06. Januar 2019 / 17:31 Uhr

Marie Neumann verlässt Stahl Brandenburg

Marie Neumann verlässt Stahl Brandenburg

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Ab sofort will Marie Neumann (l. hier im April 2017) wieder im SGS-Trikot für Furore sorgen.
Ab sofort will Marie Neumann (l. hier im April 2017) wieder im SGS-Trikot für Furore sorgen. © Roland Möller/Archiv-Foto
Anzeige

Frauen-Landesliga: Die Torjägerin kehrt nach anderthalb Jahren an die alte Wirkungsstätte nach Sieversdorf zurück.

Anzeige

Satte 39 Treffer erzielte Marie Neumann in der Landesliga-Spielzeit 2016/17 für die SG Sieversdorf. Mit dem Gewinn der Torjägerkanone verabschiedete sich die damals noch 17-Jährige von ihrem Heimatverein und heuerte bei Ligakonkurrent Stahl Brandenburg an. Nach anderthalb Jahren kehrt Neumann nun zurück an die alte Wirkungsstätte. Zurück zu ihrem Heimatverein, zurück zu Freunden.

Anzeige

„Ich wollte mich in Brandenburg weiterentwickeln und den nächsten Schritt machen“, erklärt die heute 19-Jährige, dass ihr Vorhaben auch gelang: „Ich habe viel gelernt, bin sportlich weiter als vorher.“ Nach ihrer Gala-Saison hatte Neumann auch in neuen Gefilden kaum Anlaufschwierigkeiten, ließ in der vorigen Saison 27 Mal das gegnerische Netz zappeln. „Trotzdem bin ich irgendwie nie richtig angekommen“, betont die Torjägerin, die in Rathenow lebt und in Brandenburg eine Ausbildung zur Erzieherin macht. Als sich vor der aktuellen Spielzeit auch noch einige Spielerinnen vom Stadion am Quenz verabschiedeten und größtenteils zur neu gebildeten Mannschaft des TSV Chemie Premnitz wechselten, wurde die Situation für Neumann nicht einfacher: „Da ist zum Beispiel Sarah Ziegenhirt, sie war eine Bezugsperson für mich, spielt jetzt aber bei Premnitz. Dennoch war ein Wechsel vor der Saison noch keine Option für mich, ich wollte bei Stahl bleiben.“

Im Überblick: Diese Hallenturniere finden im Winter 2018/19 in Brandenburg statt.

Im Überblick: Diese Hallenturniere finden im Winter 2018/19 in Brandenburg statt. Zur Galerie
Im Überblick: Diese Hallenturniere finden im Winter 2018/19 in Brandenburg statt. ©

Nun ist für Marie Neumann das Kapitel bei einem der traditionsreichsten Vereine der Mark vorerst beendet. „Ich bin mit meinen bislang acht Saisontoren auch nicht glücklich, stehe teilweise vor dem gegnerischen Tor und weiß nicht, was ich machen soll. Mir hat zuletzt einfach der Spaß gefehlt“, gibt die talentierte Angreiferin zu. Bei der SGS, wo alles etwas „familiärer“ zugeht, erhofft sich Neumann vor allem wieder Spaß. „Mir lagen zwei Angebote vor, tatsächlich habe ich auch über einen Wechsel nach Premnitz gegrübelt“, gibt sie zu. Zudem waren die Frauen des SC Staaken, die als Tabellenführer der Berlinliga auf einem guten Weg Richtung Regionalliga-Aufstieg sind, interessiert. „Letztlich fiel meine Wahl aber auf Sieversdorf. Das ist der Verein, in dem ich groß geworden bin. Ich habe die Leute dort in den letzten anderthalb Jahren auch immer sehr vermisst. Das ist Zeichen genug, dass ich hier richtig bin. Ich bin ja noch jung, wer weiß, wo mein Weg irgendwann einmal hinführt.“

Mit dem derzeitigen Tabellenneunten will Marie Neumann noch weiter nach oben klettern: „Ich will endlich wieder Toreschießen. Das gelingt mir vor allem, wenn ich Freude am Fußball hab. Passt das, werden wir auch erfolgreich sein.“ Einen guten Einstand im neuen alten Sieversdorf-Trikot hatte die Rückkehrerin bereits am Sonnabend, als die Schützlinge von Trainer Siegfried Zepp beim Hallenturnier der SpG Walsleben/Rochau zu Gast waren. „Ich habe mich sehr wohl gefühlt“, erklärt die Anhängerin von Eintracht Frankfurt, deren Vorbild der kroatische Stürmer Ante Rebic ist: „Das ist einfach ein geiler Typ, der vor dem Tor total abgezockt ist.“

Dies will sie auch beim Rückrundenauftakt am 10. März sein, wenn sie in ihrem ersten Pflichtspiel für die SG Sieversdorf auf ihren Ex-Verein Stahl Brandenburg trifft. „Die Motivation ist natürlich hoch, ich fieber diesem Spiel entgegen“, würde sich Marie Neumann über einen Dreierpack, den sie am 21. Mai 2017 in ihrem letzten SGS-Spiel beim 3:3 gegen den BSC Preußen erzielte, nicht beschweren.