15. August 2018 / 20:12 Uhr

Marcel Reif über den Stimmungsboykott der 96-Ultras: "Eine sinnfreie Aktion"

Marcel Reif über den Stimmungsboykott der 96-Ultras: "Eine sinnfreie Aktion"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Marcel Reif hält den Stimmungsboykott der Ultras von Hannover 96 für absurd.
Marcel Reif hält den Stimmungsboykott der Ultras von Hannover 96 für "absurd". © dpa
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Der ehemalige Fußballkommentator und heutige Sport1-Experte Marcel Reif spricht über Abkoppelung zwischen Ultras und Vereinen und sagt, was er vom Stimmungsboykott in Hannover hält.

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Im SPORTBUZZER-Interview spricht Marcel Reif über Ultras und deren Befürchtungen, man wolle zwar, dass sie Lieder singen, aber andererseits werden sie langsam aus den Stadien gedrängt. "Was die großen Klubs gerne hätten, wäre beides. Aber du kannst nicht deine alte Fangemeinde haben, die die Lieder singt, die Choreos macht, und mit Herz und Nähe zum Spieler da ist, sich mit dem Klub identifiziert, denn die Klubs sind eben Weltunternehmen. Die Romantik hätten sie gerne rübergerettet, aber das wird nicht gehen", erklärt Reif.

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"Den eigenen Klub totzuschweigen - das ist doch absurd"

Über den Stimmungsboykott der 96-Ultras aus der vergangenen Saison hat der ehemalige Fußballkommentator und heutige TV-Experte ebenfalls eine starke Meinung: "Den eigenen Klub wie in Hannover von den Ultras im eigenen Stadion totzuschweigen, das ist doch eine sinnfreie Aktion. Das ist doch absurd."

Trotzdem könne er verstehen, was dahinter stecke. In diesem Zusammenhang spricht Reif von einem "Amputationsschmerz". "Sie selbst werden amputiert von einer Entwicklung, die sie nicht wollen. Aber ob sie wollen oder nicht – sie können nichts machen. Und diese Hilflosigkeit führt zu Verzweiflung und Überreaktion."

Choreos, Spruchbänder, Schweigen: Die Proteste bei Hannover 96 in Bildern.

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Protestbanner beim Heimspiel am 15. Dezember 2018 gegen Bayern München. ©
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"... oder man wird sich trennen"

Die Folge sei eine Abkoppelung zwischen Ultras und Verein. "Die Fans merken doch, hier passiert etwas, was sie nicht wollen. Und Herr Kind ist jemand der sagt: „Leute wir müssen nüchtern und pragmatisch denken, sonst werden wir abgehängt.“ Das führe zum Konflikt.

Für Reif schließen sich der Pragmatismus vom 96-Präsidenten und tiefste Fanbegeisterung von Seiten der Ultras ab einem bestimmen Zeitupunkt von selbst aus. "Entweder, man gewöhnt sich dann aneinander und geht den Weg gemeinsam oder man wird sich trennen", so Reif.

Das komplette Interview mit Marcel Reif lest Ihr am Donnerstag auf dem SPORTBUZZER

Das waren die Choreos der Fans von Hannover 96 der letzten Jahre:

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Choreographie vor dem Spiel Hannover 96 gegen den FC Augsburg. ©

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