-Heldin Uta Pippig motiviert SPORTBUZZER Lauftreff

"Das ziehst du durch": Boston-Heldin Uta Pippig motiviert SPORTBUZZER Lauftreff

Norbert Fettback
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Das ziehst du durch: Uta Pippig hat sieben große Marathons gewonnen - und hat für Läufer auch immer praktische Tipps parat. 
"Das ziehst du durch": Uta Pippig hat sieben große Marathons gewonnen - und hat für Läufer auch immer praktische Tipps parat.  © Norbert Fettback/AP
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Eine große Herausforderung steht den Teilnehmer des SPORTBUZZER Lauftreffs bevor. Am Sonntag nehmen sie den HAJ Hannover Marathon in Angriff. Die dreimalige Boston-Siegerin Uta Pippig drückt ihnen die Daumen - und sorgt noch für eine Motivationsspritze.

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Der Kreis schließt sich nach knapp einem halben Jahr. Es war im Oktober 2018, als Uta Pippig, Deutschlands erfolgreichste Marathonläuferin aller Zeiten, bei einem Expertenforum in Hannover aus dem Nähkästchen plauderte. Im Kern ging es darum, wie man es am besten anstellt, damit die 42,195 Kilometer zu einem Rennen werden, das man erfolgreich beendet und an das man noch lange mit Freude zurückdenkt.

Pippig drückt Läufern die Daumen

Hunderte wollten das an dem Abend von ihr hören, darunter viele Teilnehmer des SPORTBUZZER Lauftreffs, der sich zu diesem Zeitpunkt gerade startklar machte. Jetzt ist der Tag des Marathons nah – und Pippig drückt den Sportlern aus Hannover für diesen Sonntag aus der Ferne kräftig die Daumen. „Ich hoffe, dass die unmittelbare Vorbereitung auf das Rennen gut gelaufen ist und ihr euch mit jedem Tag sicherer fühlt“, lautet die aktuelle Botschaft der 53-Jährigen an die Mitglieder des SPORTBUZZER Lauftreffs.

Rückenwind von Experten: Uta Pippig, Sabrina Mockenhaupt (Zweite von rechts) und Philipp Baar (rechts) berichteten im Oktober auf einem Forum in Hannover von ihren Marathonerfahrungen; Dennis Bohnecke moderierte.
Rückenwind von Experten: Uta Pippig, Sabrina Mockenhaupt (Zweite von rechts) und Philipp Baar (rechts) berichteten im Oktober auf einem Forum in Hannover von ihren Marathonerfahrungen; Dennis Bohnecke moderierte. © Norbert Fettback

Nicht nur das: Sie wünscht den Sportlern für den 7. April perfektes Laufwetter. Ähnlich dem Mitte April 1996 in Boston: Bei Temperaturen von 10 bis 15 Grad Celsius und Sonnenschein holte sich Uta Pippig bei der 100. Auflage dieses Marathons zum dritten Mal in Folge den Sieg. Seitdem hat dort keine Deutsche mehr gewinnen können. Pippig, die zuvor auch die großen Stadtläufe von Berlin (dreimal) und New York (einmal) dominierte, bezeichnete sich beim Forum in Hannover zwar selbst als „Schönwetterathletin“.

Ein starker Wille versetzt Berge

Ihr Beispiel macht auch auch deutlich, was ein starker Wille auszurichten vermag – etwa die sprichwörtlichen Berge zu versetzen wie in Boston, wo die Läufer auf der zweiten Streckenhälfte den berühmt-berüchtigten Heartbreak Hill nehmen müssen.

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„Ich wollte unbedingt gewinnen“, berichtete die gebürtige Leipzigerin in Hannover, „bekam aber nach acht Kilometern Durchfall.“ Bei Kilometer 13 habe sie mit Magenkrämpfen am Straßenrand gestanden und ans Aufgeben gedacht. Dann dieser Moment und dieser Gedanke, der sie 1996 zum Weitermachen bewegte: „Du hast so viel investiert – das ziehst du durch. Irgendwie kommst du an.“ Nicht nur das. Unter dem Jubel der Zuschauer holte Pippig Läuferin um Läuferin ein – und sich das legendäre Boston-Triple.

Den Großteil des Jahres in Colorado

Das machte die Deutsche in den USA populär. Pippig, die auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, verbringt einen Großteil des Jahres in Colorado, um sich vor allem ihrer Stiftung „Take The Magic Step“ zu widmen, die benachteiligte Kinder und Jugendliche unterstützt.

Am Sonntag ist es endlich soweit, für die Teilnehmer des SPORTBUZZER Lauftreffs kommt beim Hannover-Marathon die große Stunde. Wie sind sie gerüstet? Was machen sie anschließend?

Jörg Kettern (links)

 zu 1: Für mich stand fest, dass es einen Motivationsschub geben muss. Sich mit Gleichgesinnten auszutauschen war ein weiterer Aspekt.

</br></br>zu 2: Die Gruppe hat mich sehr motiviert, der gut strukturierte Trainingsplan machte es einem leicht.

</br></br>zu 3: Es locker angehen und sehen, wie die ersten Kilometer laufen. Die Durchgangszeiten stehen schon vor dem inneren Auge. Die Strecke wird im Kopf gedrittelt. Kurz nach der Halbmarathondistanz ist es nicht mehr weit bis zur 28-Kilometer-Marke, dann sind zwei Drittel geschafft. Danach sich in kleinen Schritten bis ins Ziel beißen, sich von den Zuschauern tragen lassen und den Lauf genießen.</br></br>

zu 4: Ein kühles alkoholfreies Weißbier ist das Größte nach dem Marathonlauf. Die Familie, die auf mich warten wird, die Medaille, die zur Sammlung hinzugefügt wird, und die Startnummer, die an der Wand aufgehängt wird, das ist die Belohnung für mich. Zur Galerie
Jörg Kettern (links) zu 1: Für mich stand fest, dass es einen Motivationsschub geben muss. Sich mit Gleichgesinnten auszutauschen war ein weiterer Aspekt.

zu 2: Die Gruppe hat mich sehr motiviert, der gut strukturierte Trainingsplan machte es einem leicht.

zu 3: Es locker angehen und sehen, wie die ersten Kilometer laufen. Die Durchgangszeiten stehen schon vor dem inneren Auge. Die Strecke wird im Kopf gedrittelt. Kurz nach der Halbmarathondistanz ist es nicht mehr weit bis zur 28-Kilometer-Marke, dann sind zwei Drittel geschafft. Danach sich in kleinen Schritten bis ins Ziel beißen, sich von den Zuschauern tragen lassen und den Lauf genießen.

zu 4: Ein kühles alkoholfreies Weißbier ist das Größte nach dem Marathonlauf. Die Familie, die auf mich warten wird, die Medaille, die zur Sammlung hinzugefügt wird, und die Startnummer, die an der Wand aufgehängt wird, das ist die Belohnung für mich. ©
„Ich wollte unbedingt gewinnen“: Uta Pippig.
„Ich wollte unbedingt gewinnen“: Uta Pippig. © Norbert Fettback

Am 15. April, beim 123. Boston-Marathon, wird Pippig als Botschafterin für das John-Hancock-Team auftreten und Charity-Aktionen aktiv unterstützen. Und sie wird „ganz locker fünf Kilometer mitrennen“, kündigt sie an. Vom Laufen kann Pippig eben nicht lassen. Deshalb darf man auch gespannt sein auf ihr für dieses Jahr angekündigte Buch, das den Titel „Laufend in die Freiheit“ haben soll.

"Aufregung und Herzklopfen gehören dazu"

Und was gibt sie den Aktiven vom SPORTBUZZER Lauftreff vor dem Hannover-Marathon noch mit auf den Weg? „Aufregung und Herzklopfen gehören dazu, das geht allen so“, sagt sie. „Versucht in solchen Situationen einen coolen Fokus zu behalten.“ Ein Ratschlag, mit dem man auch diesen Sonntag gut über die Runden kommen kann.