19. Oktober 2020 / 11:04 Uhr

Marc Medler verletzt sich schwer: "Teuer erkaufter Punkt" für Eckernförder SV

Marc Medler verletzt sich schwer: "Teuer erkaufter Punkt" für Eckernförder SV

Reinhard Gusner
Kieler Nachrichten
Entsetzen beim Kronshagener Simon Pals (Nr. 14), der von Schiedsrichter Paul-Oliver Günther Rot erhält, während der verletzte Eckernförder Marc Medler (am Boden) von Mannschaftsarzt Dr. Norbert Lins und Co-Trainer Tore Wächter (stehend) versorgt wird.
Entsetzen beim Kronshagener Simon Pals (Nr. 14), der von Schiedsrichter Paul-Oliver Günther "Rot" erhält, während der verletzte Eckernförder Marc Medler (am Boden) von Mannschaftsarzt Dr. Norbert Lins und Co-Trainer Tore Wächter (stehend) versorgt wird. © Reinhard Gusner
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Die Spitzenteams der Fußball-Oberliga-Nordstaffel taten sich sehr schwer gegen die Kellerkinder der Tabelle. Der TSV Altenholz brauchte die Nachspielzeit, um durch einen Last-Minute-Treffer den späten 2:1-Sieg gegen die Husumer SV zu feiern und für 24 Stunden die Tabellenführung zu übernehmen. Die sicherte sich tags darauf wieder der TSV Bordesholm, der sich zu einem 1:0-Erfolg auf dem Kieler Ostufer bei Inter Türkspor mühte. Sieglos blieb dagegen der TSV Kronshagen, der sich beim Eckernförder SV mit einem 1:1 begnügen musste. Für den ESV bedeutete der zweite Punktgewinn im vierten Spiel bereits eine höhere Ausbeute als in den 18 Spielen der abgebrochenen letzten Saison.

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Eckernförder SV – TSV Kronshagen 1:1

Die Anfangsphase gehörte den aktiver auftretenden Platzherren, die gegen das „weiße Ballett“ aus Kronshagen mehr vom Spiel hatten und durch einen satten Flachschuss von Jan-Ole Jürgensen verdient mit 1:0 (21.) in Führung gingen. Jannes Mohr scheiterte drei Minuten später per Kopf an TSVK-Keeper Michel Dapper. In der Viertelstunde vor der Halbzeit kamen die Gäste stärker auf und hatten Pech, dass einer ihrer Schüsse vom Eckernförder Leon Engelbrecht auf der Torlinie abgewehrt wurde (40.). Auch nach der Pause blieben die Kronshagener am Drücker und schlossen einen Konter über mehrere Stationen wie aus dem Lehrbuch durch Luca Bertermann zum Ausgleich (64.) ab. Bertermann scheiterte später (77.) mit einem Volleyknaller an ESV-Keeper Bennet Behrens.

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Mit einer Schockszene begannen die letzten Minuten. Simon Pals stieg mit einem zu hohen Bein im Kung-Fu-Stil gegen den erst 14 Minuten zuvor eingewechselten Eckernförder Marc Medler ein. Als die beiden Kontrahenten zu Boden gingen, fiel Pals auf Medler, der sich eine schwere Sprunggelenksverletzung zuzog. „Wohl ein Bruch“, lautete die erste Diagnose von ESV-Mannschaftsarzt Norbert Lins. Medler musste mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren werden. Schiedsrichter Paul-Oliver Günther hatte bereits die Gelbe Karte in der Hand, zeigte offenbar wegen der Schwere der Verletzung dann aber dem Kronshagener Simon Pals Rot (82.). Nach drei vorangegangenen Wechseln rettete die Heimelf das Ergebnis über die Zeit. „Diesen am Ende glücklichen Punkt haben wir uns teuer erkauft“, stand ESV-Trainer Maik Haberlag noch unter Eindruck der Verletzung Medlers. „Wir nehmen den Punkt so mit, obwohl wir drei Hochkaräter ausgelassen haben“, lautete das Fazit von TSVK-Coach Nadeem Hussain.

Klickt euch durch die Fotos zur Oberligabegegnung zwischen dem Eckernförder SV und Aufsteiger TSV Kronshagen:

Schiedsrichter Paul-Oliver Günther beobachtet konzentriert den Zweikampf zwischen dem Kronshagener Nick Rixen (li.) und dem Eckernförder Jannes Mohr. Zur Galerie
Schiedsrichter Paul-Oliver Günther beobachtet konzentriert den Zweikampf zwischen dem Kronshagener Nick Rixen (li.) und dem Eckernförder Jannes Mohr. ©

Inter Türkspor Kiel – TSV Bordesholm 0:1

„Wir laden unsere Gegner immer wieder zu Toren ein und schlagen uns damit am Ende selbst“, stand Inters Coach Jörg Ahrens nach dem Schlusspfiff die „riesige Enttäuschung“ deutlich ins Gesicht geschrieben. Dabei spielten die Platzherren mit gefälligen Aktionen bis zum gegnerischen Strafraum auf, es haperte es aber beim Abschluss. Anders dagegen die Bordesholmer, die mit einem schnellen Konter und einer gelungenen Kombination Inters Defensive aushebelten und schon in der Anfangsphase (16.) durch Eugen Halili in Führung gingen. Symptomatisch für die Offensivschwäche der Heimelf war die 22. Minute, als Niko Dymek freie Bahn hatte, den Ball aber weit am Bordesholmer Gehäuse vorbeischoss. In Halbzeit zwei hätten die Gäste ihren Vorsprung ausbauen können. Luca Groth hatte aus der Distanz mit einem Lattenkracher Pech (61.), die Schüsse von Malte Lucht (75.) und des eingewechselten Aaron Meyerfeldt (90.+1) wurden im letzten Moment abgeblockt. Kiels Kastriot Alija hatte eine letzte Großchance zum Ausgleich, spitzelte den Ball aber freistehend am Gästetor vorbei (87.). „Es ist bitter, dass schon ein Tor reicht, um uns zu schlagen. Wir müssen endlich lernen, auch unsere Chancen zu nutzen“, lautete das Fazit von Jörg Ahrens. Sein Bordesholmer Kollege Björn Sörensen war dagegen zufrieden: „Wir haben Inters Dreierkette gut beschäftigt, auch wenn nicht alle unserer Bälle optimal nach vorne gespielt wurden. Sonst hätten wir den Sack früher zumachen können.“

TSV Altenholz – Husumer SV 2:1

Anton Merz ließ die erste Großchance für die Husumer SV ungenutzt – sein Kopfball ging links am Tor vorbei (15.). Altenholz fand danach besser ins Spiel und hatte seinerseits durch Abdullah Ali Kalma gute Chancen, in Führung zu gehen. Erst zielte er nur knapp rechts über das Tor (28.), anschließend zwang er Gästekeeper Dennis Emken mit einem Distanzschuss zu einer Glanzparade. Daouda Soumah scheiterte (43.) kurz vor dem Halbzeitpfiff am souveränen Jan Detlefsen. Altenholz kam engagierter aus der Kabine und setzte den Gegner fortan unter Druck. Nils Drauschke vergab völlig freistehend per Kopf (53.) nach Flanke von Lasse Jensen. Der brandgefährliche Abdullah Ali Kalma hämmerte anschließend den Ball aus 30 Metern unter die Latte – ein Traumtor. Wenig später erzielte Anton Merz ebenfalls mit einem sehenswerten Treffer den überraschenden Ausgleich (65.). Die Partie ging nun hin und her und Daouda Soumah verpasste zwei Mal (78./89.) die Chance zur Gästeführung. In der Nachspielzeit gelang den Hausherren dann doch noch der umjubelte Siegtreffer. Brian Otto köpfte eine Flanke aus dem Mittelfeld am linken Pfosten uneigennützig auf den in der Mitte völlig freistehenden Pierre-Didier Webessie, der den Ball ins leere Tor schob. „Wir haben den Sieg von letzter Woche gegen Flensburg versilbert. Aus meiner Sicht verdient“, erklärte TSVA-Coach Liridon Imeri. „Wir hätten hier einen Punkt mitnehmen müssen“, sagte der enttäuschte Gäste-Trainer Torsten Böker.

(von Manuel Puderbach)