22. Mai 2019 / 22:56 Uhr

Marcel Schäfer: Zehn Stationen auf dem Weg zum Titel mit dem VfL Wolfsburg

Marcel Schäfer: Zehn Stationen auf dem Weg zum Titel mit dem VfL Wolfsburg

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Meister-Erinnerungen: VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer.
Meister-Erinnerungen: VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer. © imago sportfotodienst
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Es gab keine Trainingspläne, der Ball bei Heimspielen war nicht weiß und in Stuttgart gab es eine Pleite: Zum Meisterjubiläum des VfL Wolfsburg erinnert sich Marcel Schäfer an zehn wichtige Stationen auf dem Weg zum Titel 2009.

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Jubiläum! Vor zehn Jahren wurde der VfL Wolfsburg sensationell deutscher Meister. Marcel Schäfer, damals Linksverteidiger und heute Sportdirektor, erinnert sich an zehn ganz besonders wichtige Bausteine auf dem Weg zum Titel - dabei spielte auch der Ball eine Rolle.

Für Schäfer ist klar: Der VfL von heute kann vom VfL von 2009 durchaus noch etwas lernen. "Das mit dem Zusammenhalt ist damals anders gewesen, weil es einfach eine andere Zeit war – auch wenn es erst zehn Jahre her ist. Man kommuniziert heute anders, geht anders miteinander um als die Generation, die wie ich noch ohne Smartphone groß geworden ist. Ich will das gar nicht werten, das ist alles okay, jede Zeit ist auf ihre Art interessant. Die größere Parallele sehe ich bei der Fitness, auf die auch Bruno Labbadia riesigen Wert legt. Und man sieht, dass wir auch in dieser Saison viele Spiele kurz vor Schluss entschieden haben, besonders das Hinrunden-Finale in Augsburg war da beeindruckend. Und das kommt nicht von ungefähr."

Marcel Schäfer: 10 Stationen auf dem Weg zum Titel mit dem VfL Wolfsburg

1 - Nach einem 1:2 bei Werder Bremen beendet der VfL die Hinrunde als Neunter. Schäfer: „Im Wintertrainingslager in Jerez de la Frontera setzte sich Felix Magath wie so oft mit dem Mannschaftsrat in einer Ecke des Hotel-Foyers zusammen. Er fragte uns: Was wollt ihr in dieser Saison erreichen? Als wir etwas zaghaft wurden und vom Blick Richtung Europa sprachen, wurde er deutlich: Er sei nicht nach Wolfsburg gekommen, um mit dem zufrieden zu sein, was da ist – sondern um Champions League zu spielen und Titel zu gewinnen! Er möchte Meister werden! Es war das erste Mal, dass er von der Meisterschaft sprach. Und wir haben uns angeschaut und fanden das ehrlich gesagt ziemlich ambitioniert, denn wir waren ja nur Neunter und alles sah nach einem Zweikampf zwischen Bayern und Hoffenheim aus. Aber dann gewannen wir in der Rückrunde Spiel um Spiel – und Magath hat uns grinsend regelmäßig an seine Worte aus dem Winter erinnert. Irgendwann haben wir dann geglaubt: Wir können es echt schaffen.“ Zur Galerie
1 - Nach einem 1:2 bei Werder Bremen beendet der VfL die Hinrunde als Neunter. Schäfer: „Im Wintertrainingslager in Jerez de la Frontera setzte sich Felix Magath wie so oft mit dem Mannschaftsrat in einer Ecke des Hotel-Foyers zusammen. Er fragte uns: Was wollt ihr in dieser Saison erreichen? Als wir etwas zaghaft wurden und vom Blick Richtung Europa sprachen, wurde er deutlich: Er sei nicht nach Wolfsburg gekommen, um mit dem zufrieden zu sein, was da ist – sondern um Champions League zu spielen und Titel zu gewinnen! Er möchte Meister werden! Es war das erste Mal, dass er von der Meisterschaft sprach. Und wir haben uns angeschaut und fanden das ehrlich gesagt ziemlich ambitioniert, denn wir waren ja nur Neunter und alles sah nach einem Zweikampf zwischen Bayern und Hoffenheim aus. Aber dann gewannen wir in der Rückrunde Spiel um Spiel – und Magath hat uns grinsend regelmäßig an seine Worte aus dem Winter erinnert. Irgendwann haben wir dann geglaubt: Wir können es echt schaffen.“ ©
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Damals wie heute ist übrigens die Rautentaktik populär - zuletzt auch beim VfL. "Das liegt an den Spielern, die du hast", so Schäfer. "Wir haben in Wolfsburg mit William und Jerome Roussillon Außenverteidiger, die oft in Flankenpositionen kommen, die nicht nur das nötige Tempo, sondern auch die Gier haben, offensiv am Spiel teilzunehmen. Und dann ergibt die Raute Sinn – vor allem, wenn du - wie wir auch - noch zwei gute Stürmer vorne drin hast." Dass es nach dem VfL keinen anderen deutschen Meister mehr als Bayern München und Borussia Dortmund gab, ist für Schäfer nicht zwingend ein Dauerzustand: "Es wird immer mal eine Mannschaft geben, die völlig überraschend für Furore sorgt – so wie wir das gemacht haben, so wie das vor uns Kaiserslautern gemacht hat oder 2016 Leicester City in England." Dass der VfL noch einmal den Titel holt, würde er "nicht ausschließen, aber niemals als Ziel nennen".

Meister-Erinnerungen: VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer.
Meister-Erinnerungen: VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer. © Sebastian Bisch
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