23. Februar 2021 / 06:30 Uhr

Marcus Budniak – ein Mann mit vielen Aufgaben beim FSV Malchin

Marcus Budniak – ein Mann mit vielen Aufgaben beim FSV Malchin

Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
FSV-Coach Marcus Budniak.
Marcus Budniak, Trainer des FSV Malchin, ist seit seiner Kindheit in dem Verein. © Johannes Weber
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Der SPORTBUZZER stellt erfolgreiche Langzeit-Trainer vor: Marcus Budniak ist seit mehr als drei Jahrzehnten beim Fußball-Landesligisten. Schon mit 26 Jahren übernahm er das Herrenteam und begeistert sich vor allem für die Arbeit mit jungen Talenten.

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Rostock/Malchin. Es ist der Sommer 2008. Marcus Budniak und ein paar Vereinskollegen vom FSV Malchin haben eine dringliche Vorstandssitzung an eine Tankstelle im Ort verlegt. Zentrales Thema: die Besetzung des Trainerpostens im Fußball-Verbandsligateam des FSV. Die Zeit rennt. Es sind nur noch wenige Tage bis zum Saisonstart. Viele Gespräche in den Wochen zuvor hatten kein Ergebnis gebracht. Budniak, der einen engen Draht zur Vereinsführung hat, hatte sich ebenfalls viele Gedanken gemacht. Dann die Entscheidung: Der damals 26-Jährige entschließt sich, die Herausforderung anzunehmen und den Posten als Spielertrainer zu übernehmen.

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Mehr als zwölfeinhalb Jahre später ist Budniak immer noch im Amt – nur nicht mehr als Spieler. 2010 wäre er beinahe als Coach zurückgetreten. „Ich hatte für eine Woche aufgehört, weil es Unstimmigkeiten im Vorstand gab. Man konnte mich jedoch vom Rücktritt umstimmen“, erzählt Budniak.

Die Zuschauertabelle der Landesliga Ost in der Saison 2020/21:

Die Mannschaft des SV Siedenbollentin, die in Sievershagen gewann. Zur Galerie
Die Mannschaft des SV Siedenbollentin, die in Sievershagen gewann. ©

Der dreifache Familienvater spürt nach wie vor die nötige Power für sein Engagement. Dabei ist der Trainerjob nicht die einzige Funktion, die Budniak beim FSV inne hat. Stellvertretender Vorsitzender, Sportlicher Leiter und obendrein noch Coach der A-Junioren – der Ur-Malchiner ist ein Mann mit vielen Aufgaben. Warum steckt er so viel Zeit und Herzblut rein? „Weil mir die Arbeit viel Spaß macht und ich den Verein voranbringen will. Wir bauen im Nachwuchs gerade neue Strukturen auf.“

Marcus Budniak: „Ich sehe mich beim Fördern und Entwickeln von jungen Leuten.“

Die Arbeit mit jungen Kickern liegt dem 39-Jährigen am Herzen. Vor seinem Trainerdebüt bei den ersten Herren war Budniak schon im FSV-Nachwuchs aktiv. Seit vielen Jahren ist er auch DFB-Stützpunktcoach in Malchin. Seine Grundeinstellung: „Ich sehe mich beim Fördern und Entwickeln von jungen Leuten.“


Mit dieser Auffassung passt der Übungsleiter einfach zum FSV. Das Ausbilden und Voranbringen von Eigengewächsen macht die Philosophie des Vereins aus. Die Talente aus den eigene Reihen sind das Fundament der Malchiner. „Das ist schon eine große Qualität, über Jahre immer wieder Spieler aus dem eigenen Nachwuchs hochzuziehen. Da steckt viel Arbeit hinter“, verdeutlicht Budniak. Diesen Weg will der FSV langfristig fortsetzen.

Die eigene Begeisterung hat der Trainer auch an zwei seiner Kinder weitergegeben. Tochter Quinn (9) und Sohn Rade (7), der nach Ex-Hansa-Stürmer Rade Prica benannt wurde, spielen im Malchiner Nachwuchs. Der jüngste Spross, Roque, ist erst wenige Monate jung. Gut möglich, dass auch er eines Tages das rot-weiße FSV-Trikot überstreifen wird.

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Und Ehefrau Claudia? Sie unterstützt ihre fußballverrückte Familie, fährt sogar zu Auswärtsspielen mit. Mit ihr ist Marcus Budniak seit elf Jahren verheiratet.

Noch länger ist die Bindung des Übungsleiters mit dem FSV. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist er im Verein. Dabei kommt Budniak ursprünglich aus Neustadt-Glewe. Mit vier Jahren war der gebürtige Westmecklenburger nach Malchin gezogen. Er absolvierte nach seiner Schulzeit für fünf Jahre ein Sportwissenschaft- und Pädagogik-Studium in Kiel. Dennoch war Budniak während seiner Studienzeit an den Wochenenden meistens für den Verein da.

Mit dem FSV erlebte der berufstätige Regionalschul-Lehrer in den vergangenen Jahren einige Höhen und Tiefen. Budniak stieg mit seinem Klub nach vielen Jahren 2014 aus der Verbandsliga ab. 2017 ging es wieder hoch, doch zwei Jahre später mussten die Malchiner zurück in die Landesliga. Im vergangenen Jahr wären sie fast wieder in die höchste MV-Spielklasse aufgestiegen. Allerdings verzichtete der FSV, sah sich finanziell und personell nicht gut genug aufgestellt.

Budniak hätte nichts gegen weitere Verbandsliga-Spielzeiten - aber nicht auf Zwang

Wann die Malchiner in Zukunft wieder in die Verbandsliga zurückkehren wollen, ist offen. Aktuell sind sie Tabellenfünfter in der Landesliga Ost. Für Budniak ist es kein Muss, dass der FSV dauerhaft wieder eine Etage weiter oben vertreten ist. Für den Coach steht eher im Vordergrund, dass er Fußball auf gutem Niveau anbietet, vorrangig mit Spielern aus der Region.

Den Weg sind die Malchiner über mehrere Jahre erfolgreich auch in der Verbandsliga gegangen. Stolz blickt Budniak auf die ewige Tabelle des MV-Oberhauses. Der FSV belegt in dem Gesamttableau Rang 14 mit 15 absolvierten Spielzeiten. Budniak: „Daran habe ich auch meine Aktien. Ich persönlich würde mich freuen, wenn noch ein paar Spielzeiten in der Verbandsliga dazukommen.“