20. August 2017 / 21:22 Uhr

Markus Conrady sichert Rotenberg in letzter Minute den ersten Saisonpunkt

Markus Conrady sichert Rotenberg in letzter Minute den ersten Saisonpunkt

Christian Roeben
Göttinger Tageblatt
Duell aus dem Hinspiel: SG Lenglern will am letzten Spieltag den Klassenerhalt gegen Rotenberg schaffen.
Rotenbergs Lukas Degener (r., hier gegen Lenglerns Marcel Avon) kann sich mit seinen Teamkollegen über den ersten Saisonpunkt freuen. © Schneemann
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Bezirksliga: Aufsteiger gleicht gegen SG Lenglern in der 89. Minute aus / Ärger um Elfmeter

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Hilkerode. Aufsteiger SV Rotenberg hat in der Fußball-Bezirksliga seinen ersten Punkt geholt. Am 2. Spieltag bescherte Markus Conrady dem Team von Tobias Dietrich durch seinen in der 89. Minute verwandelten Foulelfmeter beim 1:1 (0:0) gegen die SG Lenglern doch noch ein Remis.

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Der späte Ausgleich setzte bei beiden Trainern auch nach dem Schlusspfiff des jungen Schiedsrichters Christoph Bödeker (Bad Gandersheim) gegensätzliche Emotionen frei. Während Dietrich die Erleichterung über das Teil-Happy-End ins Gesicht geschrieben stand, war Lenglerns Coach Matthias Knauf stinksauer. „Das ist Beschiss. So etwas habe ich in 35 Jahren Fußball noch nicht erlebt“, ereiferte sich Knauf. Die Szene, auf die Knauf anspielte, war diejenige, die kurz vor dem Abpfiff zum Rotenberger Strafstoß führte. SV-Stürmer Julian Tenchella drang über die rechte Seite in den Strafraum ein, wurde jedoch von Niklas Molthan regelkonform per Grätsche vom Ball getrennt.

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helgeschneemann.com_14 © Schneemann

Bis dato war noch alles gut, Referee Bödeker ließ weiterspielen. Tenchella setzte Molthan, der den Ball am Fuß aus dem eigenen Sechzehnmeterraum führen wollte, nach, grätschte dabei Richtung Ball – genau wie Molthan, der dabei nach Bödekers Ansicht jedoch den Rotenberger im Strafraum foulte. Der Assistent hatte zunächst nichts angezeigt. Nach Rücksprache deutete der Schiedsrichter kurz vor dem Ende dann aber doch auf den Punkt – und Knauf war entsetzt.



„Die beraten sich 15 Minuten lang. Unser Spieler wird festgehalten, spitzelt dann den Ball weg, und die bekommen Elfmeter“, schimpfte Knauf. „Wenn das ein Strafstoß war, dann müssen wir mit Fußball aufhören. Wenn die mit 18 Jahren im Mittelpunkt stehen wollen, dann sollen sie hinter dem Tor Bälle einsammeln oder Bilder bei Facebook posten. Rotenberg hatte nicht eine Chance, und dann bekommen wir so ein Ding.“

Gegenüber Dietrich gab sich hinsichtlich der Elfmeterentscheidung diplomatischer. „Ob das Foul innerhab oder außerhalb war, kann ich nicht sagen“, erklärte er. Der Punkt sei glücklich, aber nicht unverdient gewesen. „Lenglern hat sicherlich mehr Ballbesitz gehabt und auch die besseren Einzelspieler, aber wir haben uns gut verkauft“, resümierte Rotenbergs Coach.

Die Gäste hatten in einer insgesamt recht unruhigen Partie zum Ende der ersten Halbzeit die besseren Chancen. Der Aufsteiger aus dem Eichsfeld war nach ansprechendem Beginn im Mittelfeld nicht so kompakt. Besonders in der Zentrale fehlte es an Zugriff. „Nach langen Bällen sind wir zu langsam nachgerückt“, hatte Dietrich erkannt. Kurz nach dem Seitenwechsel gelang Lenglerns Mittelstürmer Christopher Keil der sehenswerte Führungstreffer. Eine Flanke des starken Carlos Mücke köpfte Keil in der 49. Minute unhaltbar in die lange Ecke ein.

Die Rotenberger wollten zwar anschließend mehr Power in der gegnerischen Hälfte entwickeln, doch das fiel ihnen schwer – auch, weil Kombinationen auf dem seifigen Untergrund kaum möglich waren. Auch die zumeist von Linksfuß André Diederich geschlagenen Standards blieben zumeist harmlos. Lenglern stand hinten kompakt und konterte – oft mit dem etwas hängenden Yusuf Beyazit als Initiator – gefährlich. Nach Mücke-Rückpass hatte Keil in der 85. Minute die Riesenchance, alles klar zu machen, doch seinen Schuss grätschte Rotenbergs Libero Pascal Bigalke noch von der Linie. Kurz darauf folgten der Elfmeter und Frust und Wut bei Matthias Knauf und seinem Team, das sich schließlich mit einem Remis begnügen musste.

Tore: 0:1 Keil (49.), 1:1 Conrady (89., Fe).