06. Juni 2022 / 18:14 Uhr

Marcel Schmelzers bittere Abrechnung mit Ex-Bundestrainer Löw und dem DFB-Team: "Freude hatte ich dort nie"

Marcel Schmelzers bittere Abrechnung mit Ex-Bundestrainer Löw und dem DFB-Team: "Freude hatte ich dort nie"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Marcel Schmelzer (l.) hat seine Karriere beendet. Unter Ex-Bundestrainer Joachim Löw (r.) spielte machte er 16 Länderspiele.
Marcel Schmelzer (l.) hat seine Karriere beendet. Unter Ex-Bundestrainer Joachim Löw (r.) spielte machte er 16 Länderspiele. © IMAGO/Thomas Bielefeld (Montage)
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Marcel Schmelzer hat seine Fußball-Schuhe an den Nagel gehängt. Im Rückblick auf seine Karriere als Profi erinnert er sich überraschend ungern an die Zeit bei der Nationalmannschaft zurück - und kritisiert Ex-Bundestrainer Joachim Löw. 

Insgesamt spielte Marcel Schmelzer in seiner jüngst für beendet erklärten Fußballer-Karriere 16-mal für die Nationalmannschaft. Viele gute Erinnerungen scheint der 34-Jährige an seine Zeit im DFB-Dress nicht zu haben. In einem Interview auf der BVB-Homepage gibt er zu, mit Bauchschmerzen daran zurückzudenken. "Freude hatte ich dort nie", sagte Schmelzer deutlich.

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Der Linksverteidiger führte aus: "Vorher in der U21 – das war ein schönes Jahr unter Horst Hrubesch mit dem Gewinn der Europameisterschaft, das war mega, das hat Spaß gemacht. Später dann in der A-Nationalmannschaft hatte ich nie Freude dort zu sein – und fühlte mich nicht wirklich wohl."

Im November 2010 wurde der damals 22-Jährige erstmals von Ex-Bundestrainer Joachim Löw eingesetzt. Bei der EM 2012 stand er zwar im Kader, kam jedoch nicht zum Zug. Der BVB war im Gegensatz zum DFB offenbar so etwas wie Schmelzers Wohlfühloase. "In Dortmund habe ich mich mit meinen Konkurrenten immer gut verstanden. In der Nationalmannschaft wird dir auf eine andere Weise 'Hallo' von deinen Konkurrenten als von den übrigen Spielern gesagt; im Training wird auch anders agiert", erklärteder gebürtige Magdeburger: "Damit habe ich mich anfangs schwergetan. Ich fühlte mich unwohl."

Schmelzer: Es gab Spannungen mit den Bayern-Profis

Es könne sein, "dass die Rivalität auf den einzelnen Positionen in anderen Bundesliga-Vereinen auch so gelebt wurde. Nur kannte ich das nicht vom BVB", räumte Schmelzer, der in seiner Profi-Laufbahn nie für einen anderen Klubs als Borussia Dortmund spielte, ein. Die für ihn fehlende Harmonie im DFB-Team lag aus Schmelzers Sicht "sicher auch an der Rivalität" zum FC Bayern, der damals mit dem BVB um den Status als Deutschlands Nummer eins konkurrierte: "Da gab es schon Spannungen." Doch Schmelzer hat eine weitere Erklärung für seine unschönen Erinnerungen: "Hinzu kam, dass Löw zweimal öffentlich sagte, dass er gezwungenermaßen mit mir arbeitete."

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Sein letztes Länderspiel machte Schmelzer im März 2014. Wenige Monate später wurde die DFB-Auswahl ohne ihn in Rio Weltmeister - stattdessen reiste Klub-Kollege Erik Durm mit nach Brasilien. "Auch wenn die Nichtnominierung für mich damals unverständlich war, nachdem ich alle zehn Qualifikationsspiele bestritten hatte: Damit habe ich abgeschlossen. So sehr mich das auch belastet hat, und so ungerecht ich das damals fand – irgendwann musste ich mich wieder auf Borussia Dortmund konzentrieren."

Für seinen Herzens-Klub machte Schmelzer insgesamt 367 Pflichtspiele - phasenweise sogar als Kapitän. Zweimal gewann er mit den Dortmundern die Meisterschaft. Den DFB-Pokal holte er sogar dreimal. Nach zahlreichen Verletzungen ist mit 34 nun Schluss. "Für den Körper war es anstrengend, und für den Kopf sogar mega anstrengend, mich mehrmals zurückzukämpfen, um anschließend wieder hinzufallen. Ich werde erst einmal komplett runterfahren und ein bisschen reisen", so der frühere Nationalspieler.

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