01. Mai 2020 / 13:40 Uhr

Handballer Mark-Bastian Kloß vom HSV Wildau erzielt 133 Treffer

Handballer Mark-Bastian Kloß vom HSV Wildau erzielt 133 Treffer

Oliver Schwandt
Märkische Allgemeine Zeitung
Mark-Bastian Kloß (Nummer 2) konnte schon reichlich Erfahrungen im Männerteam des HSV Wildau sammeln. 
Mark-Bastian Kloß (Nummer 2) konnte schon reichlich Erfahrungen im Männerteam des HSV Wildau sammeln. © Oliver Schwandt
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Handball Ostsee-Spree-Liga: Der 18-jährige Akteur vom HSV Wildau wird bester Werfer bei den A-Junioren.

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An Handball denkt Mark-Bastian Kloß derzeit nur nebensächlich, denn der 18-jährige Schüler der Zeuthener Paul-Dessau-Gesamtschule befindet sich derzeit mitten im Abiturprüfungsstress. Erst am vergangenen Donnerstag stand die Deutschprüfung auf dem Programm, die der Handballer des HSV Wildau aus seiner Sicht ordentlich absolvierte. „Es lief in Deutsch ganz gut. Mit der Aufgabenstellung hatte ich zwar leichte Probleme, doch das Thema lag mir sehr. Jetzt folgen noch Englisch und Biologie und mündlich Erdkunde“, berichtet Kloß, der sich in der vorzeitig abgebrochenen Saison bei den A-Junioren in der Ostsee-Spree-Liga mit 133 Treffern in 15 Begegnungen den Titel des erfolgreichsten Torschützen sicherte. Er verwies Erik Reimer vom HC Empor Rostock auf den zweiten Platz, dem in 16 Partien 124 Tore gelangen.

„Dieser Titel macht mich schon ein wenig stolz, da wir mit der Mannschaft zum Zeitpunkt des Saison-Abbruches aufgrund des Coronavirus auf dem siebten Rang lagen. Aber Handball ist ein Teamsport und ohne meine Mitspieler hätte ich niemals so viele Treffer werfen können“, gibt sich Kloß auch sehr bescheiden, der das HSV-Team noch viel weiter oben gesehen hätte. „Der siebte Platz war ja nur eine Momentaufnahme, da wir noch drei Partien eigentlich austragen mussten gegen Gegner, gegen die wir durchaus Punkte im Vorfeld eingeplant haben“, so der gebürtige Berliner weiter, „aber unterm Strich und aus heutiger Sicht war es richtig, die Spielzeit zu beenden, da die Gesundheit aller Beteiligten eindeutig im Vordergrund steht. Als uns die Entscheidung über den Saisonabbruch mitgeteilt wurde, waren wir schon erst sehr enttäuscht. Sieben Wochen später denke ich jedoch ganz anders darüber.“

Kloß wirft elf Treffer beim Sieg in Stralsund

Der Saisonstart verlief für den Rückraum-Spieler sehr gut. „In der ersten Partie beim Stralsunder HV habe ich eine richtig gute Leistung gezeigt. Mit elf Toren hatte ich schon einen kleinen Anteil daran, dass wir das Match mit 35:19 siegreich beendeten“, erinnert sich der 18-Jährige an den Saisonauftakt am 8. September 2019, „nach diesem guten Start habe ich von Spiel zu Spiel kontinuierlich darauf hin gearbeitet, in der Torschützentabelle oben zu bleiben. Das ist mir ja bis zum letzten Spiel vor dem Coronavirus-Abbruch am 8. März beim VfL Lichtenrade ganz gut gelungen“, fügt Kloß lächelnd hinzu.

Dabei hatten die A-Junioren des HSV Wildau vor dem Saisonbeginn mit erheblichen Personalproblemen zu kämpfen. Nur mit Hilfe von Akteuren des Köpenicker SV, der mit dem HSV Wildau eine Kooperation einging, war es erst möglich geworden, überhaupt in der Ostsee-Spree-Liga antreten zu können. „Im Laufe der Serie sind wir ein echt verschworener Haufen geworden. Jetzt ist es nur schade, dass wir keine Saisonabschlussfeier mehr machen können, da wir als Team so nie wieder zusammen spielen werden“, ärgert sich der in Ragow wohnende HSV-Akteur.

Mark-Bastian Kloß beim Einzeltraining an der Wildauer Treppe, die sich unweit der Sporthalle im Wildorado befindet.
Mark-Bastian Kloß beim Einzeltraining an der Wildauer Treppe, die sich unweit der Sporthalle im Wildorado befindet. © Oliver Schwandt
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Neben seinen 15 Einsätzen bei den A-Junioren zählte Kloß auch zum Kader der ersten Männer, für die er zu neun Einsätzen kam. Insgesamt konnte er bei den Männern in der Brandenburgliga 32 Treffer erzielen. Sein Debüt im Herrenteam gab er bereits mit 17 Jahren in der Saison 2018/2019. Damals war sein Trainer noch Sven Brade, der im Sommer seinen Platz für den spanischen Weltstar Rolando Urios bei den ersten Herren räumte. „Sven hat mich im handballerischen Bereich am besten gefördert. Ich fand es schon sehr schade, als er seinen Rücktritt vor der Saison verkündete. Deshalb war es für mich gut, dass er wenigstens bei den A-Junioren noch mein Trainer geblieben ist“, berichtet Kloß, der auch voll des Lobes für Rolando Urios ist.

„Rolando hat uns ganz anders trainiert als ,Bradi’. Zwar gab es am Anfang noch etwas sprachliche Probleme, doch Humberto Lopez übernahm den Part des Dolmetschers. Rolando hat uns viel vom schnellen spanischen Spiel beigebracht, das ganz anders als das deutsche ist. Die Spanier agieren mit deutlich mehr Tempo und in den Zweikämpfen viel aggressiver. In persönlichen Gesprächen hat er mir außerdem viel erklärt, wenn ich irgendetwas falsch gemacht hatte.“

Ob Kloß auch in der kommenden Spielzeit das HSV-Trikot tragen wird, kann er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht 100-prozentig sagen. „Nach meinen Abiturprüfungen möchte ich ein Lehramtsstudium für Sport und Englisch, am liebsten in Potsdam, beginnen. Da muss ich sehen, wie viel Zeit ich dann noch für den Handballsport habe. Sollte es in Potsdam mit einem Studienplatz klappen, dann werde ich sicherlich in Wildau bleiben. Aber ich habe schon im Hinterkopf, dass ich in meiner Handballkarriere noch etwas höher spielen möchte als Brandenburgliga“, kündigt der Ragower jetzt schon an.