18. Oktober 2020 / 08:06 Uhr

Marius Bülter kämpft bei Union Berlin um seinen Platz

Marius Bülter kämpft bei Union Berlin um seinen Platz

David Joram
Märkische Allgemeine Zeitung
Marius Bülter traf in der Saison 2019/2020 sieben Mal für Union Berlin.
Marius Bülter traf in der Saison 2019/2020 sieben Mal für Union Berlin. © Andreas Gora/dpa
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In der vergangenen Bundesliga-Saison überraschte Unions Marius Bülter die Fußballbranche mit tollen Toren – Nun droht ihm ein harter Konkurrenzkampf.

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Wenn neue Helden kommen, müssen die alten weichen. Das ist im Fußball häufig so, selbst beim 1. FC Union Berlin, der ja gemeinhin als der etwas andere Bundesligist gilt. Wie schnelllebig das Geschäft sein kann, erlebt gerade auch Marius Bülter.

Wenn die Berliner am Sonntag (18 Uhr) beim krisengeplagten FC Schalke 04 antreten, gilt der 27-Jährige keinesfalls als gesetzt – Trainer Urs Fischer hat plötzlich viele Möglichkeiten in der Offensive.

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Alle Zu- und Abgänge von Union Berlin für die Saison 2020/21: ©

Das war in der vergangenen Saison noch anders. Bülter legte ein sensationelles erstes Jahr in Berlin hin, schoss sieben Tore und avancierte damit zum zweitbesten Schützen des Vereins hinter Stürmer Sebastian Andersson.

Eine umsatzstarke Supermarktkette, die passenderweise die gleichen Farben wie der 1. FC Union führt, ließ große Bülter-Pappfiguren in ihren Filialen aufstellen. Der Flügelspieler stand wie kaum ein anderer für Unions Spirit, unbekümmert und leicht wirkten seine Aktionen, 28 Mal stand er in der Startelf, nur zwei Spiele verpasste Bülter gänzlich. Für das Umschaltspiel Unions galt er als zentrale Figur.

Nun ist die Situation eine andere. Vor dem vierten Spieltag rücken vermehrt andere Gesichter ins Bild, wenn es um Unions vordere Reihe geht. Der in der vergangenen Saison selten überzeugende Sheraldo Becker hat plötzlich zu seinem Spiel gefunden, auch Marcus Ingvartsen zugelegt. Und dann sind da noch die Neuen, Spieler wie Keita Endo, Joel Pohjanpalo, Taiwo Awoniyi und natürlich Max Kruse, die nicht nach Köpenick gekommen sind, um gute Waldluft zu schnuppern.

„Momentan ist die Konkurrenz sicher sehr hoch auf unseren Positionen“, sagt Bülter „Damit muss man umgehen können und dem Trainer zeigen, dass man wieder in die erste Elf gehört.“ Beim 4:0-Sieg vor der Länderspielpause gegen Mainz war er nur eingewechselt worden, eine ungewohnte Situation für Bülter.

Urs Fischer freut sich über viel Auswahl. „Die Mischung passt, das macht uns entsprechend variabler“, sagt der Coach. Im Prinzip hat er nun drei Arten von Offensivkräften. „Auf der einen Seite hast du Geschwindigkeit, Spieler, die versuchen, ins Eins-gegen-eins zu gehen“, sagt Fischer. Dann gebe es Spieler, „die auch immer wieder in die Tiefe attackieren“. Und schließlich Spieler, „die es lieber haben, wenn du ihnen in den Fuß spielst“.

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Bülter zählt zur Kategorie Geschwindigkeit, was in der Vorsaison prächtig mit Unions System harmonierte. Tief stehen, kompakt agieren, viele lange Bälle schlagen, das kam Bülter durchaus entgegen. Doch die Entwicklung schreitet voran, hin zu weniger Konter- und flüssigerem Kombinationsfußball. Auch Bülter ist gefordert. „Ich versuche, an meinem ersten Kontakt zu arbeiten, der sicherlich momentan nicht so gut ist im Training“, sagt Bülter. Das seien aber nur Kleinigkeiten, findet er.

Klar ist, dass Max Kruse Unions Stil verändert. Der Neuzugang, der zwischen Stürmer und Spielmacher changiert, dürfte gesetzt sein – sofern ihm seine Zockerabende nicht auf die Füße fallen. Am Donnerstag lud er trotz steigender Corona-Gefahr acht unbekannte Männer spontan in eine Bar ein und verlor mehrere hundert Euro. Sanktionen gab es vom Verein laut Fischer keine. Vielleicht, weil sie bei Union wissen, dass in dieser Saison wohl eher Kruse statt Bülter das zentrale Gesicht werden könnte.