03. Dezember 2020 / 17:29 Uhr

Götze, Demme, Waldschmidt und Co.: So liegen die deutschen Legionäre in der Europa League im Rennen

Götze, Demme, Waldschmidt und Co.: So liegen die deutschen Legionäre in der Europa League im Rennen

Jens Strube
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Johannes Eggestein, Mario Götze, Diego Demme, Luca Waldschmidt und Bernd Leno (v.l.) kämpfen mit ihren Teams um den Einzug in die Zwischenrunde der Europa League.
Johannes Eggestein, Mario Götze, Diego Demme, Luca Waldschmidt und Bernd Leno (v.l.) kämpfen mit ihren Teams um den Einzug in die Zwischenrunde der Europa League. © imago/Newspix/Montage
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Die TSG Hoffenheim hat sich vorzeitig für die Zwischenrunde der Europa League qualifiziert, Leverkusen fehlt nur noch ein Punkt. Doch wie sieht es mit deutschen Legionären aus, die mit ihren Teams ums Weiterkommen kämpfen? Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick.

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Nach der Champions League ist vor der Europa League: Auch im zweiten europäischen Wettbewerb geht es für zahlreiche Vereine noch um den Einzug in die nächste Runde. In zwölf Gruppen wollen sich jeweils zwei Teams für die Zwischenrunde qualifizieren. Vier Teams können bereits sicher mit der nächsten Runde planen. Neben dem FC Arsenal, Leicester City und der AS Rom hat sich die TSG Hoffenheim bereits ihr Ticket gesichert. Dem zweiten Vertreter aus der Bundesliga, Bayer Leverkusen, fehlt in Gruppe C nur noch ein Punkt. Am Donnerstag spielt das Team von Trainer Peter Bosz beim Tabellenschlusslicht aus Nizza. Derweil kämpfen anderswo deutsche Legionäre mit ihren Teams um das Weiterkommen. Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick.

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Gianluca Gaudino (Young Boys Bern)

Aktuell läuft es für den Schweizer Double-Sieger aus Bern. In der Liga stehen die Young Boys nach acht Spieltagen auf dem ersten Tabellenplatz und auch in der Europa League nimmt man Anlauf auf die Zwischenrunde. Daran hat auch ein einstiges Nachwuchstalent des FC Bayern Anteil: Gianluca Gaudino. Unter Ex-FCB-Coach Pep Guardiola kam der inzwischen 24 Jahre alte Mittelfeldspieler in der Saison 2014/15 auf acht Einsätze in der Bundesliga. Nachhaltig durchsetzen konnte sich Gaudino beim Rekordmeister nicht. Auch bei den Young Boys kommt er meist von der Bank.

Derzeit stehen die Schweizer mit sieben Punkten auf dem zweiten Platz in der Gruppe A vor CFR Cluj (vier Punkte) und ZSKA Sofia (ein Punkt). Angeführt wird die Tabelle vom kommenden Gegner AS Rom (zehn Punkte). Mit einem Sieg könnte sich Bern vorzeitig für die nächste Runde qualifizieren.

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Bernd Leno und Shkodran Mustafi (FC Arsenal)

Der Kultklub aus der englischen Hauptstadt baut seit Jahren auf deutsche Profis. Neben Jens Lehmann (2003 bis 2008 und 2011) spielten in der jüngeren Vergangenheit auch die Nationalspieler Lukas Podolski (2012 bis 2015) und Per Mertesacker (2011 bis 2018) - der dem Verein als Leiter der Jugendabteilung treu geblieben ist - für den FC Arsenal. Auch Serge Gnabry machte seine ersten Schritte als Profi bei den Gunners, bevor er im Sommer 2016 zu Werder Bremen in die Bundesliga wechselte.


Aktuell stehen mit Mesut Özil (seit 2013), Shkodran Mustafi (seit 2016) und Bernd Leno (seit 2018) drei Deutsche bei Arsenal unter Vertrag. Während Özil keine Rolle mehr bei Trainer Mikel Arteta spielt, hatten die übrigen zwei Spieler bereits Anteil am vorzeitigen Einzug in die Zwischenrunde. Mit vier Siegen aus vier Spielen hat Arsenal den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Phase bereits sicher geschafft. In der kommenden Partie gegen die direkten Verfolger von Rapid Wien könnte schon eine knappe Niederlage für den Gruppensieg reichen.

Luca Waldschmidt und Julian Weigl (Benfica Lissabon)

Beim Lissaboner Traditionsverein Benfica stehen mit Julian Weigl und Luca Waldschmidt aktuell zwei deutsche Profis unter Vertrag. Während Weigl die Portugiesen nach nur einem Jahr (kam im Januar 2019 für 20 Millionen Euro vom BVB) wieder lassen möchte, fühlt sich Waldschmidt nach seinem Wechsel im Sommer (für 15 Millionen Euro vom SC Freiburg gekommen) bei den Adlern wohl. In der Liga traf der Nationalspieler bereits viermal in acht Spielen, steuerte eine Vorlage bei. In der Europa League kommt er auf ein Tor und zwei Vorlagen in vier Spielen.

Damit hatte der Angreifer bereits entscheidenden Anteil an der komfortablen Ausgangssituation: Benfica steht vor dem fünften Spieltag mit acht Punkten auf dem zweiten Platz in der Gruppe D. Mit einem Sieg gegen Lech Posen (Platz drei; drei Punkte) wäre die Mannschaft aus Portugal sicher weiter. Parallel spielen die Glasgow Rangers (Platz eins; acht Punkte) mit Trainer Steven Gerrard gegen Schlusslicht Standard Lüttich.

Mario Götze, Philipp Max & Co. (PSV Eindhoven)

Kein anderer ausländischer Verein im europäischen Wettbewerb baut auf so viele deutsche Legionäre wie die PSV Eindhoven. Im Team vom deutschen Trainer Roger Schmidt stehen sechs Kicker aus der Bundesrepublik. Vor der Saison standen lediglich Torhüter Lars Unnerstall (seit 2018) und der beim VfB Stuttgart ausgebildete Timo Baumgartl (seit 2019) bei den Rot-Weißen unter Vertrag. Mit WM-Final-Torschütze Mario Götze (zuvor BVB), Philipp Max (kam vom FC Augsburg für acht Millionen Euro), Adrian Fein (Leihgabe vom FC Bayern) und Ersatztorhüter Vincent Müller (für 500.000 aus Würzburg) kamen vier deutsche Verstärkungen hinzu.

Hinter dem FC Granada aus Spanien (zehn Punkte) stehen die Niederländer in Gruppe E auf dem zweiten Platz. Mit sechs Punkten auf dem Konto liegt das Team nur knapp vor PAOK Saloniki (fünf Punkte). Omonia Nikosia ist mit einem Punkt Letzter. Um auch als Zweiter sicher in den letzten Spieltag gehen zu können, muss Eindhoven am Donnerstag beim Gruppenprimus zwingend einen Dreier holen.

Diego Demme (SSC Neapel)

Beim SSC Neapel sind deutsche Profis eine Rarität. Bis zu seinem Wechsel nach Neapel im Januar 2018, spielte vor Amin Younes nur ein einziger Spieler aus Deutschland bei den Gli Azzurri (die Blauen). In der Saison 1998/99 stand Thorsten Flick (Frankfurt, Darmstadt) für ein halbes Jahr beim damals zweitklassigen SSC unter Vertrag. Der dritte Deutsche in der Vereinshistorie ist noch nicht lange da. Im Januar 2020 wechselte Mittelfeldspieler Diego Demme von RB Leipzig für 12 Millionen Euro nach Neapel. Dort spielt er in dieser Saison ohne Younes. Dieser wurde im Oktober an Eintracht Frankfurt ausgeliehen.

In der Europa League geht der SSC als Tabellenführer der Gruppe F in den fünften Spieltag. Mit neun Punkten auf dem Konto ist das Team aus Italien noch nicht sicher in der nächsten Runde. Real Sociedad San Sebastian, seines Zeichens derzeit Überraschungsteam in La Liga (Tabellenführer) sowie AZ Alkmaar liegen mit jeweils sieben Punkten in Schlagdistanz. Die drittplatzierten Niederländer sind auch der kommende Gegner. Mit einem Dreier bei Alkmaar kann Neapel sicher mit der nächsten Runde planen.

Johannes Eggestein (Linzer ASK)

Im Gegensatz zu seinem älteren Bruder Maximilian konnte sich Johannes Eggestein noch nicht für die erste Elf bei Werder Bremen empfehlen. Im Oktober wurde der gebürtige Hannoveraner nach Österreich zum Linzer ASK ausgeliehen, brauchte dort keine lange Eingewöhnungszeit. Seit seinem Wechsel gehört der 22 Jahre alte Rechtsaußen zum Stammpersonal, erzielte in fünf Ligaspielen vier Treffer, legte zwei weitere auf. Auch in der Europa League konnte er bereits ein Tor beisteuern, erzielte den wichtigen 1:0-Siegtreffer bei Royal Antwerpen.

Bei zwei ausstehenden Partien steht der LASK mit sechs Punkten auf dem dritten Platz in Gruppe J. Angeführt wird die Tabelle vom anstehenden Gegner Tottenham Hotspur (neun Punkte). Auf Platz zwei folgt das Team aus Antwerpen mit ebenfalls neun Zählern. Letzter ist Ludogorez Rasgrad aus Bulgarien (null Punkte). Um die Chance auf die K.o.-Runde zu erhalten, muss Linz gegen Tottenham gewinnen.

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Zur Saison 2009/10 wurde der Europapokal reformiert und die Europa League ersetzten den UEFA Cup als "kleinen Europacup". Der SPORTBUZZER zeigt alle Sieger des Wettbewerbs.  ©

Niklas Dorsch und Tim Kleindienst (KAA Gent)

In der vergangenen Saison stiegen sie fast mit Heidenheim in die erste Liga auf, scheiterten erst in der Relegation an Werder Bremen. Nun spielen sie dennoch im Oberhaus - allerdings nicht in Deutschland. Quasi im Doppelpack sicherte sich der belgische Vizemeister KAA Gent im Sommer die Dienste von Niklas Dorsch und Tim Kleindienst (beide kamen für 3,5 Millionen Euro).

Aktuell als Dritter der Jupiler Pro League kann sich Gent auf die Meisterschaft konzentrieren. Denn in der Europa-League-Gruppe L mit Tabellenführer Hoffenheim (zwölf Punkte) ist das Team vor dem fünften Spieltag bereits ausgeschieden. Null Punkte sind gleichbedeutend mit den letzten Platz in der Gruppe. Im Heimspiel gegen Slovan Liberec (drei Punkte) geht es im Prinzip nur noch um die goldene Ananas. Für die Tschechen ist der zweite Platz bei sechs Punkten Rückstand auf Roter Stern Belgrad kaum noch erreichbar.