07. Juni 2022 / 11:34 Uhr

Mario Götze bereut zu frühen Abschied vom FC Bayern: "Ich hätte mir mehr Zeit nehmen sollen"

Mario Götze bereut zu frühen Abschied vom FC Bayern: "Ich hätte mir mehr Zeit nehmen sollen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mario Götze hadert nach wie vor über seine Zeit beim FC Bayern München.
Mario Götze hadert nach wie vor über seine Zeit beim FC Bayern München. © IMAGO/ANP (Montage)
Anzeige

Die Zeit von Mario Götze beim FC Bayern muss im Nachhinhein als Missverständnis bewertet werden. Das stellte der WM-Siegtorschütze von 2014 nun auch noch einmal selbst fest. In einem Interview mit der "L'Equipe" verriet er, dass er sich für den Durchbruch in München im Nachhinein mehr Zeit hätte lassen sollen.

Inzwischen begeistert er wieder als Spielmacher bei der PSV Eindhoven, sogar stille WM-Hoffnungen durfte er sich zuletzt machen. Doch Mario Götze hat in der deutschen Öffentlichkeit eine schwierige Zeit hinter sich – die vor allem in seinem Engagement beim FC Bayern München begründet liegt. In seiner Phase beim Rekordmeister von 2013 bis 2016 gelang der erhoffte Durchbruch zum Superstar nicht. Und der inzwischen 30-Jährige hadert immer noch mit der Bayern-Zeit, wie er nun in einem L'Equipe-Interview verriet: "Ich glaube, ich hätte mir mehr Zeit nehmen sollen. Wir sehen es ein wenig bei Robert Lewandowski. Seit 2014 ist er in München, und die letzten beiden Jahre waren noch besser als die ersten", sagte Götze.

Anzeige

Nicht nur sich selbst macht der 63-fache Nationalspieler dabei Vorwürfe: "Ich habe mir diese Zeit nicht gegeben, der Verein hat sie mir auch nicht gegeben, das ist ein wichtiger Faktor", kritisierte er und führte ein weiteres Beispiel an: "Wenn ich mir Karim Benzema anschaue, glaube ich, dass es sein 13. Jahr bei Real Madrid ist und er derzeit seinen besten Fußball spielt." So trat er allerdings 2016 die Flucht zurück zu Borussia Dortmund an, wo er auch nicht mehr richtig Fuß fassen konnte. Erst seit seinem Wechsel nach Eindhoven im Sommer 2020 bringt Götze sein Potenzial endlich wieder auf den Platz.

Große Titel auf dem europäischen Parkett blieben Götze bisher noch verwehrt. Eine Tatsache, die er bereut? "Ich bin einfach glücklich, dort zu sein, wo ich bin", sagt Götze: "Vielleicht hätte ich mehr Titel gehabt, wenn ich zu Liverpool gegangen wäre, als Jürgen Klopp mich wollte (2016, Anm.d.Red.). Es wäre auch spannend, zurück nach München zu gehen und ihnen zu erklären, warum wir zusammen weitermachen sollten. Aber niemand weiß, wie mein Leben verlaufen wäre."

WM-Tor begleitet Götze auch acht Jahre später

Trost spendet sein Siegtor vom 13. Juli 2014 zum WM-Triumph der deutschen Nationalmannschaft auch acht Jahre später – fast täglich wird er darauf angesprochen. "Sicherlich ein paar hundert Mal" habe er schon vom entscheidenden Treffer im Rio-Finale gegen Argentinien erzählt, so Götze. "Manchmal sagen es mir Leute auch, wenn sie auf der Straße an mir vorbeikommen. Oder sie erzählen mir, wie sie das Finale erlebt haben", schilderte der Mittelfeldmann, der seinem bisherigen Trainer Roger Schmidt womöglich von Eindhoven zu Benfica Lissabon folgen könnte. "Es ist sehr schön, sie wollen nicht nur meine Erinnerungen hören, sie teilen ihre Gefühle mit mir. Und manchmal muss ich mich kneifen, um zu sagen, dass es schon acht Jahre her ist", sagte der WM-Held von 2014.

Anzeige

Immer wieder werde er von Journalisten und Fans auf sein Siegtor in der 113. Minute angesprochen. "Die einzige Person, die mich nie danach gefragt hat, ist mein Sohn. Ich freue mich auf den Moment, in dem ich das erste Mal mit ihm das Tor sehen werde", sagte Götze. "Aber es wird noch ein wenig dauern, er ist erst anderthalb Jahre alt."

[Anzeige] Kein Bundesliga-Spiel verpassen: Checke hier die aktuellen Streaming-Angebote von WOW/Sky und DAZN.