28. Juli 2021 / 19:21 Uhr

Vor Champions-League-Qualifikation: Wie Mario Götze bei der PSV Eindhoven das Lachen zurückfand

Vor Champions-League-Qualifikation: Wie Mario Götze bei der PSV Eindhoven das Lachen zurückfand

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mario Götze (rechts) scheint bei der PSV Eindhoven auf dem Weg zurück zu alter Stärke zu sein.
Mario Götze (rechts) scheint bei der PSV Eindhoven auf dem Weg zurück zu alter Stärke zu sein. © IMAGO/Maurice van Steen/ANP
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Es ist nicht mehr der FC Bayern oder Borussia Dortmund, sondern "nur" noch die PSV Eindhoven. Doch Mario Götze hat bei dem niederländischen Erstligisten sein Lachen zurückgefunden. Am Mittwoch trifft der Weltmeister von 2014 mit der PSV in der Champions-League-Qualifikation auf Galatasaray Istanbul.

Seine letzte Aktion im DFB-Trikot war ein klassischer „Götze-Moment“. Mit einer hauchzarten Ballberührung verlängerte er per Innenrist auf Lars Stindl, der zum 2:2-Ausgleich in der letzten Minute vollendete. Der damalige Gegner beim Testspiel in Köln war Frankreich, das wenige Monate später Weltmeister wurde. Die Torvorbereitung von Mario Götze liegt mittlerweile fast vier Jahre zurück.

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Seitdem ist viel passiert. Frankreich schied – wie Deutschland – bei der zurückliegenden EM vorzeitig im Achtelfinale aus, die kontinentale Endrunde fand ohne Götze statt. Deutschlands Goldjunge von Rio 2014 kickt inzwischen nicht mehr in der Bundesliga für Bayern München oder Borussia Dortmund, sondern in der niederländischen Eredivisie bei der PSV Eindhoven. Ein Schritt zurück für einen Schritt nach vorn.

Seit er im Oktober vergangenen Jahres im Nachbarland aufgeschlagen ist, hat Götze sein Lachen zurück. Inzwischen steht er bei acht Treffern und sieben Vorlagen in 26 Pflichtspielen, kürzlich haben ihm die PSV-Anhänger sogar einen eigenen Song gewidmet. Götze zählt zu den Fanlieblingen, sein Trikot mit der Nummer 27 wird mit am häufigsten verkauft.


Götze und PSV in Champions-League-Quali gegen Galatasaray

An diesem Mittwoch (20 Uhr, Sport 1) will der Offensivallrounder mit seiner Mannschaft den nächsten Schritt Richtung Champions League machen. Im Rückspiel der zweiten Qualifikationsrunde ist das Weiterkommen gegen Galatasaray Istanbul eigentlich nur noch Formsache. Beim 5:1-Sieg im Hinspiel steuerte Götze zwei herrliche Treffer bei, sein Kollege Eran Zahavi traf sogar dreimal. Der Israeli schwärmte nach der Gala von seinem deutschen Mitspieler: „Es ist einfach toll, mit Mario zusammen zu spielen. Er macht mir das Leben auf dem Platz viel leichter, weil er fast immer alles richtig macht.“ Lobende Worte, die der inzwischen 29-Jährige Weltmeister von 2014 lange nicht über sich gehört hat.

Gerade die Endphase seiner Zeit beim BVB war extrem schwierig, unter Lucien Favre spielte der Zauberfuß nahezu keine Rolle mehr. Ganz anders ist die Situation nun in Eindhoven, wo Trainer Roger Schmidt für seinen Landsmann sogar extra das System anpasste, vom 4-4-2 auf ein 4-2-3-1 wechselte, mit Götze in zentraler Position. Der Schachzug ging bislang voll auf. Schmidt ist begeistert von der Einstellung des Spielmachers: „Seit er bei uns ist, nehme ich ihn als relaxten Menschen wahr, der voll im Leben steht. Der nett ist, der mega professionell ist. Der seinen Fokus total auf den Fußball legt, der eine überragende Trainingsmentalität hat. Der physisch absolute Topwerte hat. Er bewegt sich überragend in den Räumen, ist immer anspielbar. Bei Mario ist alles top, top, top.“

Götze spürt in Eindhoven das Vertrauen von Trainer Roger Schmidt

Das Vertrauen seines Coaches, welches er bei seinen letzten Stationen nicht spürte, dürfte auch ein entscheidender Faktor sein, warum Götze nicht gleich wieder die Biege macht, obwohl es bereits einige Anfragen aus den Topligen gab. Noch ein Jahr läuft sein Vertrag – und er selbst sagt: „Es muss schon etwas wirklich Gutes sein, wenn ich gehen will.“ Sollte es mit der Qualifikation für die Königsklasse klappen, dürfte ein Wechsel endgültig vom Tisch sein. Ein Weiterkommen vorausgesetzt, wartet in der letzten Runde entweder Celtic Glasgow oder der FC Midtjylland (Hinspiel 1:1).

Spannend, ob Götze auch für das DFB-Team noch mal ein Thema werden könnte, wenn er so weitermacht. Sein großer Förderer Joachim Löw hatte ihn zwar immer auf dem Zettel, bot ihn aber nicht mehr auf und ist mittlerweile zurückgetreten. Nächste Woche beginnt die Ära von Hansi Flick. Schmidt ist überzeugt: „Marios Weg zurück in die Nationalmannschaft wird sich ergeben, wenn er bei uns seine Leistung bringt. Mein Gefühl ist, dass er bei uns in absolute Topform kommt. Ich denke, er kann in diesem Umfeld auf das Level kommen, auf dem er zu seiner besten Zeit gespielt hat.“