15. Oktober 2018 / 11:35 Uhr

Marc Dauter im Interview: "Bin ein absoluter Fan von Xavi"

Marc Dauter im Interview: "Bin ein absoluter Fan von Xavi"

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Marc Dauter (Hannover 96 II) kontrolliert den Ball und hat den Kopf oben.
Marc Dauter (Mitte) am Ball. © Maike Lobback
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Regionalliga Nord: Der gebürtige Nauener Regionalliga-Fußballer Marc Dauter von Hannover 96 II im Interview .

Im vergangenen Sommer wechselte der gebürtige Nauener Marc Dauter von der A-Jugend von RB Leipzig zur zweiten Mannschaft von Hannover 96. Im Interview spricht der 19-Jährige, der beim VfL Nauen und Lok Elstal mit dem Kicken begonnen hat, über seine aktuelle Situation bei den Niedersachsen, die Bedeutung einer Ausbildung neben dem Sport und die Kontakte in die alte Heimat.

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SPORTBUZZER: Herr Dauter, Sie sind seit etwas mehr als drei Monaten in Hannover. Wie haben Sie sich eingelebt?

Marc Dauter: Ich habe mich ganz gut eingelebt, großartig lange hat es auch nicht gedauert, da die Stadt wirklich nett ist. Auch in der Mannschaft wurde ich vom ersten Tag an sehr gut aufgenommen. Hier geht man sehr kollegial miteinander um, alle sind ziemlich entspannt und offen.


Von 2014 bis 2018 haben Sie für den Nachwuchs des Bundesligisten RB Leipzig gespielt, der sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt hat. Wie bewerten Sie die Zeit bei den Roten Bullen rückblickend?

Die Zeit in Leipzig hat mich sehr geprägt, was aber auch normal ist, wenn man einen so langen Abschnitt seines Lebens in einem besonderen Umfeld verbringt. Die Entwicklung des Vereins habe ich hautnah miterlebt, war anfangs noch im Internat in Abtnauendorf untergebracht und hatte später die Möglichkeit, mit in die neue Akademie an den Cottaweg einziehen zu dürfen. Die Plätze, das Gelände, einfach das gesamte Umfeld und die Struktur haben sich stetig und ständig verändert und verbessert, alles wurde tagtäglich professioneller.

Warum ging es für Sie in Leipzig nach der A-Jugend nicht weiter?

Nach der U19 war für beide Seiten klar, dass eine weitere Zusammenarbeit ausgeschlossen ist. Der Sprung in den Männerbereich war für mich einfach zu groß.

Das waren die Fragen des 1. Sportbuzzer-Kneipenquiz' der Märkischen Allgemeinen (Stand 7. Mai 2018).

Das waren die Fragen des 1. Sportbuzzer-Kneipenquiz' der Märkischen Allgemeinen Zur Galerie
Das waren die Fragen des 1. Sportbuzzer-Kneipenquiz' der Märkischen Allgemeinen ©

Wieso fiel Ihre Entscheidung auf Hannover?

Hannover hat mir von Anfang an ein Gefühl von Wertschätzung und Interesse entgegengebracht, darüber hinaus sind die sportlichen Bedingungen des Vereins wirklich bestens, sodass ich ehrlich gesagt auch nicht wirklich lange überlegen musste, für welchen Verein ich zukünftig spielen möchte.

Hatten Sie schon die Gelegenheit, mit dem Bundesliga-Team zu trainieren?

Bei der ersten Mannschaft konnte ich leider bisher noch nicht mittrainieren. Ob das zukünftig passieren wird, weiß ich nicht. Um bei einem Bundesligisten mithalten zu können, muss man kontinuierlich extrem gut arbeiten – und das gilt es für mich noch umzusetzen. Der Leistungsanspruch ist enorm hoch.

In der Regionalliga Nord kamen Sie bislang in fünf Spielen zum Einsatz. Eine zufriedenstellende Bilanz?

Mit meiner Bilanz bin ich nicht wirklich zufrieden, natürlich möchte man als Spieler jedes Spiel bestreiten und möglichst nie auf der Bank sitzen. Meine Mitspieler sind allerdings durch die Bank weg wirklich wahnsinnig talentierte und gute Fußballer, somit ist es kein Spaziergang, sich hier durchzusetzen. Aber genau das bringt uns als Mannschaft und jeden einzelnen voran. Konkurrenz belebt das Geschäft.

Sie spielen im zentralen Mittelfeld. Haben Sie ein Vorbild?

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Ein Vorbild habe ich nicht wirklich, jedoch bin ich ein absoluter Fan von Xavi, der früher beim FC Barcelona gespielt hat.

Was sind die größten Unterschiede zwischen den Spielen im RB-Nachwuchs und jetzt in der Regionalliga Nord?

Männerfußball ist deutlich intensiver, viel schneller und körperlich deutlich betonter. Zudem werden Fehler meistens gnadenlos bestraft. Man tritt außerdem teilweise gegen viele erfahrene Kicker an, die einfach viel abgezockter sind und wissen, wie der Hase läuft.

Sie haben sechs Länderspiele für die deutsche U-18-Nationalmannschaft bestritten. Stehen Sie aktuell im Kontakt zum DFB?

Nein, aktuell habe ich keinen Kontakt zum DFB.

Mit welchen heutigen Profis standen Sie dabei auf dem Platz?

Bei meinen Länderspielen durfte ich beispielsweise mit Spielern wie Arne Maier, Julius Kade oder Palko Dárdai (alle Hertha BSC, Anm. d. Red.) oder Lennart Czyborra (Heracles Almelo, niederländische Eredivisie, Anm. d. Red.) auf dem Feld stehen. Außerdem war ich mit etlichen Jungs auf dem Rasen, die kurz davor sind, den ganz großen Sprung noch zu schaffen. Irgendwie ein tolles Gefühl.

Die lange Liste aller Nationalspieler, die seit der Saison 2000/01 für Hannover 96 gespielt haben (Stand: 11. November 2020):

<b>Kenan Karaman</b>, mittlerweile in Düsseldorf unter Vertrag, wurde im November 2017 erstmals zur A-Nationalmannschaft der Türkei eingeladen, stand bisher 15-mal auf dem Feld und erzielte drei Tore - unter einem eins im Test gegen Deutschland. Zur Galerie
Kenan Karaman, mittlerweile in Düsseldorf unter Vertrag, wurde im November 2017 erstmals zur A-Nationalmannschaft der Türkei eingeladen, stand bisher 15-mal auf dem Feld und erzielte drei Tore - unter einem eins im Test gegen Deutschland. © Frank Neßler

Konzentrieren Sie sich aktuell nur auf den Fußball?

Nein. Ich habe in Leipzig mein Abitur gemacht und studiere nun Philosophie. Eine Ausbildung neben dem Fußball ist essenziell. Es gibt zu keinem einzigen Zeitpunkt eine Garantie dafür, dass man es ganz nach oben schafft. Abgesehen davon wäre es mir auch zu langweilig, wenn ich neben dem Fußball nichts hätte.

Was haben Sie für Hobbys?

In meiner Freizeit unternehme ich viel mit Freunden, erledige meinen Uni-Kram und spiele gerne Gitarre, das ist ziemlich entspannend und hilft, um einfach mal von allem abzuschalten.

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Jugendzeit in Nauen und Elstal?

Erinnerungen an damals sind natürlich noch da, größtenteils jedoch verblasst. Man hat noch ein paar Brocken im Gedächtnis. Ich habe viele wundervolle Erlebnisse in meiner Kindheit mit beiden Vereinen gehabt, die mich immer mit diesen Clubs verbinden werden.