18. April 2021 / 20:50 Uhr

Luckenwalder Hadel im Interview: "Die Zeit im Fußball ist begrenzt"

Luckenwalder Hadel im Interview: "Die Zeit im Fußball ist begrenzt"

Sport Lucki
Märkische Allgemeine Zeitung
Marcel Hadel wurde vor Kurzem 32 Jahre alt und möchte noch weiter höherklassig spielen. 
Marcel Hadel wurde vor Kurzem 32 Jahre alt und möchte noch weiter höherklassig spielen. © Frank Neßler
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Regionalliga Nordost: Der Kapitän des FSV 63 Luckenwalde über tickende Uhren, das Verlangen nach Zielen und einen „harten Hund“.

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Marcel Hadel feierte vor wenigen Tagen Geburtstag. Der Kapitän der Fußball-Regionalligisten FSV 63 Luckenwalde wurde 32 Jahre alt. Im SPORTBUZZER-Interview spricht Hadel darüber, mit wem und wie er seinen diesjährigen Geburtstag gefeiert hat, wie seine persönliche Bilanz der seit Freitag nun auch offiziell abgebrochenen Punktspielsaison 2020/2021 ausfällt sowie über Gedanken an das Ende seiner aktiven Fußballer-Zeit.

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Herr Hadel, alles Gute an dieser Stelle nachträglich zum 32. Geburtstag. Haben Sie gefeiert? Wenn ja, wie?

Marcel Hadel: Vielen Dank für die Glückwünsche. Gefeiert habe ich  im engsten Kreis der Familie nur mit Freundin und Mutti. Sozusagen coronaregelkonform, die Gäste kamen nur aus zwei Haushalten. Glücklicherweise war das Wetter grandios. Abgelaufen ist der Tag, wie so ein Tag in meinem Alter halt so abläuft. Es gab Kaffee und Kuchen. Anschließend haben wir das gute Wetter genutzt und sind im Park Sanssouci in Potsdam spazieren gegangen. Abends gab es Sushi von meinem Asiaten des Vertrauens. Dann war der Tag schon wieder beendet. Es war ganz entspannt und völlig okay, am nächsten Morgen musste ich ja wieder arbeiten.

Mit 32 Jahren sind Sie im fortgeschrittenen Fußballeralter. Wie stellen Sie sich Ihre weitere sportliche Laufbahn vor?

Tatsächlich habe ich mir in den zurückliegenden Monaten häufiger als sonst Gedanken gemacht, wie es für mich sportlich weitergehen könnte. Ich fühle mich zum Glück aktuell sehr fit und habe keine Sorgen, was Verletzungen angeht. Außerdem glaube ich, dass ich sehr gute Gene habe, um auf dem derzeitigen Niveau noch eine Weile Fußball spielen zu können. Generell ist es in meinem Alter jedoch so, dass man von Jahr zu Jahr schauen muss. Beim FSV 63 habe ich noch einen Vertrag für ein Jahr. Dann muss ich schauen, was die neue Saison bringt. Grundsätzlich kann ich es mir noch nicht vorstellen, aufzuhören. Die Zeit mit dem Fußball ist jedoch generell begrenzt. Dessen bin ich mir bewusst. Von Jahr zu Jahr sogar stärker.

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Wo würden Sie am liebsten Ihre sportliche Laufbahn beenden?

Mein Ziel ist es, so lange es geht, so hochklassig wie möglich zu spielen. Wenn man in meinem Alter erst einmal damit anfängt, alles zurückzufahren, dann verpasst man den Anschluss. Die Zeit im Fußball ist begrenzt, die bekomme ich nie wieder. Die neue Regionalligasaison mit Mannschaften wie Chemnitz, Lok Leipzig, Babelsberg oder Cottbus wird erneut sehr attraktiv werden. Da freue ich mich drauf. Die Spiele werden dann auch hoffentlich wieder vor Zuschauern ausgetragen. Meine leistungssportliche Laufbahn will ich auf jeden Fall beim FSV 63 beenden. Anschließend kann ich mir jedoch durchaus vorstellen, unterklassig, vielleicht bei einem Verein im Raum Potsdam, meine aktive Fußballerzeit ausklingen zu lassen. Das entscheide ich ganz spontan. Vielleicht geht es für mich ja zwei oder drei Jahre weiter auf dem jetzigen Niveau. Mal sehen, wie lange die Knochen halten.

Wie ist Ihre persönliche Sicht auf die seit Freitag nun auch offiziell vom Nordostdeutschen Fußballverband abgebrochene Punktspielsaison 2020/21 in der Regionalliga Nordost?

Wichtig für den Verein ist es, die Klasse gehalten zu haben. Der FSV 63 Luckenwalde spielt weiter in der Regionalliga. Aufgrund meines Alters dachte ich mir in den letzten Wochen allerdings öfters, schade, jetzt wurde mir ein Jahr meiner Zeit als Fußballer geraubt. Aber, ich denke, es ist der richtige Weg. Weil mehrere Bundesländer beteiligt sind, war es schwer möglich, einen Konsens zu finden. Der Abbruch ist aus meiner Sicht ein logischer Schritt. Die Vereine haben nun Planungssicherheit. Sie wissen, in dieser Saison finden maximal noch Landespokalspiele statt. Ab Juli wird es weitergehen. Ich bin guter Dinge, dass es dann wirklich wieder richtig losgehen wird.

Sie haben den Landespokal angesprochen. Luckenwalde ist dort einer der Viertelfinalisten. Noch ist jedoch nicht klar, ob und in welchem Modus der Wettbewerb entschieden wird. Wie gehen Sie mit der Situation um?

Man wird von Woche zu Woche hingehalten. Deshalb ist es schwierig, die Motivation hoch zu halten. Wohl auch ein Grund dafür, dass unsere jüngsten Testspielergebnisse nicht ganz so optimal ausgefallen waren. Aber wenn ein Ziel in Sicht ist – und das ist im sportlichen Bereich sehr, sehr wichtig –, dann werden wir wieder einhundertprozentig motiviert sein. Alle brennen drauf, weil es wieder richtig um etwas geht.

In Bildern: Die Trainer des FSV 63 Luckenwalde seit 1997

Klaus Kornmüller (Trainer des FSV 63 Luckenwalde von 1997 bis 2001). Zur Galerie
Klaus Kornmüller (Trainer des FSV 63 Luckenwalde von 1997 bis 2001). © Frank Neßler

In der neuen Saison hat der FSV 63 mit Michael Braune einen neuen Cheftrainer. Der ist nur wenige Jahre älter als Sie. Ist das für Sie ein Problem?

Nein, überhaupt nicht. Ich hatte auch schon ein etwas längeres Gespräch mit Micha, indem er seine Philosophie dargelegt hat. Ich denke, es geht nicht nur mir so, sondern wir haben alle so richtig Lust drauf, unter ihm zu trainieren. Es ist ein neuer Impuls und es wird Veränderungen geben.

Inwiefern?

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Micha ist als harter Hund bekannt, da werden die Einheiten wohl deutlich intensiver. So denke ich jedenfalls. Für den einen oder anderen Spieler wird das schon eine Umstellung werden. Aber die Jungs sind alle heiß darauf. Mit so einem jungen Trainerteam arbeiten zu können, das ist aus meiner Sicht schon genial. Da wird es auch keine Probleme geben. Ich zumindest habe kein Problem damit, dass der neue Chefcoach zwei oder drei Jahre älter ist als ich. Ich habe ja schon Erfahrungen mit meinem ehemaligen Mitspieler Steve Müller sammeln können, der auch mehr in die Trainerrichtung geht. Das klappt super. Er ist eine absolute Respektsperson und das wird bei Micha auch der Fall sein.