04. Februar 2020 / 06:11 Uhr

Aufsichtsrat Markus Merk vom 1. FC Kaiserslautern über einen möglichen Aufstieg und die Investoren-Suche

Aufsichtsrat Markus Merk vom 1. FC Kaiserslautern über einen möglichen Aufstieg und die Investoren-Suche

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Im SPORTBUZZER-Interview hat sich Ex-Schiedsrichter zu seiner neuen Rolle als Aufsichtsrat beim 1. FC Kaiserslautern geäußert
Im SPORTBUZZER-Interview hat sich Ex-Schiedsrichter zu seiner neuen Rolle als Aufsichtsrat beim 1. FC Kaiserslautern geäußert © imago images/Werner Schmitt/Montage
Anzeige

Ex-Schiedsrichter Markus Merk ist seit zwei Monaten als Aufsichtsrat beim 1. FC Kaiserslautern tätig. Vor dem Pokal-Duell gegen Fortuna Düsseldorf am Dienstag spricht er im SPORTBUZZER-Interview unter anderem über die schwierige Investoren-Suche, die angespannten Finanzen und die sportlichen Ziele des Klubs.

Anzeige
Anzeige

Der ehemalige Weltklasse-Referee Markus Merk ist Anfang Dezember in den Aufsichtsrat von Drittligist 1. FC Kaiserslautern gewählt worden. Er will dem vierfachen deutschen Meister aus der Krise helfen. Vor dem Pokal-Achtelfinale der "Roten Teufel" am Dienstag (18.30 Uhr, Sky) gegen Bundesliga-Klub Fortuna Düsseldorf erklärt der 57-Jährige im SPORTBUZZER-Interview, wie er Investoren vom FCK überzeugen will – und wie realistisch das Ziel 2. Bundesliga ist.

SPORTBUZZER: Herr Merk, nach Ihrer Schiedsrichter-Karriere waren Sie lange als TV-Experte tätig. Wie viel haben Sie in dieser Zeit aus der Ferne vom FCK mitbekommen?

Markus Merk: Ich bin ein Kind der Stadt, mein Elternhaus liegt 300 Schritte von der Westtribüne des Fritz-Walter-Stadions entfernt. Am Tag meiner Geburt hat mich mein Vater als Vereinsmitglied angemeldet. Ich bin mit den Protagonisten immer verbunden gewesen, obwohl ich viel in der Welt des Fußballs und selten in Kaiserslautern unterwegs war. Der FCK ist ein Verein einer Region, und die Heimatverbundenheit ist mir sehr wichtig. Aus der unmittelbaren Distanz hat es mich positiv berührt, dass ich nie einen Fan erlebt habe, dem der Verein egal war – auch nicht jetzt, in der schwierigsten Zeit seiner fast 120-jährigen Geschichte. Der Klub hat den Anhängern Erfolge beschert und wichtige Werte vermittelt. Das will ich mit meinem Team im Aufsichtsrat erhalten.

Mehr vom SPORTBUZZER

Dennoch stellt sich ob der anhaltenden Krise auf dem Betzenberg die Frage: Warum tun Sie sich das an?

Das war die häufigste Frage an mich in letzter Zeit. Man sieht, wie das Herz in und um die gesamte Region für diesen Verein schlägt. Die Sorge wird von Jahr zu Jahr größer, dass es den FCK in Zukunft nicht mehr geben könnte. Das bewegt mich und treibt meine Arbeit für den Verein an.

Investoren-Suche beim FCK stockt – Merk: "Geld ist nicht alles"

Die wirtschaftliche Lage des FCK ist wenig erfreulich, im Raum stehen zwischen drei und 18 Millionen Euro Schulden. Nach der Ausgliederung im Juni 2018 sollte durch einen Großinvestor wieder mehr Geld in den Verein fließen. Woran ist das bisher gescheitert?

Das Investorenmodell, das bei der Ausgliederung mit über 90 Prozent von den Mitgliedern gestützt wurde, lag zuletzt brach. Bisher gab es Unterstützung von regionalen Sponsoren, aber noch nicht von einem Großinvestor. Wir arbeiten an einigen Partnerschaften – natürlich gemeinsam mit der Geschäftsführung, die in der operativen Verantwortung steht. Der Begriff Partnerschaft ist mir dabei sehr wichtig. Natürlich braucht der Verein Geld – aber das ist nicht alles. Wir müssen es mit den Partnern gemeinsam lösen.

1. FC Kaiserslautern: Tiefer Fall nach großem Erfolg

Die 1950er Jahre, die goldenen Jahre, sind der erste Höhepunkt in der Erfolgsvita des 1. FC Kaiserslautern. 1951 nimmt FCK-Legende Fritz Walter die erste deutsche Meisterschaft für die Pfälzer entgegen (Foto), eine weitere 1953 und zwei Finalteilnahmen in den beiden folgenden Jahren schließen sich an. Zur Galerie
Die 1950er Jahre, die "goldenen Jahre", sind der erste Höhepunkt in der Erfolgsvita des 1. FC Kaiserslautern. 1951 nimmt FCK-Legende Fritz Walter die erste deutsche Meisterschaft für die Pfälzer entgegen (Foto), eine weitere 1953 und zwei Finalteilnahmen in den beiden folgenden Jahren schließen sich an. ©
Anzeige

Wie wichtig ist unter den Voraussetzungen der Aufstieg des FCK in die 2. Liga?

In der 3. Liga arbeiten alle Klubs defizitär. Allein deshalb ist es der Wunsch, abgesehen von der sportlichen Komponente, in die 2. Liga aufzusteigen. Wir werden uns wirtschaftlich konsolidieren müssen – aber wollen auch sportlich wieder nach oben blicken.

Die aktuellen TOP-THEMEN

Tipp: In der werbefreien und kostenlosen App UFFL News zu Deinem Fußballverein lesen und schreiben.

Anzeige
Sport aus aller Welt