31. August 2019 / 21:56 Uhr

So tickt BVB-Schreck Marius Bülter: Vor 15 Monaten spielte der Held von Union Berlin noch in der Regionalliga

So tickt BVB-Schreck Marius Bülter: Vor 15 Monaten spielte der Held von Union Berlin noch in der Regionalliga

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
BVB-Schreck Marius Bülter von Union Berlin legte in den vergangenen Monaten eine Blitzkarriere hin
BVB-Schreck Marius Bülter von Union Berlin legte in den vergangenen Monaten eine Blitzkarriere hin © imago images / eu-images
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Das nennt man wohl Blitzkarriere: Marius Bülter schaffte es in 15 Monaten vom Regionalliga-Kicker zum gefeierten Bundesliga-Helden. Lothar Matthäus schwärmt vom Union-Profi - der SPORTBUZZER stellt ihn vor.

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Als der Rekordnationalspieler die Superlative aneinanderreihte, war der Held des Abends fast ein wenig beschämt. "Weltklasse", urteilte Lothar Matthäus über das zweite Tor von Marius Bülter beim sensationellen 3:1 (1:1) von Aufsteiger Union Berlin gegen den Titelaspiranten Borussia Dortmund und kumpelte sich unentwegt per "Du" an den unverhofften Matchwinner heran. Unter Sportlern üblich. Aber es schien als wollte der Sky-Experte dem Angreifer klarmachen: Gerade sind wir auf Augenhöhe. Ich, der einstige Weltfußballer. Und Du, der vor dem Spiel wohl eher nur Eingeweihten ein Begriff war. Hatte Bülter in den 90 Minuten zuvor nicht schon genug emotionale Höhepunkte erlebt, reihte sich dieses Gespräch nahtlos in einen perfekten Abend ein.

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"Es war mein größtes Spiel. Meine ersten Bundesliga-Tore. Gegen Borussia Dortmund. An einem Samstagabend", fasste Bülter das Geschehene noch einmal zusammen: "Dass mir mit den ersten beiden Torschüssen zwei Tore gelungen sind, war auch ein wenig Glück." Matthäus wollte dies freilich nicht gelten lassen - und auch der BVB-Schreck taute zunehmend auf. Sein erstes Tor? "Geil!" Der zweite Treffer? "Nach ein paar Jahren Fußball, weiß man, wo das Tor steht." Na also - SPORTBUZZER-Note: 1.

Wer ist Union-Profi Marius Bülter?

Doch wer ist dieser 26 Jahre alte Angreifer, der Union Berlin zum ersten Bundesliga-Sieg der Vereinsgeschichte geschossen hatte? Hinter dem Newcomer steckt eine Geschichte, wie es sie heute nur noch selten gibt. Innerhalb von 15 Monaten schaffte Bülter den Sprung vom studierenden Amateur-Kicker zum Profi in Deutschlands höchster Spielklasse. Am 13. Mai 2018 spielte er noch in der Regionalliga West für den SV Rödinghausen. Beim 4:0 gegen den SC Verl erzielte der Flügelspieler drei Tore. Insgesamt kam er in dieser Spielzeit auf 20 Treffer in 30 Spielen. Mit dieser Empfehlung wechselte er 2018 zum damaligen Zweitliga-Aufsteiger 1. FC Magdeburg.

In Bildern: Union Berlin in Noten: Die Einzelkritik zum Spiel gegen Borussia Dortmund.

Der 1. FC Union Berlin hat gegen Borussia Dortmund komplett überzeugt. Für den SPORTBUZZER hat Reporter Ronny Müller die Noten zusammengestellt. Zur Galerie
Der 1. FC Union Berlin hat gegen Borussia Dortmund komplett überzeugt. Für den SPORTBUZZER hat Reporter Ronny Müller die Noten zusammengestellt. © Matthias Kern/Bongarts/Getty Images

Auch an der Elbe setzte sich Bülter mit vier Toren und vier Vorlagen in 32 Einsätzen durch. Union Berlin fand Gefallen an dem athletischen Außenbahnspieler. Aber: Trotz des Abstieges wollte Magdeburg Bülter in diesem Sommer nur ungern abgeben. Nach einem längeren Transfer-Hickhack gab es jedoch einen Kompromiss. Bülter ist zunächst für ein Jahr nach Köpenick ausgeliehen. Union hat allerdings eine Kaufoption.

Bülter: Pausen sind keine Option

Borussia Dortmund in der Einzelkritik: Die Noten zum Spiel bei Union Berlin.

Der Vizemeister wusste hingegen deutlich weniger zu überzeugen - dementsprechend fallen auch die Noten aus. Zur Galerie
Der Vizemeister wusste hingegen deutlich weniger zu überzeugen - dementsprechend fallen auch die Noten aus. ©

An das Training bei Union musste sich Bülter, der nie ein Nachwuchsleistungszentrum von innen gesehen hat und damit so etwas wie ein Exot in der Bundesliga ist, erst gewöhnen. "Das ist eine ganz andere Qualität als ich es kannte", sagte er nach den ersten Eindrücken. Doch der Kicker, der ein Maschinenbau-Studium abgeschlossen hat, wusste schon damals, was von ihm erwartet wird: "Als neuer Spieler muss man 110 Prozent geben und darf sich keine Pause nehmen." Wie man diesen Plan in die Tat umsetzt, bewies er gegen den BVB.