08. Juni 2019 / 14:08 Uhr

DFB-Teilzeit-Chef Marcus Sorg: Das ist der Vertreter von Bundestrainer Joachim Löw

DFB-Teilzeit-Chef Marcus Sorg: Das ist der Vertreter von Bundestrainer Joachim Löw

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Marcus Sorg bereitet die Nationalmannschaft in Abwesenheit des erkrankten Joachim Löw auf die anstehenden EM-Qualifikationsspiele vor.
Marcus Sorg bereitet die Nationalmannschaft in Abwesenheit des erkrankten Joachim Löw auf die anstehenden EM-Qualifikationsspiele vor. © imago images / Team 2
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Bundestrainer Joachim Löw wird bei den beiden EM-Qualifikationsspielen des DFB-Teams gegen Weißrussland und Estland krank ausfallen. Sein Ersatzmann ist der etatmäßige Co-Trainer Marcus Sorg. Der SPORTBUZZER klärt auf: Wer ist der Teilzeit-Chef der Nationalmannschaft?

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Als erster Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft seit Helmut Schön im Jahr 1974 verpasst Joachim Löw in den anstehenden Spielen der EM-Qualifikation in Weißrussland (8. Juni) und gegen Estland (11. Juni) krankheitsbedingt seinen Einsatz an der Seitenlinie. Der 59-Jährige hatte sich bei einem Sportunfall verletzt und ließ sich danach wegen Durchblutungsstörungen ins Krankenhaus einliefern. Am Montag wurde Löw bereits wieder entlassen. Für die Qualifikationsspiele ist der Weltmeister-Coach von 2014 aber nicht fit.

Somit tritt Löws Co-Trainer in den Duellen gegen die Fußballzwerge Weißrussland und Estland aus dem Schatten ins Licht: Marcus Sorg. Für ihn ist es der bislang größte Auftritt in seiner mittlerweile knapp mehr als dreijährigen Amtszeit für das DFB-Team. Im März 2016 holte Löw den heute 53 Jahre alten Sorg in seinen Trainerstab. Im Blickpunkt stand er aber bisher noch nicht.

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Marcus Sorg: Profi und Diplom-Ingenieur

Als aktiver Profi war Marcus Sorg nur bedingt erfolgreich. Zwischen 1984 und 1987 spielte er für den SSV Ulm – und damit im größten Verein seiner Geburtsstadt. Zwei Saisons lief er für die Ulmer in der 2. Bundesliga auf (1984/1985 und 1986/1987). In 34 Einsätzen erzielte Sorg zwei Tore. Erfolgreicher war er in der Spielzeit 1985/1986, als er in der seinerzeit drittklassigen Oberliga Baden-Württemberg insgesamt 14 Ligatreffer erzielte und dem SSV somit entscheidend zum direkten Wiederaufsteig verhalf.

Nach seinem zweiten Zweitligajahr mit Ulm erhielt Sorg keinen neuen Vertrag mehr. Der Angreifer wechselte zu den Amateuren des VfB Stuttgart in die Oberliga. In dieser Zeit begann Sorg sein Studium der Grundlagen- und Bauphysik an der Fachhochschule für Technik Stuttgart, das er mit einem Ingenieursdiplom abschloss. Zwischen 1987 und 1993 spielte Sorg mit der VfB-Reserve bis auf ein Jahr (1988) in der höchsten Amateurklasse.

1993 wechselte Sorg ein weiteres Mal den Klub und heuerte beim TSF Ditzingen an. Mit dem Verein aus dem 25.000-Einwohner-Ort nahe Stuttgart stieg der heutige DFB-Co-Trainer im Sommmer 1994 in die zu dieser Zeit neu eingeführte drittklassige Regionalliga Süd auf. Bis 1996 erzielte Sorg 31 Treffer in 91 Spielen für den TSF. 1996 ging er für eine Spielzeit zum Ligakonkurrenten VfR Mannheim, ehe es ihn bei seinem letzten Vereinswechsel als aktiver Profi erneut nach Ditzingen zog. Dort spielte er zwei weitere Jahre (47 Partien, 14 Tore), 1999 beendete er seine Spielerlaufbahn.

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Marcus Sorg als Trainer: Freiburg und Bayern-Jugend

Nach dem Ende seiner aktiven Karriere war Marcus Sorg direkt als Co-Trainer bei den Stuttgarter Kickers und zeitgleich als Trainer der Zweitvertretung des Vereins tätig. Innerhalb des Vereins rückte er dort 2001 zum Cheftrainer der Profis auf. 2003 wechselte Sorg dann für zwei kurze Amtszeiten als Coach zu seinem Ex-Klub Ditzingen sowie dem Heidenheimer SB (Vorgängerklub des 1. FC Heidenheim). Seine bis heute längste Anstellung hatte Sorg anschließend bei seinem ebenfalls ehemaligen Verein SSV Ulm (2004 bis 2007).

Von Sommer 2008 bis Ende 2011 war Marcus Sorg dann in verschiedenen Funktionen für den SC Freiburg tätig: zunächst als Scout der Profis, später als Trainer der U17, der zweiten Mannschaft und schließlich in der Hinrunde der Saison 2011/2012 als Chefcoach der Bundesliga-Mannschaft. Nach seiner Entlassung im Breisgau – auf Sorg folgte übrigens der noch heute als Freiburg-Trainer aktive Christian Streich – wechselte Sorg im Sommer 2012 zum FC Bayern, wo er als U17-Trainer tätig war.

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Marcus Sorg: Seit 2013 beim DFB

Ein Jahr später schloss sich Marcus Sorg dann dem Deutschen Fußball-Bund an. Drei Jahre lang fungierte er als Chefcoach der U19-Nationalmannschaft. Dann wechselte Sorg an die Seite von Bundestrainer Joachim Löw als Co-Trainer der DFB-Elf. Bis zum schwachen Abschneiden und dem erstmaligen Aus in der Gruppenphase bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland stand Sorg im Schatten des ersten Assistenztrainers Thomas Schneider. Nach Schneiders Wechsel auf die Stelle als DFB-Scouting-Chef im August 2018 hat Sorg als Chefassistent neben Löw nun eine wichtige Rolle im Trainerteam – und als Ersatz von Löw zum Auftakt der EM-Qualifikation nun erstmals auch die volle Verantwortung.

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