14. März 2019 / 11:17 Uhr

Marionette von Martin Kind? 96-Aufsichtsratkandidat Michael Dette: "Das bringt mich auf die Palme"

Marionette von Martin Kind? 96-Aufsichtsratkandidat Michael Dette: "Das bringt mich auf die Palme"

Tobias Manzke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Michael Dette kandidiert für den neuen 96-Aufsichtsrat.
Michael Dette kandidiert für den neuen 96-Aufsichtsrat. © Florian Petrow
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Michael Dette arbeitet bei der Deutschen Bahn, ist zudem stellvertretender Regionspräsident in Hannover. Der 61-Jährige kandidiert für den neu zu wählenden Aufsichtsrat des 96 e. V. und ist Sprecher der Kandidaten des Vereins. Im Interview spricht Dette über die Gegenseite und was ihn wütend macht.

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Bis zur Mitgliederversammlung bei 96 ist es noch etwas mehr als eine Woche. Sie als Sprecher der Kandidaten des Vereins: Wie fühlen Sie sich so kurz vor dem wichtigen Termin – und was erwarten Sie?

Es ist eine gewisse Spannung da – aber auch eine Vorfreude auf das Ereignis. Auf die Diskussion auf der Versammlung und die Vorstellung der Konzepte und Ideen. Wir sind da guter Dinge. Ich war auf den letzten zehn Versammlungen. Ich hoffe, dass die Stimmung ein bisschen weniger angeheizt ist als zuletzt. Und dass es wirklich nur um die Konzepte und die jeweiligen Kandidaten geht.

Die Gegenseite hat auch ihr Konzept präsentiert. Was halten Sie davon?

Ich habe das gelesen, aber ich finde unser Konzept überzeugend. Es ist nicht meine Art, bei anderen Konzepten etwas Negatives in den Vordergrund zu rücken. Aber: Nach dem, was ich da gelesen habe, bin ich der Meinung, dass unser Konzept viel weitreichender und überzeugender ist. Was auch insbesondere den Umgang mit dem Breitensport betrifft.

Was sagen Sie zu den Kandidaten der Gegenseite?

Wie gesagt: Wir schauen auf uns. Aber ich bin schon überrascht, dass das Konzept von Pro Verein „Vorwärts nach weit“ als Motto hat, aber eines der großen Themen die Aufarbeitung der Vergangenheit sein soll und einer der Kandidaten bereits im alten Aufsichtsrat dabei war und vor allem für gerichtliche Auseinandersetzungen stand. Ich kann auch keine Person entdecken, die für aktive Sportler stehen soll, die nicht Fußball bei 96 spielen.

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Ist von der Gegenseite mal jemand auf Sie zugekommen?

Nein, es ist niemand zu mir gekommen. Aber es gab eine bemerkenswerte Geschichte. Nach einem 96-Spiel war ich beim Griechen essen. Neben uns nahmen zwei Personen Platz. Ich habe anderthalb Stunden mit meiner Bekannten über das Spiel und 96 gequatscht. Dann haben wir gezahlt, und plötzlich stand der Typ neben mir auf und sagte: „Herr Dette, Sie wähle ich nicht.“ Ich wusste gar nicht, was los war. Er sagte: „Sie kandidieren doch für den Aufsichtsrat von 96. Ich bin bei Pro Verein, ich werde Sie nicht wählen.“ Dann sagte ich: „Wir haben doch jetzt 90 Minuten nebeneinander gesessen, warum haben Sie nichts gesagt? Dann hätten wir uns doch mal austauschen können.“ Er hat nur gesagt: „Ich wähle Sie nicht.“ Das ist schon eine bemerkenswerte Art der Kommunikation.

Nach der Präsentation Ihres Konzepts gab es aus der Fankurve deutliche Banner gegen dieses …

Das passt zu dem vorher genannten Beispiel: Warum reden die Menschen nicht mit einem? Deswegen wollen wir ja auch eine Fanabteilung haben. Wir müssen Leute, die Interesse an 96 haben, mehr an den Verein binden. Wir müssen und wollen daran arbeiten, dass die Kommunikation insgesamt besser wird, beispielsweise durch eine Fanabteilung.

Sie schlagen Matthias Herter für den Posten des Vorstandsvorsitzenden vor. Warum ist er der richtige Mann?

Ich schätze sein Durchsetzungsvermögen. Aber: Er hat Positionen, die er ständig überprüft, und lässt sich auch überzeugen, wenn etwas anderes sinnvoller erscheint. Er kann eine Mannschaft, eine Firma oder einen Verein als Teamplayer führen.

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Was sagen Sie zu den Vorwürfen, Ihr Team seien nur die Marionetten von Martin Kind?

Also, das bringt mich richtig auf die Palme. Ein Michael Dette eine Marionette von Martin Kind, da werde ich aber komisch. Uns als Marionetten zu bezeichnen ist das Einzige, das mich trifft. Das ist wirklich absurd und respektlos. Wir haben es erst mal gar nicht nötig und haben auch unsere eigenen Ideen.

Was ist Ihnen wichtig?

Über das Zwei-Säulen-Modell sind wir uns alle einig. Das ist der richtige Weg. Wir wollen im Breitensport stetig die Mitgliederzahlen steigern, den Abteilungsleitern ein gutes Fundament für ihre Arbeit liefern und die Trainingsmöglichkeiten in allen Bereichen weiter verbessern.

Dieter Schatzschneider: Mit dieser Elf kann sich Hannover 96 noch retten:

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