14. Mai 2021 / 18:29 Uhr

Marco Reus betreibt Eigenwerbung: So wichtig war das Pokalfinale für seine EM-Chancen

Marco Reus betreibt Eigenwerbung: So wichtig war das Pokalfinale für seine EM-Chancen

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Marco Reus lieferte im Pokalfinale eine starke Vorstellung.
Marco Reus lieferte im Pokalfinale eine starke Vorstellung. © IMAGO/Team 2 (Montage)
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Marco Reus überzeugt auf ganzer Linie: Dortmunds Kapitän wird im Pokalfinale gegen RB Leipzig zu einem der Matchwinner und betreibt vor den Augen des Bundestrainers Eigenwerbung genau zur richtigen Zeit.

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Die ganz große Party blieb (noch) aus. Zwar feierten die Helden von Borussia Dortmund ihren fünften Pokalsieg, den sie mit dem 4:1 im Finale gegen RB Leipzig eingefahren hatten, im Schlosshotel Grunewald bis in die Morgenstunden – doch richtig ausgelassen wurde die Sause nicht.

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Trainer Edin Terzic trinkt ohnehin keinen Alkohol, erlaubte seinen Profis natürlich das ein oder andere Kaltgetränk. Doch bereits am Freitag geht es direkt weiter nach Frankfurt, zum nächsten „Endspiel“. Am Sonntag (18 Uhr/Sky) muss der BVB bei der Mannschaft der Stunde, dem FSV Mainz 05 ran. Es geht um nicht weniger als die Qualifikation zur Champions League. Um rund 30 Millionen Euro fixe Einnahmen für die GmbH & Co KGaA, die im dritten Quartal 2020/21 gerade einen Verlust von 18,8 Millionen Euro schlucken musste. Und jeder weiß, dass Spieler wie Erling Haaland oder Jadon Sancho im Falle eines Verpassens der Königsklasse wohl kaum zu halten wären.

BVB in der Einzelkritik gegen RB Leipzig

Der BVB in der Final-Einzelkritik gegen RB Leipzig. Zur Galerie
Der BVB in der Final-Einzelkritik gegen RB Leipzig. ©

Für Reus war es DFB-Pokal Nummer zwei

„Die Saison ist noch nicht zu Ende. Wir wollen auch unser zweites Ziel erreichen“, sagte Terzic nach einer unglaublich effizienten Leistung der Schwarzgelben. „Das war ein Finale. Da geht es nicht darum schönzuspielen, sondern zu gewinnen“, meinte der Coach nach seinem ersten Titel. Für Matchwinner Marco Reus war es Pott Nummer zwei. 2017 zog er sich im Endspiel allerdings einen Kreuzbandriss zu, diesmal wurde er zum Helden von Berlin. Bei allen vier Treffern hatte er seine Füßchen im Spiel. Kein Wunder, dass er den goldenen Pokal kaum mehr hergeben wollte.

„Ich bin unheimlich stolz auf diese Mannschaft“, sagte der Kapitän. „Immer wenn wir müssen, sind wir zu Besonderem fähig.“ Und Reus zeigte endlich mal, dass auch er einer großen Partie seinen Stempel aufdrücken kann. Und das vor den Augen von Joachim Löw, der im leeren Olympiastadion auf der Tribüne saß. Als er in der Halbzeitpause bei der ARD auf Reus angesprochen wurde, bestätigte er dessen Formanstieg: „Marco hatte in den letzten Wochen wieder einen guten Rhythmus.“ Mit Blick auf die vorläufige EM-Kadernominierung am kommenden Mittwoch hielt er sich aber betont zurück. „Marco ist im erweiterten Kreis.“

Reus, Hummels, Müller - DFB-Trainerteam diskutiert EM-Kandidaten

Nach Informationen des SPORTBUZZER diskutierte Löw mit seinem Trainerteam in den vergangenen Tagen im Rahmen einer Klausurtagung über die rund 40 Kandidaten zu denen auch Reus-Teamkollege Mats Hummels und Bayerns Vorlagenkönig Thomas Müller zählen. Seine endgültige Entscheidung wird Löw am 19. Mai verkünden – und daran nur noch etwas ändern, sollte sich jemand verletzen. Heißt: Er wird auch nicht mehr als die 26 Spieler, die der DFB laut UEFA für die Endrunde nominieren darf, aufbieten. Der Grund liegt auf der Hand. Bis zur endgültigen Kaderabgabe beim Verband am 1. Juni gibt es nicht mal mehr ein Testspiel, sondern nur vier Tage im Trainingslager in Seefeld/Tirol (ab 28. Mai).

Während Terzic, Reus und der BVB den ersten Titel nach fünf Jahren einsackten, muss RB Leipzig weiter auf etwas Blechernes für die Vitrine warten. „Wir waren zum zweiten Mal in Berlin und haben zum zweiten Mal auf den Sack bekommen – das ist sehr, sehr bitter“, schimpfte Klub-Boss Oliver Mintzlaff enttäuscht. Dass sein (Noch-)Trainer Julian Nagelsmann nun ohne einen Titel im Gepäck an die Säbener Straße aufbricht, dürfte ihn dabei noch am wenigsten stören. Dass mit Doppeltorschütze Haaland ausgerechnet ein Profi aus dem Red-Bull-Kosmos, der schon in Leipzig vorstellig war, den Brausehahn im Olympiastadion zudrehte, schon eher.

Nagelsmann kann seinen ersten Pokal nun beim Supercup einheimsen, mit den Bayern. Gegner vor dem Start in die neue Saison ist dann Marco Rose – ausgerechnet mit Borussia Dortmund.