09. August 2019 / 10:31 Uhr

Marie-Therese Höbinger: Vom Ballmädchen zur Bundesliga-Spielerin

Marie-Therese Höbinger: Vom Ballmädchen zur Bundesliga-Spielerin

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
13.07.2019, Fu§ball, Testspiel,Turbine Potsdam-FC Rosengard, Stadion des Friedens Beelitz 
im Bild: v.l.  Sanne Troelsgaard (FC Rosengard),Marie Hoebinger (1.FFC Turbine Potsdam)
Die 18-jährige Marie Höbinger (r.) ist den Kader der ersten Mannschaft aufgerückt. © Julius Frick
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Frauen-Bundesliga: Saisoneröffnung beim 1.FFC Turbine Potsdam – die junge Österreicherin Marie-Therese Höbinger ist zum ersten Mal dabei .

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Es ist noch gar nicht so lange her, da war Marie-Therese Höbinger als Ballmädchen bei den Bundesliga-Spielen von Turbine Potsdam im Einsatz. Am Samstag, wenn der Frauenfußball-Traditionsverein aus der Landeshauptstadt um 14 Uhr mit dem Freundschaftsspiel gegen Sparta Prag die neue Saison eröffnet, wird sich die Österreicherin, die in der Sommerpause ihren 18. Geburtstag feierte, selbst das dunkelblaue Trikot mit der Rückennummer 15 überstreifen. „Es wird meine Premiere im Karl-Liebknecht-Stadion, darauf freue ich mich riesig“, sagt die Junioren-Nationalspielerin. „Ich habe zwar mit der U17 schon mal das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft im ,Karli’ gespielt, aber dieses Spiel wird noch mal etwas ganz anderes.“

 Der Termin kurz vor dem Saisonstart hat bei Turbine Tradition. Mit dem Champions League-Teilnehmer aus Tschechien, der auch beim Hallencup der Potsdamerinnen zu den Stammgästen zählt, kommt ein echter Gradmesser an die Havel. Auch für Marie Höbinger, die man wohl zu den Gewinnerinnen dieser Sommervorbereitung zählen kann. „Ich habe mich extrem über die Spielzeit in den Testspielen und die Chancen, die ich bekommen habe, gefreut. Es läuft zur Zeit ganz gut, ich kann mich nicht beklagen.“

In Bildern: 1. FFC Turbine Potsdam im Trainingslager in Österreich

Die Potsdamerinnen sind für eine Woche im österreichischen Haus im Ennstal zu Gast. Zur Galerie
Die Potsdamerinnen sind für eine Woche im österreichischen Haus im Ennstal zu Gast. © Verein
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Sehr wohl weiß die Mittelfeldspielerin aber, dass sie sich darauf nicht ausruhen kann. „Letzte Woche hat meine Leistung nicht ganz gestimmt, das hat der Trainer gleich angesprochen.“ Dieses Feedback hilft ihr, besser zu werden. Ebenso wie die Unterstützung der Mitspielerinnen. „Alles sind wirklich sehr lieb und haben mich super aufgenommen. Gerade die erfahreneren Spielerinnen haben mir schon sehr geholfen, das freut mich“, sagt Marie Höbinger.

Die ist längst kein Potsdam-Neuling mehr, obwohl sie im Team von Trainer Matthias Rudolph als Neuzugang geführt wird. Mit 13 Jahren kam sie nach Brandenburg. „Ich gehe in mein sechstes Jahr, vier davon habe ich im Internat gelebt“, sagt die junge Frau, die aus der Nähe von Wien stammt. Dort fing sie einst im Dorfverein an, mit den Jungs zu kicken. Später wechselte sie zu einem größeren Club in die österreichische Hauptstadt. Bei einem Freundschaftsspiel mit einer Wiener Auswahl in Berlin landete sie im Turbine-Blickfeld. Es gab eine Einladung zum Probetraining – und Marie Höbinger überzeugte auf Anhieb.

Früh ließ sie ihre Heimat hinter sich. „Heimweh hatte ich aber nie, weil ich mich in Potsdam immer sehr wohl gefühlt habe“, sagt sie. So habe sie früh gelernt, auf eigenen Beinen zu stehen. „Auf einmal waren die Eltern nicht mehr ständig da“, erinnert sie sich. Die sieht sie heute nur noch etwa einmal im Vierteljahr. „Sie kommen mich aber oft besuchen, wenn sie es beruflich einrichten können“, sagt der Turbine-Youngster.

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Beim Traditionsverein ist sie eine von den Spielerinnen, die für einen neuen Kurs stehen: Während die finanziell besser betuchte Konkurrenz sich Spitzenspielerinnen einkauft, will man solche in Potsdam selbst ausbilden. Der Club und Trainer Rudolph setzen viel Hoffnung in die Eigengewächse. So wurde Marie Höbinger in ihren ersten Einsätzen für die Bundesliga-Mannschaft gleich eine zentrale Rolle zuteil. „Ich spiele auf der Zehnerposition“, sagt sie. Ein paar Meter hinter ihr agiert die „Fußballerin des Jahres 2018“ ihres Heimatlandes, Sarah Zadrazil. „Sie redet viel mit mir und es ist schon eine große Ehre, mit ihr gemeinsam auf dem Platz zu stehen“, bemerkt Marie Höbinger, die sich für ihre Premierensaison kleine Ziele setzen will: „Ich hoffe auf jede Einsatzminute, die ich bekommen kann“, sagt sie.

Die Vorfreude auf ihr Debüt heute im „Karli“ vor dem stimmungsvollen Turbine-Fanblock steigt. Einen Vorgeschmack bekam sie im Winter, als sie von Matthias Rudolph überraschend für den eigenen Hallencup nominiert worden war. Aber wenn am Sonnabend ihr Name durch die großen Lautsprecherboxen im Stadion schallt, werde das sicher noch einmal etwas ganz anderes, glaubt die 18-Jährige. „Kein einziges Spiel vorher wird mit denen vergleichbar sein, die jetzt kommen“, weiß sie. „Vor allem, weil ich so lange darauf hingearbeitet habe.“

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