18. Juni 2018 / 15:08 Uhr

Marco Reus mit kuriosen Aussagen: Was plant Joachim Löw mit dem BVB-Star?

Marco Reus mit kuriosen Aussagen: Was plant Joachim Löw mit dem BVB-Star?

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gegen Schweden: Vertraut Joachim Löw (l.) von Beginn an auf Marco Reus?
Gegen Schweden: Vertraut Joachim Löw (l.) von Beginn an auf Marco Reus? © Imago-Montage
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Erst als Marco Reus gegen Mexiko eingewechselt wurde, kam Deutschland auch zu Chancen. Nach dem Spiel ließ der BVB-Star dann mit kuriosen Aussagen aufhorchen. Lässt Bundestrainer Joachim Löw seine "Rakete" gegen Schweden durchstarten?

Er war einer der Besten in der Vorbereitung auf die WM – und dennoch einer der größten Verlierer. Bei der 0:1-Auftaktpleite der deutschen Mannschaft gegen Mexiko saß Marco Reus zunächst auf der Bank, wurde erst in der 61. Minute für Sami Khedira eingewechselt und brachte zumindest etwas Schwung in die lahme DFB-Offensive. Half am Ende trotzdem nichts, auch Reus konnte die hochverdiente Niederlage nicht mehr abwenden. Doch nach dem Abpfiff sorgte er noch mal für Aufregung.

Der SPORTBUZZER fragte den BVB-Star, ob er überrascht gewesen sei, nicht in der Startelf zu stehen oder sich dies in den letzten Tagen abgezeichnet habe? Seine verblüffende Antwort: „Ich wusste schon im Trainingslager, dass ich nicht von Anfang an spiele. Das war so abgesprochen." Nachfrage: Warum? Reus weiter: „Wir gehen davon aus, dass das Turnier lange geht und ich vor allem in den wichtigen Spielen gebraucht werde.“ Nach einer kurzen Unterbrechung fügte er an: „Auch wenn das heute natürlich auch ein wichtiges Spiel war, in dem ich gerne gespielt hätte.“

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Das Reus-Rätsel – was hatte oder hat Joachim Löw tatsächlich mit ihm vor? Offenbar legte sich der Bundestrainer schon vor Wochen fest, dass der Offensiv-Allrounder erst im Turnierverlauf eine wichtige Rolle spielen soll. Damit hätte Löw den Konkurrenzkampf um die begehrten Plätze in der offensiven Dreierreihe schon sehr früh ad absurdum geführt. Und dass, obwohl Mesut Özil nicht nur mit drei Wochen Trainingsrückstand (nach Rückenproblemen) zur Nationalmannschaft stieß und nach dem Österreich-Test aufgrund einer Knieprellung noch mal eine Woche nur reduziert trainieren konnte.

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Der Zeitpunkt der Löw-Entscheidung verwundert

Zudem überzeugte Reus im letzten Spiel vor dem Abflug nach Russland, war beim 2:1 gegen Saudi-Arabien bester Mann. Allerdings stand da offensichtlich schon fest, dass Julian Draxler (auf links) und Özil (zentral) gegen Mexiko beginnen würden – eine merkwürdige Entscheidung, für die es eigentlich nur eine plausible Erklärung gibt: Löw wollte den verletzungsanfälligen Reus nicht gleich „verheizen“, sondern als Edeljoker auf der Bank haben. Eine Rolle, die ihm sicherlich besser liegt als Draxler oder Özil. Der Zeitpunkt dieser Entscheidung verwundert aber dennoch.

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Viele Fans und Experten hatten gehofft, dass „Rakete Reus“ (O-Ton Löw) bei seiner ersten WM von Beginn an zündet. Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus schrieb beispielsweise in seiner Bild-Kolumne: „Marco Reus hätte bei mir eine Stammplatzgarantie und müsste immer spielen. Es gibt keine deutschen Spieler, die in Eins-gegen-Eins-Dribblings gehen.“


Vieles spricht dafür, dass der Bundestrainer seinen Plan, Reus für die K.o.-Phase zu „schonen“, nun über den Haufen wirft und ihn am Samstag gegen die defensivstarken Schweden in der Startelf bringt.

Reus: "Ich möchte natürlich immer spielen"

Reus selbst gibt sich zurückhaltend: „Ich möchte natürlich immer spielen, sonst hätte ich hier auch nichts zu suchen. Aber am Ende entscheidet das der Bundestrainer. Wir haben einen breiten Kader und brauchen alle Spieler.“ Löw und seinem Trainerteam dürfte gegen Mexiko aber kaum entgangen sein, dass weder Draxler noch Özil überzeugten und es kaum schafften, kreative Momente zu kreieren.

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Der Bundestrainer gab zu: „Wir hatten nicht die Kombinationssicherheit, die man von uns kennt und wie ich es mir vorstelle. Wir waren halbherzig im Spiel nach vorne und haben um den Sechszehner herum zu viele Bälle verloren. Wir müssen es einfach schaffen, zum Abschluss zu kommen, dann haben wir weniger Probleme.“

Genau dafür soll Reus jetzt sorgen.