07. August 2021 / 19:16 Uhr

Markus Anfang nach Werder-Aus gegen Osnabrück bedient: "Sind an uns selbst gescheitert"

Markus Anfang nach Werder-Aus gegen Osnabrück bedient: "Sind an uns selbst gescheitert"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Großer Ärger bei Werder Bremen um Trainer Markus Anfang (rechts) nach dem Pokal-Aus.
Großer Ärger bei Werder Bremen um Trainer Markus Anfang (rechts) nach dem Pokal-Aus. © IMAGO/Nordphoto/Eibner/Montage
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Es war die einzige große Überraschung am Samstagnachmittag: Bundesliga-Absteiger Werder Bremen ist in der ersten Runde des DFB-Pokals an Drittligist VfL Osnabrück gescheitert. Trainer Markus Anfang und Kapitän Ömer Toprak fanden klare Worte und haderten mit der Chancenverwertung.

Erst der Bundesliga-Abstieg, dann ein weiterhin ungelöstes Kader-Puzzle - und jetzt auch noch das Aus in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen einen Drittligisten. Der VfL Osnabrück hat für eine Pokal-Überraschung gesorgt und Werder Bremen schon in der ersten Runde aus dem Wettbewerb geworfen. Der Zweitliga-Absteiger schlug den Erstliga-Absteiger am Samstag mit 2:0 (1:0). Vor 5400 Zuschauern an der Bremer Brücke köpfte Maurice Trapp in der 44. Minute nach einem Eckball zur verdienten Führung ein. Mit einem spektakulären Fernschuss aus der eigenen Spielhälfte machte Sven Köhler in der Nachspielzeit (90.+4) alles klar - zum großen Ärger von Werder-Coach Markus Anfang, der sein Team nach der Partie bei Sky Chancenwucher vorwarf.

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Anfangs klare Ansage: "Wenn wir in der zweiten Halbzeit vier, fünf Tore schießen, kann sich niemand beschweren", sagte der Trainer. "Wir sind an uns selbst gescheitert. Bei aller Wertschätzung für Osnabrück: Ich glaube, wir hatten es selbst in der Hand.. Das ist bitter, das tut weh." Kapitän Ömer Toprak schlug in die gleiche Kerbe: "Wir haben uns selber geschlagen. Wir hatten so viele Torchancen, ich glaube dreimal Alu-Treffer. Da müssen wir uns alle an die eigene Nase fassen."

Toprak kritisiert: Werder "nicht zwingend genug"

Die Osnabrücker spielten mutig und schnörkellos und hatten ein gefährliches Mittel in ihrem Repertoire: Standardsituationen. Schon vor Trapps 1:0 traf Lukas Gugganig nach einem Eckball nur die Latte (22.). "Wir waren nicht zwingend genug, aggressiv genug. So einer rutscht dann mal durch. Das müssen wir uns selber ankreiden", so Toprak selbstkritisch. Werder suchte eher nach spielerischen Lösungen. Eren Dinkci scheiterte gleich dreimal an VfL-Torwart Philipp Kühn (18./42./65.). Niclas Füllkrug köpfte nur an die Latte (47.) und gleich darauf noch zweimal vorbei (47./57.). Die Bremer waren in der zweiten Halbzeit deutlich gefährlicher, nutzten aber selbst beste Chancen wie bei zwei Pfostenkopfbällen von Nicolai Rapp nicht (74./90.+1).


Für Werder bleibt nach dem Abstieg nur noch ein Ziel: "Jetzt konzentrieren wir uns auf die Meisterschaft", gab Anfang die Richtung vor. Das soll trotz Umbruchs gelingen. Werder trat ohne die Angreifer Josh Sargent und Yuya Osako an, die kurz vor einem Transfer zu Norwich City beziehungsweise Vissel Kobe stehen. Am Donnerstagabend wechselte Stürmer Johannes Eggestein zum FC Royal Antwerpen nach Belgien. Weitere Verkaufskandidaten neben Sargent und Osako sind der Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein sowie die Verteidiger Ludwig Augustinsson, Milos Veljkovic und Marco Friedl. In der Liga muss sich Werder nach einem schmeichelhaften Remis gegen Hannover 96 und einem glücklichen Last-Second-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf zum Saisonstart aber noch strecken.