27. Juni 2020 / 08:08 Uhr

Marcos Álvarez kann nicht gegen Dynamo Dresden treffen - Susac-Einsatz möglich

Marcos Álvarez kann nicht gegen Dynamo Dresden treffen - Susac-Einsatz möglich

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Der Noch-Osnabrücker Marcos Álvarez war in dieser Saison sehr treffsicher, ist aber aktuell verletzt.
Der Noch-Osnabrücker Marcos Álvarez war in dieser Saison sehr treffsicher, ist aber aktuell verletzt. © imago images/Nordphoto
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Der Ex-Dynamo in Diensten des VfL Osnabrück fehlt am Sonntag wegen Adduktorenproblemen im Harbig-Stadion. Aber ein anderer Ex-Dresdner könnte hier sein Comeback feiern.

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Osnabrück/Dresden. Für Dynamo Dresden wird es am Sonntag ein bitterer Abschied aus der 2. Fußball-Bundesliga. Gegner beim Saison-Halali ist um 15.30 Uhr ausgerechnet auch der VfL Osnabrück. Ein Verein, mit dem die Schwarz-Gelben schon große Schlachten geschlagen und die sie - wenn es darauf ankam - auch gewonnen haben. So setzten sich die Dresdner im Mai 2011 unter Trainer Ralf Loose in der Relegation zur 2. Liga gegen die Niedersachsen durch und stiegen nach einem enttäuschenden 1:1 in Dresden und einem hart erkämpften 3:1 nach Verlängerung vor 16.600 Zuschauern an der Bremer Brücke in Osnabrück auf. Noch einmal hatten die Obersachsen dann 2013 das bessere Ende für sich, als es wieder in die Relegation gegen die Lila-Weißen ging, die aus der 3. Liga zurück ins Bundesliga-Unterhaus wollten. Nach einem 0:1 in Osnabrück drehte die Elf von Trainer Peter Pacult vor knapp 30.000 Fans an der Lennéstraße den Spieß um und gewann ein dramatisches Spiel mit 2:0. Die Treffer von Cristian Fiel und Idir Ouali bedeuteten die Rettung durch die Hintertür, der VfL musste weiter drittklassig spielen und tauschte Trainer Claus-Dieter Wollitz gegen Maik Walpurgis aus, der den Wiederaufstieg aber auch nicht schaffte und sich später erfolglos u.a. auch bei Dynamo versuchte. Erst 2019 schafften die Osnabrücker die Rückkehr in die 2. Liga, stiegen als Meister der 3. Liga verdient auf. Cheftrainer Daniel Thioune gelang es auch, eine Etage höher mit unbekümmerten Offensivfußball die Klasse zu halten, denn der VfL hat 39 Punkte auf dem Konto und kann am letzten Spieltag nicht mehr auf einen direkten Abstiegsplatz oder den unglückseligen Relegationsrang abrutschen.

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Marcos Álvarez kam im Dezember 2016 nach Dresden, spielte hier aber keine große Rolle. 
Marcos Álvarez kam im Dezember 2016 nach Dresden, spielte hier aber keine große Rolle.  © Frank Dehlis

Einer der großen Erfolgsgaranten der Niedersachsen war ausgerechnet ein Ex-Dynamo: Stürmer Marcos Álvarez. Der Angreifer mit südeuropäischen Wurzeln hatte es einst unter Trainer Uwe Neuhaus nicht gepackt, bei Dynamo Fuß zu fassen, weil er nach einer langen Verletzung noch nicht richtig fit war. Das war der emotionale Typ, Sohn eines Spaniers und einer Deutsch-Italienerin, aber in dieser Saison, in der er in 29 Spielen stolze 13 Treffer erzielte. Kein Dresdner kam unterdessen auch nur in die Nähe dieser Marke. Der im Winter nach Nimes gewechselte Moussa Koné ist mit sechs Treffern noch immer der beste Dresdner Schütze der Saison vor Patrick Schmidt mit fünf und Alexander Jeremejeff mit vier Einschlägen. "Ich weiß, wo das Tor steht", kann Álvarez dagegen im Brustton der Überzeugung behaupten. Ohne ihn hätten die besonders in der Hinrunde starken Osnabrücker den Ligaverbleib nicht gesichert. Am Sonntag kann der Torjäger aber nicht in Dresden spielen, denn er leidet aktuell an Adduktorenproblemen. Im Sommer wechselt er dann zu KS Crakovia nach Krakau in die 1. Liga Polens, wo er einem Spitzenteam angehören wird und sich Chancen ausrechnet, international eingesetzt zu werden. Auch privat läuft es gut für den 25-Jährigen, denn er heiratete letzte Woche im Stadion an der Bremer Brücke.

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Einen anderen Ex-Dynamo können die Dresdner Fans aber am Sonntag im Fernseher wiedersehen, denn der Kroate Adam Susac hat sich am Saisonende wieder bei Thioune positiv in den Vordergrund gespielt. Der Innenverteidiger aus Varazdin, der auch schon einmal zwei Jahre in Aue gekickt hat, war nach langer Durststrecke zuletzt wieder zweimal im Kader und spielte auch. Beim 1:1 gegen den Hamburger SV war er 90 Minuten dabei, beim 4:1 letzte Woche gegen die Kieler kam er für elf Minuten als Joker rein. Gut möglich, dass der 31-Jährige sich am Sonntag also mal wieder im Rudolf-Harbig-Stadion zeigen darf. Acht Saisonspiele hatte er bislang zu verzeichnen, aber auch mit nur maximal neun wird er wohl in Osnabrück bleiben, denn sein Vertrag dort gilt noch ein Jahr.