21. September 2019 / 06:00 Uhr

Ex-DFB-Keeper Bernd Franke kritisiert Marc-André ter Stegen: "Sollte keine großen Töne spucken"

Ex-DFB-Keeper Bernd Franke kritisiert Marc-André ter Stegen: "Sollte keine großen Töne spucken"

Hans-Günther Klemm
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bernd Franke (r) kann die Unmutsäußerungen von Marc-André ter Stegen (l) nicht nachvollziehen.
Bernd Franke (r) kann die Unmutsäußerungen von Marc-André ter Stegen (l) nicht nachvollziehen. © Verwendung weltweit
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Der ehemalige DFB-Torhüter Bernd Franke hat sich in der Diskussion um die Nummer eins im DFB-Team klar auf die Seite von Manuel Neuer gestellt. Gegenüber dem SPORTBUZZER erklärte er, dass sich ter Stegen mit der Reservistenrolle zufriedengeben müsse. Ex-Torhüter Uli Stein hat hingegen Verständnis für den Unmut des Barca-Keepers.

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Der Streit um den Platz im Tor der Nationalmannschaft entzweit Fußball-Deutschland. Ist Stammhalter Manuel Neuer vom FC Bayern München noch der beste Torhüter, oder gebührt Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona der Platz zwischen den Pfosten?

Der 27-jährige frühere Gladbacher hatte die Debatte mit seinen Äußerungen nach den Länderspielen gegen die Niederlande (2:4) und Nordirland (2:0), in denen er nicht zum Einsatz kam, angefeuert. Ter Stegen: „Diese Reise mit der Nationalelf war für mich ein schwerer Schlag.“ Dafür holte er sich Rüffel ab. Neuer reagierte, Bundestrainer Joachim Löw reagierte, Bayern-Boss Uli Hoeneß polterte in Richtung des Barça-Keepers und des DFB: „Von den handelnden Personen hätte ich schon erwartet, dass man den Herrn ter Stegen mal in die Ecke stellt und ihm mal klar sagt, dass es so nicht geht.

Die Karriere von Marc-André ter Stegen in Bildern:

Marc-André ter Stegen gehört zu den besten Torhütern Deutschlands und hat in seiner Karriere zahlreiche Erfolge feiern können - aber auch Niederlagen hinnehmen müssen. Der SPORTBUZZER stellt den Keeper vor. Zur Galerie
Marc-André ter Stegen gehört zu den besten Torhütern Deutschlands und hat in seiner Karriere zahlreiche Erfolge feiern können - aber auch Niederlagen hinnehmen müssen. Der SPORTBUZZER stellt den Keeper vor. ©
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Stein über ter Stegen: „Kann die Reaktion nachvollziehen“

Ein ehemaliger Nationaltorhüter wie Uli Stein hat Verständnis für ter Stegen. „Ich kann die Reaktion nachvollziehen, weil er seit Jahren überdurchschnittliche Leistungen bringt“, sagte der heute 64-Jährige gegenüber dem SPORTBUZZER. Stein, der in der Bundesliga 512 Spiele absolvierte, hat Erfahrungen als Nummer zwei. 1986 eskalierte der Streit um das Tor – während der WM in Mexiko. Stein, erbost über seinen Status im Schatten Toni Schumachers, bezeichnete Teamchef Franz Beckenbauer als „Suppenkasper“. Folge: Er flog aus dem Team und machte nie wieder ein Länderspiel, blieb als einer der besten Torhüter seiner Zeit bei kümmerlichen sechs Einsätzen stehen.

Mehr zur Debatte um ter Stegen

Verwundert zeigt sich Stein nur vom Zeitpunkt, den ter Stegen für seine Kritik gewählt hat. „In einer Phase, als Neuer wegen seiner Verletzung und langen Zwangspause schwächelte, meldete sich ter Stegen nicht zu Wort. Nun hat er keinen Grund für seine Klage, weil Neuer wieder ganz der Alte ist. Stein sieht Parallelen zu 1986: „Bei mir war es ähnlich. Lange galt Toni Schumacher zu Recht und unumstritten als Nummer eins, doch nicht mehr 1986 zu Zeiten der WM“, erzählt Stein. „Als Beckenbauer im ersten WM-Spiel in Mexiko Toni den Vorzug gab, hätte ich handeln müssen. Ich hätte konsequent sein und abreisen müssen, weil es nicht nach dem zuvor verkündeten Leistungsprinzip gegangen ist. So habe ich versucht, die Sache auszusitzen. Es kam zum Eklat.“ Der Rest ist Geschichte.

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Franke über ter Stegen: „Sollte keine großen Töne spucken“

Erfahrungen als Nummer zwei hat auch Bernd Franke. Von 1973 bis 1982 machte er sieben Länderspiele, kam an Sepp Maier nicht vorbei. Der 71-Jährige kritisiert ter Stegen. „Ich habe meine Rolle als Ersatz akzeptiert, Sepp Maier war besser. Für mich galt und gilt der Grundsatz: Der Trainer stellt die Mannschaft auf. Ter Stegen sollte sich zurückhalten, er sollte keine großen Töne spucken, sondern muss sich hinten anstellen“, so Franke gegenüber dem SPORTBUZZER. Er hält ter Stegen für einen Ausnahmetorwart, der in Barcelona herausragende Leistungen abliefert. „Doch in der Nationalelf ist er vor allem bei seinen ersten Einsätzen nicht an dieses Niveau herangekommen. Von daher kann er keine Ansprüche stellen. Mit seinen Aussagen hat er Unruhe entfacht und somit der Mannschaft geschadet.

Für Bodo Illgner, Nummer eins der Weltmeistermannschaft von 1990, sind die Konsequenzen des Streits klar, wie er den Portalen Spox und Goal sagte: Ter Stegen müsse seine Rolle als Nummer zwei akzeptieren. „Entweder verhält er sich bei der Nationalmannschaft entsprechend, oder es ist besser, wenn nur einer von beiden nominiert wird.“

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