24. September 2021 / 11:35 Uhr

Marco Arndt: "Für mich ist der Kreisfußball der wahre Fußball"

Marco Arndt: "Für mich ist der Kreisfußball der wahre Fußball"

Oliver Schwandt
Märkische Allgemeine Zeitung
Marco Arndt (M.) beim Kreisoberliga-Spiel Schenkendorf gegen Großbeeren im Gespräch mit Grün-Weiß-Akteur André Schulz (l.). 
Marco Arndt (M.) beim Kreisoberliga-Spiel Schenkendorf gegen Großbeeren im Gespräch mit Grün-Weiß-Akteur André Schulz (l.). © Oliver Schwandt
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Vereinsleben: Schiedsrichter Marco Arndt vom HSV Fortuna Friedersdorf-Gussow leitet sehr gerne Begegnungen in der Region, anstatt in die Ferne zu reisen.

In einer losen Reihenfolge stellt die Märkische Allgemeine Zeitung Schiedsrichter aus dem Fußballkreis Dahme/Fläming vor. Dieses Mal ist Marco Arndt an der Reihe, der für den Heideseer Sportverein Fortuna Friedersdorf-Gussow Partien bis hin zur Kreisoberliga leitet.

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„Ich liebe das Gefühl, als Unparteiischer ein Teil des Fußballspiels zu sein und dementsprechend mithelfen zu können, dass es nach den geltenden Regeln durchgeführt wird“, sagt Arndt, der mit Leib und Seele ein Mann in Schwarz ist. „Begegnungen zu leiten, macht mir unheimlich viel Spaß und Freude. Mir gefällt dabei auch der regelmäßige Austausch zwischen Spielern und meiner Person, den ich auf dem Rasen unheimlich wichtig finde.“

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Geboren wurde Arndt am 4. August 1999 im Achenbach-Krankenhaus Königs Wusterhausen. Bis zum heutigen Zeitpunkt lebt er mit seinen Eltern in Dannenreich, einem Ortsteil der Gemeinde Heidesee. Nach seiner Zeit in der Grundschule Friedersdorf besuchte Arndt das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in seinem Geburtsort. „In meiner Kindheit hatte ich nie so eine richtige Verbindung zum Fußball. Erst, als sich mein jüngerer Bruder Tobias mit sechs Jahren beim HSV Fortuna anmeldete, guckte ich mir Wochenende für Wochenende Spiele von ihm an. Erst in Friedersdorf und dann beim SV Merkur Kablow-Ziegelei, da Tobias nach einem kurzem Intermezzo beim HSV dorthin wechselte“, berichtet der Unparteiische.

 „Mir fiel damals auf, dass Rainer Panzner bei Merkur bei den Heimspielen fast immer alleine als Schiedsrichter fungierte. Ich wollte ihm unter die Arme greifen und fing mit zwölf Jahren so selbst mit dem Pfeifen an“, erinnert sich Arndt, der im Frühjahr 2013 erfolgreich in Großbeeren die Ausbildung zum Schiedsrichter absolvierte.

Danach ging es in seiner Karriere sehr schnell steil aufwärts. Ab der Spielzeit 2013/2014 leitete er Begegnungen des Nachwuchses auf dem Kleinfeld, ehe Arndt erste Erfahrungen als Assistent bei Männerpartien sammelte. „Als erstes Spiel bei den Herren pfiff ich mit 17 Jahren ein Testmatch in Kablow-Ziegelei, das ich ohne größere Probleme über die Bühne brachte. Durch Zufall kam ich kurze Zeit später zu meinem Pflichtspieldebüt in der 2. Kreisklasse, da kein Referee angereist war. Da wurde ich kurzerhand als Ersatz ins kalte Wasser geworfen, da unter den Zuschauern keiner mit einem Schirischein war.“

2015 fing er nebenbei beim HSV Fortuna Friedersdorf-Gussow auch mit dem Kicken an, da es beim SV Merkur zu diesem Zeitpunkt keine Mannschaft in seinem Alter gab. „Bis zu den Männern habe ich in Friedersdorf noch Fußball gespielt, mich aber dann komplett für meine Schiri-Laufbahn entschieden, da ich auf längere Sicht eine bessere Perspektive sehe, schneller nach oben zu kommen. Ein weiterer ausschlaggebender Punkt für mich bei meiner Entscheidung war, dass man als Schiedsrichter weniger verletzungsanfälliger als ein Spieler ist“, begründet Arndt diesen Schritt.


Marco Arndt: "Ich möchte weiter Erfahrungen in der Kreisoberliga sammeln"

Ab der Rückrunde 2018/2019 pfiff der HSV-Unparteiische bereits Begegnungen in der Kreisliga, im Sommer des selben Jahres wurde er bei einer Schiedsrichterweiterbildung in Wünsdorf schon in die Kreisoberliga hochgestuft. „Dort zu pfeifen macht mir deutlich mehr Spaß, da man zwei Assistenten an den Linien hat, die einem bei den Abseitsentscheidungen und Ausbällen echt gut unterstützen“, sagt der Wirtschaftsinformatik-Student der TH Wildau. „Ein Angebot, noch eine Liga höher in der Landesklasse zu pfeifen, habe ich bisher ausgeschlagen, da ich selber etwas das Tempo rausnehmen wollte. Ich möchte mich erst einmal in der Kreisoberliga behaupten und Erfahrungen sammeln, danach können wir sicherlich über alles reden.“

Höher als auf Landesebene zu agieren, möchte der Dannenreicher zum jetzigen Zeitpunkt nicht. „Für mich ist der Kreisfußball der wahre Fußball, dem ich mich sehr verbunden fühle und mit dem ich mich deutlich mehr identifiziere. Da liegt mein Interesse höher als zu einer Liga, zu der ich keine wirkliche Beziehung habe“, sagt der 22-Jährige.