06. Januar 2019 / 14:48 Uhr

Marcus Hoffmann vor Start mit Fragezeichen bei Viktoria Berlin

Marcus Hoffmann vor Start mit Fragezeichen bei Viktoria Berlin

Mirko Jablonowski
Der 31-jährige Marcus Hoffmann (l.) absolvierte in der laufenden Regionalliga-Saison 18 Einsätze für den FC Viktoria 1889 Berlin.
Der 31-jährige Marcus Hoffmann (l.) absolvierte in der laufenden Regionalliga-Saison 18 Einsätze für den FC Viktoria 1889 Berlin. © Christoph Laak
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Regionalliga Nordost: Für den Pessiner beginnt am Montag die Rückrundenvorbereitung beim FC Viktoria 1889 Berlin.

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2018 war für den gebürtigen Pessiner Marcus Hoffmann aus sportlicher Sicht ein Jahr zum Vergessen. „2019 kann eigentlich nur besser werden“, blickt der Familienvater, der mit Sohn Mateo und seiner Lebensgefährtin Weihnachten und Silvester im spanischen Jerez verbrachte, positiv nach vorn. Im Januar schloss er sich dem damaligen Fußball-Drittligisten Chemnitzer FC an. Aufgrund einer Schulterverletzung kam er bei den Sachsen nur zu drei Einsätzen. Am Ende stieg der CFC nach eingereichter Insolvenz in die Regionalliga Nordost ab. In dieser spielt der 31-jährige Hoffmann, der das Fußball-Abc beim VfL Nauen erlernte und als B-Jugendlicher zum FC Energie Cottbus wechselte, seit August für den FC Viktoria 1889 Berlin auf.

Der Hauptstadtclub sorgte im vergangenen Sommer bundesweit für Aufsehen, weil ein chinesischer Investor mit bis zu 90 Millionen Euro in den kommenden Jahren die Himmelblauen aus Berlin-Lichterfelde in die Bundesliga führen wollte. Namhafte Kicker wie Petar Sliskovic und Jürgen Gjasula, die über reichlich Erfahrung im Profibereich verfügen, wurden verpflichtet.

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Für Hoffmann, der in seiner Zeit bei RB Leipzig Teil eines ähnlichen Projekts war, eine reizvolle Aufgabe. „Das kann schon richtig Spaß machen, wenn sich etwas entwickelt. Das habe ich ja damals bei RB miterlebt. Es lief auch in Berlin zunächst alles normal. Die Bedingungen wurden von Tag zu Tag professioneller, wir haben uns als Mannschaft immer besser gefunden und eine gute Hinrunde gespielt“, so Hoffmann, der im Laufe seiner Karriere auch schon für den FC Carl Zeiss Jena, den SV Babelsberg 03, Alemania Aachen und den FC Hansa Rostock auflief.

Ende November blieb plötzlich zum ersten Mal die Gehaltszahlung aus. „Das kam für uns völlig unerwartet. Erst haben wir uns gar nichts dabei gedacht. Wenig später hat uns Geschäftsführer Felix Sommer dann darüber informiert, dass das Geld aus China nicht mehr kommt. Wir müssen selbst erstmal abwarten, wie sich das entwickelt“, berichtet Hoffmann, der am Montag zum Trainingsauftakt bei Viktoria Berlin erscheint und hofft, dabei neue Informationen über die Zukunft zu erhalten.

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„Ich habe noch eineinhalb Jahre Vertrag, habe das hier eigentlich als langfristiges Projekt gesehen. Es bringt jetzt nichts, sich verrückt zu machen und zu spekulieren. Ich stehe voll im Saft und sehe der Situation relativ gelassen entgegen“, sagt der Innenverteidiger, der in seiner Vita 80 Drittliga-Einsätze zu stehen hat.

Am 13. Dezember informierte der Regionalliga-Nordost-Vertreter FC Viktoria 1889 Berlin in einem offenen Brief auf seiner Homepage, dass er einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Charlottenburg eingereicht hat. „Aufgrund ausbleibender Zahlungen des chinesischen Investors ist der Verein nicht mehr in der Lage, die auflaufenden Verbindlichkeiten zu decken. Zum Schutz des Vereins war es die unvermeidliche Pflicht des Vorstands, diesen Insolvenzantrag einzureichen“, hieß es dort. Aktuell soll sich der Verein in Verhandlungen mit einem potenziellen Geldgeber aus Deutschland befinden – Ausgang offen. Sportlich bedeutet das zunächst, dass der Viktoria neun Punkte abgezogen werden. Mit welcher Mannschaft das Team von Trainer Jörg Goslar die Rückrunde bestreiten wird, steht aktuell noch in den Sternen – wie die Zukunft von Marcus Hoffmann.

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